Bewertungsdetails

Krimis & Thriller 3030
Schmutzig, hart und schonungslos
Gesamtbewertung
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Jacqueline ist ein ganz normaler Teenager. Es bleibt also nicht aus, dass sie ihre eigenen Wege gehen will und ständig im Clinch mit ihrer Mutter Suse liegt. Diese jedoch ist seitdem sie von ihrem Mann verlassen wurde heillos überfordert mit ihrer pubertierenden Tochter und einem ständig heulenden Kleinkind. Die Wohnsituation ist bescheiden, ihr Job in einer Drogeriefiliale noch viel mehr. Als schließlich gleichzeitig Jacqueline und der Familienhund Tapsi verschwinden, weiß Suse gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Verzweifelt ruft sie die Polizei, doch die vermutet erst nur, dass da wieder ein Teenager vor einem verwahrlosten Zuhause ausgerissen ist. Als jedoch eine Leiche gefunden wird, findet der ermittelnde Kriminalkommissar Henry Frei eine Verbindung zwischen dem erschlagenen und gekreuzigten Opfer mit Jacqueline.

Martin Krist vergeudet keine Zeit mit langen Vorreden und katapultiert seine Leserinnen direkt in die Geschichte hinein. Dabei verteilt er in erwarteter Geschicklichkeit diverse Brotkrumen, die am Ende über Umwege einen überraschenden Kuchen ergeben. Glücklicherweise verzichtet er dabei auf so wenig gelungene Analogien, wie ich sie hier in der Rezension bringe.

Martin Krists Bücher sind bekannt für ihre Vielschichtigkeit und ihre Fülle verschiedener Handlungsebenen. Das kommt bei "Böses Kind" allerdings in etwas abgespeckter Version in Form von zwei Sichten - einmal Suse, einmal der Kommissar - an die Leserin. Neben der verschwundenen Jacqueline beschäftigt sich Henry Frei mit einem weiteren Fall, der vermutlich in den Folgebänden wieder aufgegriffen wird.

"Böses Kind" ist schmutzig, hart und schonungslos. Die Handlung lebt von ihrer Authentizität und besonders von Protagonistin Suse, deren verworrenes Leben glasklar gezeichnet wird. Große Nöte und kleine Probleme führen zu ihrem sozialen Abstieg. Nach und nach kommen immer mehr Details ihrer Person ans Licht und man weiß am Ende nicht, ob man diese Frau hassen oder sie unterstützen soll. Eines weiß man aber sicher: Der Autor denkt sich tief in die Psyche von Menschen und fabriziert daraus ein buntes Potpourri unterschiedlichster sozialer Schichten. Dabei wird die spannende Handlung schon fast zur Nebensache. Aber nur fast.
SK
#1 Bewerter 1144 Bewertungen
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