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Autor Thema: Bret Easton Ellis - American Psycho  (Gelesen 2836 mal)

chil

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #15 am: 17. April 2010, 09:56:01 »

Meine Meinung:

Patrick Bateman hat alles, was man braucht, um ein tolles Leben in New York zu führen. Er hat eine Menge Geld, für das er nicht wirklich arbeiten muss, einen Job, der ihn wenig einnimmt und eine Freundin, die wenigstens hübsch ist. Außerdem umgibt er sich ausschließlich mit luxuriösen Markenartikeln und ebenso kostspieligen Freunden.

Die weitere Handlung des Buches ist schnell geklärt. Patrick und seine Freunde gehen in exklusive Restaurants, konsumieren Drogen, gehen auf Partys, unterhalten sich über Kleidung und wie man sie richtig kombiniert, nie jedoch über tiefgreifendes, Gefühle oder Tagesgeschehen. Die Welt ist ebenso oberflächlich geworden, wie der Erzähler der Geschichte, Bateman. Was seine Freunde nicht über ihn wissen, ist, dass Bateman ein geheimes Doppelleben als Serienmörder führt. Er stellt grausame Dinge mit seinen Opfern an und beschreibt diese bis aufs kleinste Detail. Als er immer wieder im Gespräch einfließen lässt, wie sehr er doch sein Gegenüber quälen möchte, wird er einfach ignoriert. Was nicht in die Welt passt, wird ausgeklammert, kann nicht sein.

Tatsächlich ist nicht die Geschichte an sich das Faszinierende dieses Buches, sondern die Form. Ellis wird nicht müde, haarklein auszuführen, wie die Garderobe der Figuren aussieht, welche Marken sie tragen, welche Zahnpasta sie verwenden – man wird ein wenig eingelullt, beginnt während des Lesens, mit der Aufmerksamkeit ökonomischer umzugehen und lässt sich einlullen. Dann auf einmal der Schock: Der Ton des Erzählers geht unvermindert monoton weiter, doch die Dinge, die er schildert, sind umso schockierender. Der Leser wird immer wieder aus seiner Lethargie gerissen, die Oberflächlichkeit, mit der man liest, wird durch die Grausamkeit des Inhalts immer wieder unterbrochen.

Zugegeben, das Buch ist harter Tobak und strapaziert die Nerven, allerdings nur, wenn man es schafft, sich auf den Schreibstil Ellis‘ anzupassen. Anfangs ist man doch eher genervt von der ständigen Aufzählung von Markenartikeln und beinahe Echtzeit-Beschreibung von Batemans Badezimmerritual. Doch wenn man es geschafft hat, sich auf die wellenförmige Bewegung im Buch einzulassen und wenn man einen guten Magen hat, kann man dem Buch einiges an Spannung abgewinnen. Bis zum Schluss bleibt nicht klar, ob Bateman gefasst wird und ob er ein tatsächliches Problem hat, oder sich seine Gewalttaten lediglich in seiner Phantasie stattgefunden haben.
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Broschiert: 548 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1 (16. Januar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462036998
ISBN-13: 978-3462036992

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Andreas Tombrink

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #16 am: 14. Juni 2010, 20:50:31 »

Es ist ja bereits alles gesagt worden. Klamotten Klamotten Klamotten.....und aus Langeweile einige perfide Morde. Das Buch ist soweit recht schockierend umschrieben. Es gibt leider vielfache Wiederholungen...

Das ganze hätte man auch auf 300 Seiten kürzen können. Enttäuscht bin ich einwenig vom Schluss. WEnn schon fast 500 Seiten von Lables, Klamotten, Clubs etc. berichtet wird, dann hätte man sich abschliessend auch etwas originelleres ausdenken können...
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Opa Pittschikowski aus dem Ruhrrevier, kennt die Blauen Knappen schon seit 1904 - niemals tat er fehlen, nur einmal war er krank - Oma tat er quälen wenn er schon morgens sang:

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chil

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #17 am: 18. Juni 2010, 21:31:50 »

Zum Beispiel?
Ich war ja anfangs sehr skeptisch, aber bei dem Buch ist die Schwafelei notwendig - nicht als inhaltliches Merkmal, sondern als erzählerischer Kunstgriff.
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Ankali

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Bret Easton Ellis- American Psycho
« Antwort #18 am: 03. Januar 2011, 02:00:38 »



"Patrick Bateman sieht gut aus, ist gut erzogen und intelligent. Tagsüber sitzt er in seinem Büro in der Wall Street und vergrößert seinen Reichtum. Seine Nächte hingegen verbringt er auf unfaßbare Weise. Er ist ein Serienmörder und lebt seinen ganz eigenen amerikanischen Traum."

