Bewertungsdetails

Historische Romane 2643
dicke Leseempfehlung
Gesamtbewertung
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Im siebzehnten Jahrhundert brach in Holland ein unkontrollierter Kaufrausch auf seltene Tulpen aus. Der Wert der Planzenzwiebeln stieg in utopische Höhen und Spekulanten kämpften um die wertvollsten Stücke mit teils harten Bandagen. So scheint es naheliegend, dass die Morde an mehreren Tulpenhändlern mit Geldgier und Neid zu tun haben könnten. Ins Zentrum der Geschehnisse rückt alsbald der bekannte Maler Rembrandt van Rijn, der nicht nur mit den Opfern im Streit lag, sondern auch selber versucht, mit Tulpenzwiebeln zum schnellen Geld zu kommen.

Zur gleichen Zeit beginnt der 17jährige Pieter eine Lehre bei Rembrandt. Nach dem Tod seines Vaters ist er Waise und Patenonkel Joost hat ein wachsames Auge auf den Jungen. Das ist auch von Nöten, denn Pieter ist ein wenig seltsam. Was man heute vielleicht als leichte Form von Autismus bezeichnen würde macht ihn zu einem Menschen, der sich zwar mit zwischenmenschlichen Beziehungen etwas schwertut, der aber dafür ein mathematisches Genie ist, welches mit der Logik von Zahlen und Diagrammen das Leben, das Lieben aber auch das Morden erklären will. Pieter begibt sich auf die Jagd nach den Tätern. Dabei unterschätzt er sowohl die Gefahr, die ihm drohen könnte als auch die Motive der Mörder.
Pieter ist ein Hauptdarsteller so recht nach meinem Geschmack. Er ist freundlich und ohne Arglist, anfangs sehr vertrauensselig und in heftiger Liebe für das Hausmädchen entbrannt. Seine teils abstrusen Berechnungen darüber, warum seine Mitmenschen sich so und nicht anders verhalten, sind mehr als einmal Anlass zum Schmunzeln und seine Ehrlichkeit bringt ihm so manche Ohrfeige von genervten Mitmenschen ein. Im Laufe der Geschichte lernt Pieter aber mit seinem messerscharfen klaren Verstand zu erkennen, wer es gut mit ihm meint, wer ihn belügt und betrügt und letztendlich auch, wer hinter all den Morden steckt. Es macht großen Spaß dieser Entwicklung zuzusehen und nebenbei seinen mathematischen Formeln und den logischen Schlussfolgerungen daraus zu folgen.

Eine Vielzahl interessanter Charaktere bevölkert dieses Buch. Während Pieter sich ja eher zu der drallen Anneke hingezogen fühlt, ist der Leser geneigt, sich mehr für die patente Wirthausbesitzerin Mareijke zu erwärmen. Auch reale Persönlichkeiten wie Rembrandt und seine Frau spielen natürlich eine wichtige Rolle im Roman, ebenso wie Tulpen und der Handel mit ihnen, die Malerei und wie dieses Handwerk damals betrieben wurde.

Mein Fazit: Ein spannender sehr unterhaltsamer historischen Roman mit einem Helden, der in keine Schublade passt und der mich mit seiner schrulligen Art und seinen messerscharfen Thesen ein bisschen an einen berühmten englischen Detektiv erinnerte. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich nicht zum letzten Mal von Pieter gelesen hätte.
CE
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