Kapitel 3.1
Das UBIK Shampoo für den eleganten Herrn von heute.
Es gibt seinem Haar noch mehr Glanz und Volumen.
Anwendung nur nach Vorschrift!
In einer anderen Ecke der Welt. Viele Tausend Meilen vom Schloß Wobblestone entfernt kam Earl gerade wieder zu sich.
Das Letzte woran ich mich noch erinnern kann, ist der Schotte, der sich zu mir an den Tisch setzte. Groß, ein Kerl wie ein Baum. Ich fragte ihn ganz höflich, ob er aus dem Highland käme. Da flippte er richtig aus. "Jedes Aas fragt mich das! Nein! Verdammtnochmal! Ich bin nur ein versoffener Rotbart aus Edinburgh." Um ihn zu besänftigen, wollte ich ihn auf einen Whisky einladen. Er lehnte ab. Er sagte, er hat sein ganzes bisheriges Leben dem Whisky geopfert. Das wäre jetzt vorbei. Und bat um einen Wodka.
Jetzt finde ich mich hier in dieser verdreckten Bude wieder, mit einem riesigen Kater und einem komischen Jucken am unteren Rücken. Jucken? Rücken? Wo ist hier ein Spiegel? Oh, nein! Das darf doch nicht war sein. Dieser Mistkerl hat mir doch glatt ein Tattoo auf meinem verlängerten Rücken stechen lassen. Das sieht ja fast wie ein Geweih aus! Wie erkläre ich das nur meiner Kriemhild zu Hause? Schon schlimm genug, das ich mein Medaillon wahrscheinlich irgendwo im Schloss verloren habe, nun auch noch das. Außerdem, mit diesem Tattoo kann ich nie wieder ein rückenfreies Kleid tragen. Ich muss diesen Schotten wiederfinden.
Earl verläßt schwankend das Zimmer in dem er erwachte. Der Gang führt in eine finstere, verrauchte Wirtsstube. Ja, hier habe ich ihn gestern Abend getroffen. "He Wirt, kennen sie einen riesigen rotbärtigen Schotten?" "Du meinst Kaarl?" "Vielleicht, ich kenne seinen Namen leider nicht, aber er war gestern Abend hier." "Ja, das ist Kaarl. Tja, Pech gehabt mein Junge, der ist heute Nacht noch von der örtlichen Miliz festgenommen worden. Man wirft ihm vor, gepanschtes Shampoo an die Piraten zu verkaufen. Einer der Piraten, der nun blaues Haar hat, hatte ihn wohl angezeigt."
Earl setzte sich auf den im am nächsten stehen Stuhl und legte seinen Kopf in beide Hände. Da tippte ihn jemand auf die Schulter. "He, mein Freund, wer bezahlt mir eigentlich meine Arbeit?" "Welche Arbeit?", Earl hebt missmutig den Kopf. "Na das Tattoo." Earl springt auf und schnappt sich den Kerl am Kragen. "Waaas? Du warst das? Wie kannst Du mich so verunstalten?" "Nun mal ganz langsam. Du warst doch derjenige, der mit den beiden Vögelchen im Arm zu mir kam und ein Tattoo verlangte." "Das war nicht der Schotte?" "Ach Quatsch! Du hast gesagt, zur Erinnerung an deine Hochzeit willst du ein Bild das ewig hält. Und Schlampenstempel sind zur Zeit sehr beliebt." "Hochzeit? Ich bin doch gar nicht verheiratet." "Doch. Seit gestern Abend."...