Ein unfassbar gutes Buch von einem der besten Autoren die ich kenne.
In dem Buch geht es um Patrick Bateman, ein gelangweilter Yuppie an der Wall Street der von seiner Freundin und seinem Leben angeoedet ist und sich aus der Langeweile befreien will.
Er faengt an zu morden, oder zumindest glaubt er das.
Mit Vorliebe toetet er Nutten, aber irgendwann toetet er auch Obdachlose.

Das interessante an dem Buch ist das es ein offenes Ende hat, es wird nicht aufgeloest ob Bateman sich das alles nur einbildet oder nicht.
An dem Punkt wo er seine Morde gesteht wird er von einem anderen per Alibi gedeckt, denn an der Wall Street sind Namen und Aussehen nicht von Bedeutung, keine Chance fuer Patrick sich zu profilieren und etwas besonderes zu werden.
Ich kannte erst den Film und hab dann das Buch gelesen, und war wirklich beeindruckt.

Abgesehen von der krassen Beschreibung der Mordszenen und der Liebe fuers Detail wird klar eine Welt beschrieben in der man nur untergehen kann und aneinander vorbeilebt.
Bateman hat Angst sich zu verlieren und will sich abheben.

Beim Lesen war ich stellenweise schockiert und unfassbar angeekelt, ich musste das Buch oft aus der Hand legen weil mir so schlecht wurde.
Die Story ist außergewoehnlich und Ellis' Art zu schreiben fesselt einen ziemlich.
Definitiv kein Buch wenn man einfach nur stumpf rumlesen will, dieses Buch fordert den Leser definitiv dazu auf sich mit dem Gelesenen auseinanderzusetzen!
« Letzte Änderung: 03. Januar 2011, 02:02:18 von Ankali »
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mondy

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Re: Bret Easton Ellis- American Psycho
« Antwort #19 am: 03. Januar 2011, 02:34:08 »

Huhu Ankali,

schöne Rezi. Hier gibt es aber bereits einen Thread zu dem Buch. :winken:
Falls du dir nicht sicher bist, ob es von einem bestimmten Buch schon ein Kommentar gibt, nutze doch einfach die Suchfunkion in der Leiste ganz oben. :smile:
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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #20 am: 03. Januar 2011, 10:02:07 »

Und zusammengepappt :winken:
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The best piety is to enjoy--when you can. You are doing the most then to save the earth's character as an agreeable planet. And enjoyment radiates. It is of no use to try and take care of all the world; that is being taken care of when you feel delight--in art or in anything else. Would you turn all the youth of the world into a tragic chorus, wailing and moralising over misery?
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Ankali

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #21 am: 03. Januar 2011, 16:54:51 »

Danke fuer die Tipps ;)
Ist mein zweiter Tag hier, dauert noch was bis ich hier den Uerberblick hab schaetze ich.
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Tasha

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #22 am: 09. Januar 2011, 00:31:00 »

Ich hab's jetzt auch durch.

Zum Beispiel?
Ich war ja anfangs sehr skeptisch, aber bei dem Buch ist die Schwafelei notwendig - nicht als inhaltliches Merkmal, sondern als erzählerischer Kunstgriff.
Das glaube ich auch.
Ich denke, einerseits soll der Leser ein Bild von der Welt bekommen, in der Patrick Bateman lebt und andererseits soll er gleichzeitig die Langeweile und Leere, die von ihr ausgeht, selbst spüren. Ich selbst habe mich beim Lesen oft bei dem Gedanken ertappt, dass er doch ENDLICH bitte wieder jemanden umbringen soll, gerade weil ich die Musik-Rezensionen und Markenaufzählungen nicht mehr ertragen habe - um dann -wenn es wieder soweit war- von der Gewalt überrollt zu werden. (Ich musste das Buch auch einmal kurz zumachen. Beim zweiten "Girls"-Kapitel.)

