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Autor Thema: [Comic] Marjane Satrapi - Persepolis: Eine Kindheit im Iran  (Gelesen 4185 mal)

Dani

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Antw:[Comic] Marjane Satrapi - Persepolis
« Antwort #15 am: 08. November 2009, 11:12:32 »

Achso, dann ist ja gut. Danke für die Info! :smile:
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Dani

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Antw:[Comic] Marjane Satrapi - Persepolis
« Antwort #16 am: 12. November 2009, 09:28:27 »

Ich habe gestern den ersten Band von "Persepolis" auf Deutsch beendet (der Inhalt entspricht Bd. 1 und 2 der frz. Ausgabe).



Meine Meinung:
Marjanes Geschichte hat mich schon nach wenigen Seiten in ihren Bann gezogen. Ich habe mitgefühlt, geschmunzelt, gelacht und auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Und ich war beeindruckt von der Person Marjanes, die zwar zu Beginn noch kindlich und etwas naiv ist, aber dennoch immer ihren eigenen Weg geht.
Marjane erzählt einerseits ihre Geschichte von ihrem 10. bis zu ihrem 14. Lebensjahr, andererseits aber auch die Geschichte ihres Landes, ausgehend von der Islamischen Revolution 1979. Ich muss zugeben, dass ich überhaupt nicht bewandert bin in iranischer Geschichte, deshalb waren die historischen Informationen für mich oft neu. Da aber alles aus der Sicht eines Kindes beschrieben wird, war es auch für mich als komplett Ahnungslose gut verständlich. Ausserdem werden die historischen Hintergründe nie auf belehrende Art mitgeteilt, sondern meist mit einem kleinen Schuss Ironie.
Satrapis Zeichnungen sind sehr einfach gehalten, die Figuren sind in ihrer Mimik aber trotzdem erstaunlich ausdrucksstark. Es tauchen viele Nebenfiguren auf und mit ihnen viele kleine tragische Geschichten, die ihre Spuren in Marjanes Leben hinterlassen, die aber auch einiges über die Geschichte des Landes aussagen. Mich persönlich hat jede einzelne dieser Geschichten sehr berührt. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Teil, den ich mir so bald wie möglich ausleihen werde.

Ich schliesse mich  Wendys Bewertung an:
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Dani

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Antw:[Comic] Marjane Satrapi - Persepolis
« Antwort #17 am: 18. November 2009, 11:40:34 »

Ich habe nun auch den zweiten Band von "Persepolis" beendet (wiederum auf Deutsch, d.h. auf französisch wären das der 3. und 4. Band).



Meine Gedanken zum zweiten Band:
Ich war zu Beginn des zweiten Bands nicht ganz so begeistert wie noch beim ersten. Das liegt vermutlich daran, dass die Erzählweise, die Art der Zeichnungen usw. nun nichts Neues mehr für mich waren. Ausserdem fehlten im zweiten Band die kleinen dramatischen Episoden verschiedener Nebenfiguren, die mich im ersten Band so berührt, aber auch mit einem bedrückenden Gefühl zurückgelassen hatten. Trotzdem hat mich Marjanes Geschichte wieder komplett "eingesogen" und ich habe den Band nur deshalb nicht an einem Abend durchgelesen, weil ich irgendwann einfach zu müde war um weiter zu lesen.  :zwinker:
Marjane ist nun, zu Beginn des zweiten Teils, in Wien und erlebt dort die Pubertät in all ihren Facetten: Liebe, Drogen, Rebellion, Freundschaft... Und doch ist ihre Pubertät anders als diejenigen ihrer Freunde. Sie fühlt sich nämlich alleine, fern von ihrer Familie, und obwohl sie unter der repressiven Stimmung im Iran gelitten hat, kann sie sich auch im "fortschrittlichen" Europa nicht so recht wohlfühlen. Hier ist sie nämlich plötzlich eine "Drittweltländerin", eine die den Krieg miterlebt hat, von dessen Schrecken ihre Freunde nur eine vage Ahnung haben können. Ihre Zeit in Wien ist deshalb auch ein einziger Absturz, der damit endet, dass sie wieder in den Iran zurück muss, um nicht komplett kaputt zu gehen. Im Iran ist aber nicht einfach alles wieder beim Alten. Denn Marjane muss sich erst wieder an Kopftuchzwang und die Allgegenwart von Krieg und Tod gewöhnen. Und so verfällt sie in eine Depression, aus der sie aber zum Glück wieder heraus findet. Sie findet ihren Weg und wird eine selbstbewusste, kämpferische Frau. Und doch merkt sie, dass sie im Iran nicht leben kann - und so sucht sie sich schlussendlich eine neue Heimat...
Der zweite Teil der Geschichte ist meiner Meinung nach viel persönlicher als der erste. Er handelt weniger von der iranischen Geschichte, sondern vielmehr von Marjane selbst, von ihrer Zerrissenheit und ihrer Identitätskrise. Ihre Geschichte steht aber sicher auch stellvertretend für die Lage vieler iranischer Frauen, die unter Unterdrückung leiden müssen. Ich war auch von diesem Band schwer beeindruckt, aber weil mir hier ein kleines bisschen die erzählerische Spannung und Dramatik des ersten Teils gefehlt hat, vergebe ich

