... und weil wir gleich beim Thema sind, hier auch noch mein Fazit zum
'letzten Wunsch':
Der letzte Wunsch. Geralt von Riva ist ein Hexer, ein professioneller Ungeheuer-Töter. Die Zunft der Hexer ist klein, und ihre Vertreter werden vom Volk nicht sonderlich gemocht, weil sie anders sind als gewöhnliche Menschen. Aber man duldet sie, weil sie nützlich sind, und den Bewohnern der Dörfer und Städte gegen Bezahlung unliebsame Monster vom Hals schaffen.
Wie jeder Hexer wurde Geralt als Säugling von seiner Mutter an die Gilde gegeben, die das Kind einer besonderen Behandlung mit Giften und Kräutern unterzogen, die nur wenige Probanden überleben. Die, die sich als stark genug erweisen, gewinnen dadurch übermenschliche Fähigkeiten - eine besonders schnelle Regeneration von Wunden, Dunkelsicht, außergewöhnliche Reflexe. Doch die äußeren Zeichen, die damit einhergehen - veränderte Pupillen zum Beispiel und weißes Haar durch den Verlust der Pigmente - machen sie in den Augen der Menschen selbst zum Monster.
Das Buch umfaßt eine Sammlung von Kurzgeschichten, Episoden aus Geralts Leben während seiner Streifzüge durch das Land. Er kämpft gegen Monster oder Banditen, legt sich mit einem Dschinn an und mit einer Zauberin, die sein Herz stielt... Die Geschichten sind locker verbunden durch eine Rahmenhandlung.
Geralts Welt zeigt alle Facetten häßlicher Realität, trotz dass es ein Fantasy-Universum ist: Rassistisch sind die Menschen und fremdenfeindlich, brutal und undankbar und nur auf eigenen Vorteil bedacht. Das einfache Volk besteht überwiegend aus Analphabeten, getrieben von Vorurteilen und Aberglaube, und beherrscht von kirchlichen und königlichen Despoten.
Den Sieg des Guten über das Böse gibt es nicht, nur die Entscheidung für das kleinere Übel (übrigens der Titel einer der Episoden). Doch wer kann sich anmaßen, diese Entscheidung zu treffen?
Der Autor:Andrzej Sapkowski (* 21. Juni 1948 in Aódz, Polen) ist der bekannteste polnische Fantasy-Schriftsteller. Seine Bücher greifen – zumeist parodistisch – Motive der slawischen Legenden und Märchen auf. Sapkowskis erfolgreichster Fantasy-Zyklus behandelt die Abenteuer des Hexers Geralt von Riva (der Hauptstadt des Landes Rivien), der sich in jungen Jahren durch eine schmerzhafte Prozedur in einen Hexer verwandelte. Geralt reist durch eine Fantasywelt (die an einigen Stellen mit Märchenmotiven aus den Werken der Gebrüder Grimm und des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen durchsetzt ist), um gegen Bezahlung Monster und Fabelwesen zu erlegen.
Fazit:Ich kannte Andrej Sapkowski nicht, bis ich durch das sehr erfolgreiche Spiel auf seine Geschichten um den Hexer Geralt gestoßen bin.
Obwohl ich sonst nicht so der Kurzgeschichten-Fan bin, hat mich die episodenhafte Erzählweise hier überhaupt nicht gestört. Geralt ist eine schillernde und zugleich tragische Figur, eine Art dunkler Held, der die Dinge zugleich sehr pragmatisch anpackt.
Der Schreibstil des Autors ist sehr erfrischend, geradlinig und macht Spaß zu lesen. Ein unterschwelliger sarkastischer Humor scheint immer wieder zwischen den Zeilen auf, der zu der düsteren Welt und seinem zweifelbehafteten Protagonisten paßt.
'Der letzte Wunsch' ist absolut empfehlenswerte Erwachsenen-Fantasy; mittlerweile ist auch der zweite Band beim Verlag zu bekommen. Ich hoffe, dass auch die restlichen Kurzgeschichtensammlungen um Geralt (ich glaube, es sind so um die sieben) vom Polnischen mal ins Englische oder Deutsche übersetzt werden.
Uneingeschränkt empfehlenswert, das heißt