Mal von der offensichtlichen Gewalt und Pornografie abgesehen fand ich manche harmlosen Stellen sogar auf groteske Art... witzig:
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Und dieser dämliche Vergleich ihrer Visitenkarten. Das ist mir im Film schon aufgefallen:
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Ich habe das Buch eben erst durchgelesen und muss es noch etwas sacken lassen. Vielleicht fällt mir später noch mehr dazu ein.
Von mir gibt's aber schonmal
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Andreas Tombrink

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #23 am: 09. Januar 2011, 00:39:33 »


Naja...wenn er zum 800sten mal erzählt, dass sein Gegenüber einen Armani-Anzug oder ne Gucci-Krawatte trägt, dann ist das ab Seite 300 nicht mehr originell....
Der Sinn seiner Aufzählung ist dann schon "rübergekommen"...aber er muss es ja nicht noch über etliche Seiten hinweg wiederholen....

Aber die Geschmäcker sind ja unterschiedlich.
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Tasha

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #24 am: 09. Januar 2011, 12:50:12 »


Naja...wenn er zum 800sten mal erzählt, dass sein Gegenüber einen Armani-Anzug oder ne Gucci-Krawatte trägt, dann ist das ab Seite 300 nicht mehr originell....
Der Sinn seiner Aufzählung ist dann schon "rübergekommen"...aber er muss es ja nicht noch über etliche Seiten hinweg wiederholen...
Eben doch. Damit du dich genauso langweilst wie der Protagonist. ;) (Wär ja auch ziemlich unpassend einfach grundlos mitten im Buch damit aufzuhören.) Für mich hat es schon Sinn gemacht.
Aber ich kann verstehen, dass es manchen Lesern zuviel ist. Ich bin auch nur dran geblieben, weil ich den Film schon kannte und ein Freund mir empfohlen hat, dieses "total geniale" Buch, das natürlich "viel besser ist als die Verfilmung", auch mal zu lesen.  :breitgrins:
Und ich habe mich, wie Sting es in seiner Autobiografie schreibt, "durchgebissen".
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Andreas Tombrink

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #25 am: 09. Januar 2011, 20:53:11 »


durchbeissen ist vielleicht das richtige STichwort.......durchbeissen durch ne knochenharte schlechtschmeckende schimmelige Butterbrotsstulle....

Den Film fand ich übrigens wesentlich besser. Einer der wenigen Filme, die ich letztendlich besser finde als das Buch.
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Tasha

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #26 am: 10. Januar 2011, 01:07:05 »


durchbeissen ist vielleicht das richtige STichwort.......durchbeissen durch ne knochenharte schlechtschmeckende schimmelige Butterbrotsstulle....
Naja, ich würde es dann eher mit etwas Unappetitlichem, jedoch Gesundem gleichsetzen wollen.
Wenn du jetzt schon mit Essensmetaphern kommst... :D
Aber ich kanns verstehen. Ich werde das Buch will nicht nochmal lesen (können).


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dubh

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #27 am: 10. Januar 2011, 17:37:36 »

Den Film fand ich übrigens wesentlich besser. Einer der wenigen Filme, die ich letztendlich besser finde als das Buch.

Geht mir genauso! Was unter anderem - aber vor allem :zwinker: - an Christian Bale liegen dürfte. :breitgrins:
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Ankali

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #28 am: 11. Januar 2011, 00:25:55 »

ohja, Christian Bale ist nicht nur was fuers Auge sondern definitiv ein guter Schauspieler.
Allerdings fand ich das Buch doch besser, klar, war langweilig und schwer zu lesen aber genau darum gehts ja auch.

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Andreas Tombrink

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Re: Bret Easton Ellis - American Psycho
« Antwort #29 am: 12. Januar 2011, 00:28:51 »


Tasha schrieb: "ohja, Christian Bale ist nicht nur was fuers Auge sondern definitiv ein guter Schauspieler."

OK...als "Mann" müsste ich jetzt mit Pamela Anderson kontern....aber die Bücher von "Baywatch" (falls es welche gibt) sind wahrscheinlich nicht wirklich gut....
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