 4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:
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Kirsten

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[Comic] Marjane Satrapi - Persepolis: eine Kindheit im Iran
« Antwort #18 am: 31. Januar 2012, 14:42:40 »



Inhalt
Als 1979 der Schah gestürzt wird feiern Marjanes Eltern dieses Ereignis. Aber bald müssen sie erleben, wie Frauen und Mädchen Kopftücher aufgezwungen werden und wie kleine Jungen in den Krieg geschickt werden. Was für Marjane anfangs eine aufregende Sache, fast noch ein Spiel war wird auch für sie bald ernst. Sie muss erleben wie ihr geliebter Onkel ins Gefängnis kommt, wie ihre Freunde einer nach dem anderen das Land verlassen und wie schließlich die ersten Bomben in ihrer Straße fallen. Ihre Eltern sehen letztendlich keinen anderen Ausweg als das Mädchen außer Landes zu schicken.

Meine Meinung
Persepolis zeigt die Ereignisse im Iran aus der Sicht eines kleinen Mädchens, später eines Teenagers. Die Bilder und die Sprache sind einfach, aber das macht meiner Meinung nach die Aussage umso deutlicher. Anfangs versteht Marjane noch nicht alles, was sie hört oder erlebt. Dafür versteht es der Leser umso besser. Später weiß sie dann mehr als durch die Bilder erzählt wird. So wirkt es als ob sie mir ihre Geschichte erzählt und nicht als ob ich sie lesen würde.
3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße
Kirsten
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Kirsten

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Re: [Comic] Marjane Satrapi - Persepolis: Jugendjahre
« Antwort #19 am: Gestern um 15:04:23 »



Der zweite Band hat mich mehr berührt als der erste. Marjane ist mittlerweile eine junge Frau und ich konnte mich besser in sie hineinversetzen als in das Kind. Mit ihrem Umzug nach Wien gibt sie einen großen Teil ihrer Identität auf und kann ihn auch nicht wiederfinden, als sie in den Iran zurückkehrt. Vieles hat sich dort verändert. Diese Veränderungen hat sie nicht miterlebt, sondern sieht nach ihrer Rückkehr nur die Ergebnisse. Sie braucht lange, bis sie ihren Weg findet.

Ich bin wie im erstenTeil auch fasziniert von Marjanes Eltern. Die beiden lassen ihrer Tochter viele Freiheiten. Darunter auch die Freiheit, Fehler zu machen. Solche Eltern wünscht sich jeder Teenager und junger Mensch. Trotzdem braucht Marjane lange, um zu würdigen was ihre Eltern für sie tun. Sie ist lange Zeit mit ihren eigenen Problemen so beschäftigt dass sie das nicht bemerkt. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was ihre Eltern durchgemacht haben als sie ihre "wilde Zeit" hatte. Am Ende steht wieder ein Abschied, Marjane geht nach Frankreich. Aber diesmal weiß ich als Leser, wie es mit ihre weitergeht, denn schließlich habe ich ihre Comics gelesen :zwinker:
4ratten

Liebe Grüße
Kirsten
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