Hallo liebe Leseratten,
dann will ich es auch mal versuchen.
Es ist die Geschichte der jungen, wohlbehüteten Muslimin Nasrin. Wunschlos glücklich inmitten eines schillernden, goldenen Palastes wird ihr Leben, vor allem aber auch ihr Denken nach und nach auf den Kopf gestellt, als ihr Vater eines Tages einen christlichen Sklaven vom Sultan höchstpersönlich geschenkt bekommt. Dieser Sklave, der Kreuzritter Bernhard von Markward besticht durch seinen Stolz und seinen Mut und rührt somit an den eingeprägten Vorstellungen Nasrins. Diese kommt nicht umhin, sich selbst ihre eigene Faszination, an diesem Andersgläubigen, einzugestehen.
Während ein grauenhaftes Schicksal ihre Familie heimsucht, begreift sie nach und nach, dass dieser ungläubige Sklave mehr für sie ist, als sie sich einzugestehen bereit ist. Und auch sie scheint diesem Fremden nicht gleich zu sein. Doch sie ist bereits versprochen. Versprochen an einen Hauptmann, dessen kalte Seele Nasrin in Angst und Schrecken versetzt.
Zeitgleich stehen plötzlich die Truppen Richard von Löwenherz vor den Toren Akkons. Ein Krieg entbrennt, dessen Ausgang und Folgen vielleicht das Zünglein an der Waage sein könnte.
Rasant und jederzeit packend geschrieben, verwandelte Cornelia Kempf hier in ihrem so farbenprächtigen Buch, ihre Charaktere in sehr lebendige und wandlungsfähige Figuren. Menschen die zum Teil so liebevoll gezeichnet waren, dass es so richtig warmherzig wirken konnte, als stünde man mitten drin. Genauso schillernd wie düster konnte mich dieser Roman von der ersten Seite in seinen Bann ziehen und ließ mich auch zwischendurch nie mehr richtig los. Besonders Nasrin, ihre Sturköpfigkeit aber auch ihre Perspektive auf den zuvor so abgeurteilten Ungläubigen hatte es mir hier sehr angetan.
Überhaupt hat die Autorin es hier geschafft, innerhalb dieses gelungenen historischen Romans, inmitten des Damaskus des zwölften Jahrhunderts, die prekäre Problematik zwischen den beiden großen Religionen wunderbar zu erörtern. So wurden hier überaus logisch erscheinende Vorurteile und Bedenken zueinander auf spannend-amüsante Weise unter die Lupe genommen, ohne einen erhobenen Zeigefinger auch nur erahnen zu können. Geschickt und wunderbar zu lesen brachte Cornelia Kempf es fertig, gezielt gesetzte Spannungsmomente mit spritzig-amüsanten Dialogen zu kombinieren, die mir sehr häufig ein wohliges Schmunzeln entlocken konnten. Diese Dialoge waren manchmal einfach zum Schießen gut.
Kurz: Ein tolles Buch, welches sich prima vom Fleck weg lesen lässt und dabei eine Thematik in den Vordergrund zu schieben vermag, dessen Aktualität uns auch heute immer wieder begegnet.
Für mich ein absoluter Buchtipp für alle, die leicht und flockig, auch einmal ein ernstes Thema von einer anderen Seite betrachten möchten.
Deshalb:

Liebe Grüssle
Marion