Bewertungsdetails

Liebe & Erotik 1205
Humorvoller Kunstkrimi
Gesamtbewertung
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert
 
4.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Barbara zieht von Wien in die nahe Kleinstadt Tulln. Kauft sich eine alte Villa und in ein Blumengeschäft ein. Sie will ein neues Leben beginnen. Doch mit der tratschenden Kleinstadt, die dann auch noch von einer Räuber- und Mörderbande heimgesucht wird, hat sie nicht gerechnet. Ist auch sie in Gefahr, wo doch durch den Kauf der Villa für alle Tullner offensichtlich zu sein scheint, dass sie reich ist?


Neben dem Kleinstadtidyll und der Krimihandlung mit Raub und Mord weist der Roman noch ein drittes Handlungselement auf: Kunst. Und zwar nicht irgendeine Kunst, sondern die des Tullner Malers Egon Schiele. Barbara findet so in ihrer Villa Kunstwerke und Fotografien, die auf eine Verbindung mit Egon Schiele hinweisen. So macht Barbara sich auf die Suche und recherchiert zu dem vor hundert Jahren verstorbenen jungen Künstler. Die Autorin macht das gut. Es gibt die Handlung rund um Egon Schiele, es gibt den Klatsch und Tratsch der Kleinstadt mit vielen seltsamen, aber auch netten Leuten und dann gibt es da die Raub- und Mordserie. Man denkt sich als Leser, dass irgendwie alles zusammenhängen muss, aber sieht das große Ganze nicht. Es ist also ein toller Roman zum Knobeln.


Für mich haben die handelnden Personen den Roman am meisten getragen. Wir treffen hier auf viele sehr unterschiedliche Charaktere. Und alle diese Charaktere sind irgendwie komisch, kauzig, seltsam, mit Spleens. Aber genau das macht den Roman aus. Denn ist nicht jeder irgendwie ein bisschen komisch? Hier ist es vielleicht an manchen Stellen auf die Spitze getrieben, aber ich fand sehr unterhaltsam, weil die Autorin das gekonnt mit einer schönen Prise (trockenen) Humor verpackt und so gab es - trotz der ernsten Handlung - immer wieder Momenten, in denen ich schmunzeln musste.


Dieser Humor macht auch den Schreibstil aus. Er liest sich zwar locker, ist aber nicht seicht sondern präzise und humorvoll. Hin und wieder gibt es ein paar österreichisch-gefärbte Redewendungen und Wörter, mal sind sie erklärt, mal ergeben sie sich aus dem Kontekt - ich als rheinische Deutsche, die dem österreichischen Dialekt sehr fern ist, konnte auf jeden Fall alles gut verstehen und für mich hat die österreichisch-eingefärbte Sprache einen schönen Flair gegeben.


Ein etwas anderer, aber wirklich toller Krimi, den ich nur wärmstens empfehlen kann, vor allem wenn man Tulln und Wien oder Egon Schiele interessiert ist.
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