Autor Thema: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer  (Gelesen 2741 mal)

Offline Mäusedudler

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Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« am: 18. August 2010, 10:25:26 Vormittag »
Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer

Zum Inhalt: Tom Sawyer ist ein Waise, der zusammen mit Halbbruder Sid und Cousine Mary bei seiner Tante Polly im kleinen Örtchen St. Petersburg lebt. Da er lieber spielt, angelt und herumstrolcht, statt zur Schule und in die Kirche zu gehen, gerät er immer wieder in Schwierigkeiten. Dafür erlebt er aber auch einiges, vor allem zusammen mit seinem Freund Huckleberry Finn: er beobachtet einen Mord, verirrt sich in einer Höhle,  ist Pirat, findet einen Schatz und ist bei seiner eigenen Beerdigung dabei.  Aber nicht nur die großen Abenteuer, sondern auch die kleinen Alltagsabenteuer wie "Wie streiche ich mit möglichst wenig eigener Arbeit einen Zaun" haben ihren ganz besonderen Reiz.

Meine Meinung: Tom Sawyer berichtet - immer mit einem Augenzwinkern - von den großen und kleinen Sorgen und Abenteuern des Protagonisten. Tom ist ein unternehmungslustiger Junge, ganz anders als sein Bruder Sid, der immer brav ist und auch gern mal petzt. So gerät er natürlich immer wieder in Schwierigkeiten und Tante Polly weiss so gar nicht, was sie mit diesem eigentlich herzensguten Jungen anstellen soll, damit er brav und anständig wird. Tom steckt immer voller Ideen, die er dann - meist mit Huckleberry Finn - auslebt, ob es nun das Leben als Pirat ist oder eine Schatzsuche. Ganz klar, das ist viel spannender als die Sonntagsschule  :zwinker:
Durch diesen Ideenreichtum wirkt Tom sehr lebendig, ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, das er gleich um die Ecke kommt, um wieder einen Streich auszuhecken. Ebenso sein Freund Huck, der mit dem normalen bürgerlichen Leben so gar nichts anzufangen weiss. Er ist es gewohnt, allein zu sein, geht nicht in die Schule und kann keinen wirklichen Wohnsitz, sondern schläft meist in einem alten Fass. Als er sich gegen Ende des Buchs an ein normales Leben gewöhnen soll, ist er gar nicht glücklich und in seiner Unmut darüber (feste Essenszeiten, Schule, Schuhe, kein Fluchen und Rauchen) besonders liebenswert. Auch die anderen Figuren wie Tante Polly geben einem das Gefühl, mitten in der Kleinstadt zu sein und alles mitzuerleben.
Das Buch hat mir insbesondere auch sprachlich gefallen, Mark Twain kann einfach schreiben. Im Gegensatz z.B. zu "Tramp Abroad" fehlt natürlich der Sarkasmus, aber es ist natürlich ein Jugendbuch und als solches wunderbar. Die Aufteilung in kurze Episoden erlaubt es, dass Buch sowohl am Stück als auch immer mal ein Kapitel zu lesen. Der von Tom und Huck beobachtete Mord dient als Rahmenhandlung, die sich von Anfang bis zum Ende durch das Buch zieht und die verschiedenen kleineren Abenteuer zusammenfasst.

 5ratten

:lesen: Peter May - The Lewis Man

Offline Avila

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Re: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« Antwort #1 am: 22. August 2010, 15:17:24 Nachmittag »
Mir gefiel das Buch auch wirklich gut.

Tom Sawyer ist ein Junge, den man einfach nur gern haben kann und dem ich als Mädel gewiss auch hinterher gelaufen wäre. So verwegen!  :breitgrins:
Die Spiele und Streiche fand ich immer herrlich. Und ich fand es toll, zu lesen, wie die Kinder früher auch ohne Gameboy, Playstation und Nintendo kreativ spielen konnten - viel kreativer als sie es jetzt tun. Auch die Tauschsachen - in was sie alles Wert gesehen haben. Da ist der Welt der Kindheit schon etwas verloren gegangen. Ich weiß noch, wie ich immer auch jeden Müll aufgehoben habe und behalten wollte. Meine Schwester hat mich dafür regelmässig zurecht gewiesen.  :rollen:
Aber ein Schlitzohr ist er auch, unser Tom. Was er den anderen manchmal erzählt ohne selbst wirklich Ahnung davon zu haben. Nä, nä, nä!  :breitgrins:

5ratten
:leser:
C.S. Lewis - The Chronicles of Narnia 01. Magician's Nephew
Grimms gesammelte Märchen


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Offline Jari

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Re: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« Antwort #2 am: 13. Juni 2011, 11:59:04 Vormittag »
Inhalt:

Tom Sawyer könnte ein wunderbares Leben führen, wären da nicht Dinge wie die Schule, die Kirche und seine Tante. Trotzdem schafft es der Lausebengel, sich in allerlei abenteuerliche Geschichten zu verstricken, nicht nur, dass er sich oft in Robin Hood verwandelt. Zusammen mit seinen Freunden spielt er Seeräuber und Schatzsucher und sogar Höhlen werden erforscht. Oftmals gehen Toms Abenteuer dabei nur glimpflich aus, so zum Beispiel als er und sein Freund Huck einen Mord beobachten...

Meine Meinung:

"Tom Sawyer" von Mark Twain ist ein zeitloser Klassiker der Jugendliteratur. Um diesen und andere berühmte literarische Werke jungen Lesern näher zu bringen, hat der Verlag Ueberreuter die Reihe "Ueberreuter Klassiker" ins Leben gerufen.

Da diese Ausgabe für junge Leser gedacht ist, hat der Verlag die Originalausgabe gekürzt und überarbeitet, somit kann man das Buch sehr gut lesen, ohne dass jedoch die besonderen sprachlichen Feinheiten der damaligen Zeit ganz verloren gehen.
Auch durch diese Ausgabe erhält man einen guten Einblick ins Leben von Tom Sawyer und seinen Freunden, die allesamt richtige Lausbuben sind.

Schön ist auch, dass man das Leben im 19ten Jahrhundert, dazu noch in einem Dorf, wirklich gut kennenlernt. Man erfährt, wie mit den Jungen und Mädchen in der Schule umgesprungen wird, das religiöse Leben und was die Jungen damals gespielt haben.
Dabei fiel mir auf, dass das jugendliche Gedankengut von damals sich gar nicht so sehr vom heutigen unterscheidet. Ich fühlte mich auf angenehme Art wieder in meine Kindheit versetzt. So konnte ich die Vorgänge in den Köpfen von Tom und Huck umso besser nachvollziehen und das Buch berührte mich durch und durch.

Überhaupt kommt man nicht darum herum, Tom Sawyer zu mögen. Manchmal erschien er mir zwar fast schon zu egozentrisch, aber das änderte sich bald, denn je mehr Tom erlebt, desto reifer wird er. Obwohl Tom Sawyer einfach immer Tom Sawyer bleiben wird.
Die Abenteuer des Jungen sind packend dargestellt und wenn er sich über Geister und Flüche unterhält muss man mehr als einmal schmunzeln. Ein weiterer anrührender Punkt. Die Abergläubigkeit, die im Dorf sehr verbreitet ist, hat mich indes überrascht und ich konnte mich gut damit unterhalten, was die Jungen alles taten oder glaubten oder einfach nur neu erfanden, um besser dazustehen.

Ab und an mag das Buch etwas unkonditioniert wirken, aber Twain verliert die Hauptaspekte nicht aus den Augen. Wir erleben Toms Abenteuer mit und dabei werden oftmals Themen, die angesprochen wurden, an späterer Stelle wieder aufgenommen und gelöst.
Was ich an "Tom Sawyer" auch mochte, waren Twains wunderbare Darstellungen der Knabbeleien zwischen Mädchen und Jungen, dargestellt durch Tom und Becky. Und wieder einmal muss man anmerken, dass sich daran bis heute gar nicht viel verändert hat. Nur Toms erste Freundin kam mir hier etwas zu kurz.

Da Tom Sawyers Abenteuer im Sommer stattfinden, eignet sich das Buch sogar als Ferienlektüre. Man wird direkt hineingezogen in die Wälder, die Flüsse, die wilde Natur des Mississippis, das Tom erforscht. Mir war, als wäre ich selbst beinahe dort.

