Bewertungsdetails

Fantasy & Phantastik 3238
Tobias O. Meißner – Die dunkle Quelle
(Aktualisiert: 17 Februar 2012)
Gesamtbewertung
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert
 
5.0
Charaktere
 
5.0
Sprache & Stil
 
5.0
Der ehemalige Abenteurer Rodraeg, jetzt Rathausschreiber in einer kleinen Stadt, erhält eines Nachts Besuch von einem Schmetterlingsmädchen. Sie bietet ihm eine große Aufgabe an, nämlich für eine geheimnisvolle Organisation eine mobile Einsatztruppe zu gründen, zu besetzen und zu leiten, die sich für die Belange der Natur und des Kontinents einsetzt. Rodraeg nimmt an und beginnt sofort damit, Mitglieder für seine Truppe, das Mammut, zu suchen. Noch gar mit dieser neuen und nicht immer einfachen Aufgabe fertig, flattert dem Mammut auch schon der erste Auftrag ins Haus: Durch Bergbauarbeiten droht ein See verunreinigt zu werden. Das Mammut bricht auf, um einzugreifen …

Was für eine wunderbare Idee. Umweltschutz ist ein Thema, was in den „üblichen“ Fantasy-Geschichten wenig bis gar keinen Raum einnimmt. Umso schöner, dass sich dieses unbeliebten Themas ein Autor angenommen hat, der es zu einem echten Erlebnis macht.

Tobias O. Meißner nimmt sich viel Zeit für seine Geschichte und Charaktere. Ruhig baut er die Gruppe auf, beschreibt die Personen und die Gegebenheiten, so dass man meint, dabeizusein. Seine „Helden“ sind alles andere als Übermenschen, nein, sie sind so normal wie du und ich. Ein Rathausschreiber, der versucht, eine schöne Frau gegen einen Rowdy zu verteidigen, wird nur in den unwahrscheinlichsten Fällen in einem Handgemenge erfolgreich sein, und so bleibt Meißner stets realistisch. Ist der Stil zu Beginn eher gemütlich, ändert sich das schlagartig, als das Mammut am Einsatzort eintrifft. Das Tempo nimmt innerhalb weniger Sätze derart an Fahrt auf, dass es mir regelrecht den Atem verschlug. Darauf war ich nicht vorbereitet. Aber es hat mir gut gefallen, passte hervorragend in den Fluss der Geschichte.

Meißner verleiht dem Text eine gewissen amüsanten Unterton, der nicht direkt komisch wirkt, mich aber immer wieder zum Schmunzeln veranlasste. Beispiel gefällig? Bitte schön:

“Ich gehe davon aus, daß Fernwaffen und Schlösserknacken nicht zu euren Spezialitäten gehören.“
„Fernwaffen nicht, aber Schlösser kriegt man doch auch so auf“, grinste Bestar.
„Auch lautlos?“ hakte Rodraeg nach.
„Naja“, gab Bestar zu.

Und so nimmt der erste Auftrag eine eher ungewöhnliche Form an – und erst zum Schluss zeigt sich auch, ob und wie die Mitglieder des Mammuts zu einer echten Einsatztruppe zusammengewachsen sind. Das Buch und der Auftrag sind abgeschlossen, dennoch zeigen sich zarte Anflüge eines weit höheren Handlungsbogens, der deutlich mehr „Abenteuer“ verspricht, als es Rodraeg und den Seinen wahrscheinlich lieb sein wird.

Ich freue mich schon auf weitere Bände des Mammuts!
V(
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