Das Buch musste bis zum SLW 2009 warten, aber hier ist nun meine Rezi:
Klappentext
Aufrecht und voller Mut ist sie zum Inbegriff der Heldin geworden. Auch nach so vielen Jahrhunderten fasziniert die Geschichte des Bauernmädchens noch immer, das Frankreich in den Kampf um die Freiheit führte und schließlich auf dem Scheiterhaufen landete. Es hat andere Soldaten, Mystikerinnen, Anführer und Patrioten gegeben, andere Frauen mit starkem Charakter, doch Johanna von Orléans war all dies in einer Person.
Inhalt
Im Jahr 1425 hört die junge Johanna Stimmen von Heiligen, die von Gott zu ihr gesandt wurden und sie motivieren, das französische Heer gegen die Engländer zu führen, um die Belagerung verschiedener Städte zu beenden und danach den Dauphin Karl zur Krönung zu führen. Nachdem sie sich erst einmal an höchster Stelle Gehör und Unterstützung verschafft hat, zieht sie in die Schlacht, bis sie schließlich gefangen genommen, verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird..
Die Geschichte der Jeanne d'Arc war mir in den wesentlichen Punkten bekannt, über die Person selbst wusste ich allerdings so gut wie nichts. Dem wurde mit diesem Buch Abhilfe geschaffen. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, um das Leben der jungen Frau, ihre Gedankengänge und Erscheinungen zu beschreiben. Das fröhliche Mädchen wandelte sich mit der Herausforderung in eine resolute und zielstrebige Frau, die alle Mittel ausschöpfte, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Sie schreckte nicht davor zurück, Männerkleidung zu tragen, was damals von kirchlicher Seite verboten war, stieg sogar in eine Ritterrüstung und stellte sich dem Kampf an der Seite der Truppen. Obwohl sie manchmal regelrecht unbeherrscht und impulsiv erschien, traf sie doch unbeirrt die richtigen Entscheidungen. Ihre ganze Kraft und ihren Glauben zog sie aus der Unterstützung ihrer göttlichen Ratgeber, aber sie begann auch schnell zu zweifeln, wenn sich diese einmal nicht zeigten. Trotzdem versuchte sie immer, ihre Aufgabe zu erfüllen, obwohl sie wusste, dass ihr nicht viel Zeit gegeben war.
Ihre Recherchen hat Pamela Marcantel auf historische Prozessakten gestützt, in denen zahlreiche Augenzeugenberichte enthalten sind, so dass ein relativ genaues Bild von Johanna gezeichnet werden konnte.
Das Buch ist sehr ausführlich geschrieben, manchmal sogar zu ausführlich, wie vor allem über die Gerichtsverhandlung. Die vielen Namen machen es fast unmöglich, das Buch für längere Zeit beiseite zu legen, ohne die einzelnen Personen und ihre Tätigkeiten zu verwechseln. Sollte ich das Buch nochmals lesen, werde ich mir auf jeden Fall ein Personenregister anlegen

. Die Autorin macht es dem Leser leicht, sich in Johanna und ihre Beweggründe hinein zu versetzen, indem sie die Siege und Niederlagen – nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch auf menschlicher Ebene – sehr emotional, intensiv und realistisch schildert. Dennoch fehlte das gewisse Etwas, das das Buch zum Pageturner machte.

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