Fazit:

Die Ausgabe aus der Reihe "Ueberreuter Klassiker" ist für Kinder ab 10 Jahren gut lesbar, auch wenn darauf geachtet wurde, dass die damalige Sprechweise nicht zu sehr geändert wurde. Somit können die Bücher der Reihe auch von Erwachsenen gelesen werden, die sich (noch) nicht an das Original heranwagen, aber schon immer einmal erleben wollten, was der berühmte Tom Sawyer so anstellt.

Für mich war es ein schönes Erlebniss, endlich diesen berühmten Klassiker zu lesen. Wenn ich könnte, würde ich mich gleich auf "Huckleberry Finn" stürzen, da mir die Welt und die Zeit, in die Twain uns zu versetzen vermag, so sehr gefiel.



5ratten
//Grösser ist doof//

Aldawen

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Re: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« Antwort #3 am: 02. Juli 2011, 11:37:42 Vormittag »
Ich habe die Threads zu Tom Sawyer und Huckleberry Finn etwas aufgeräumt. Und damit es hier nicht verloren geht, auch noch der Link zu Gronauers Rezi der Neuübersetzung von Andreas Nohl: Klick!

Offline Horusina

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Re: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« Antwort #4 am: 15. Juli 2011, 10:13:14 Vormittag »
Tom Sawyer ist wahrlich kein Musterknabe. Mit viel Einfallsreichtum und Cleverness bringt er seine Tante Polly des öfteren zum Verzweifeln. Nebenbei hält er zusammen mit seinen Freunden Huckleberry Finn und Joe Harper das ganze Städtchen auf Trab. Bis er und sein Freund Huck eines Tages ein schreckliches Ereignis beobachten. Von da an findet Tom keine so rechte Ruhe mehr.

Oft kommt es mir so vor, als würde ich Tom schon ewig kennen. Mit seinen vielen Streichen und seinem doch im Grunde gutmütigen Charakter hat er mich manches mal an zahlreiche andere Jungen aus meiner Schulzeit erinnert, die die Schulbank drücken mussten, obwohl sie doch ganz andere Flausen im Kopf hatten.
Mark Twain erzählt die Geschichte dieses Jungens immer mit einem Lächeln im Auge. Ich musste doch recht oft beim Lesen über die Ideen des Jungen schmunzeln. Wie Avila hat mir auch gefallen, dass sich die Kinder damals noch selbst beschäftigen konnten. Da werden Szenen aus Robin Hood nachgespielt und Murmeln getauscht. Alles Dinge, die ich auch bei den heutigen Kindern zum großen Teil vermisse.
Im Mittelteil und gegen Ende gab es für mich einige Längen, die die eigentlich packende Story etwas gebremst haben. Ich erinnere mich da an einen Rezitierabend des Lehrers und an diverse Irrwege einer Höhle... doch insgesamt werde ich St. Petersburg am Mississippi in guter Erinnerung behalten  :zwinker:

 4ratten
« Letzte Änderung: 15. Juli 2011, 16:35:47 Nachmittag von Horusina »

Offline bird

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Re: Mark Twain - The Adventures of Tom Sawyer
« Antwort #5 am: 03. Februar 2014, 20:19:20 Nachmittag »


Auch mir hat das Buch sehr gefallen. Ich finde den Stil des Buches leicht zu verstehen auch für junge Leser. Mir gefiel vor allem die Sprache, weil ich mich in die Zeit zurück versetzt fühlte und beim Lesen sehr viel vergnügen spürte Tom Sawyer´s Abendteuer mit zu lesen und auch mit zu fiebern.

Besonders gefallen haben mir Botschaften wie Freundschaft, Mut und Ehrlichkeit.

Besonders fasziniert fand ich die Klugheit und die Raffiniertheit von Tom zum Beispiel als er Streichen musste. (Den Anfall fand ich genial, wie er streichen Geschmackhaft machte! )

Auch Huckleberry Finn den Waisen finde ich total sympathisch, der immer an Toms Seite ist und alles mitmacht was Tom sagt, auch als er etwas Geld zu Verfügung hat und eigentlich ein normales Leben führen kann fühlt er sich dadurch überrumpelt, da er die Routine nicht mag, lieber draußen schläft und eigene Regeln im Leben verfolgt.
Auch hier hat Tom eine Idee, um dem Freund das normale Leben geschmackhaft  zu machen.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

P.S.: Da ich Tom Sawyer und Huckleberry Finn als Vollständige Ausgabe habe, freue ich mich auch Huckleberrys Abendteuer genauso wie auf Toms.