Ich habe nun auch den zweiten Band von "Persepolis" beendet (wiederum auf Deutsch, d.h. auf französisch wären das der 3. und 4. Band).

Meine Gedanken zum zweiten Band:Ich war zu Beginn des zweiten Bands nicht ganz so begeistert wie noch beim ersten. Das liegt vermutlich daran, dass die Erzählweise, die Art der Zeichnungen usw. nun nichts Neues mehr für mich waren. Ausserdem fehlten im zweiten Band die kleinen dramatischen Episoden verschiedener Nebenfiguren, die mich im ersten Band so berührt, aber auch mit einem bedrückenden Gefühl zurückgelassen hatten. Trotzdem hat mich Marjanes Geschichte wieder komplett "eingesogen" und ich habe den Band nur deshalb nicht an einem Abend durchgelesen, weil ich irgendwann einfach zu müde war um weiter zu lesen.

Marjane ist nun, zu Beginn des zweiten Teils, in Wien und erlebt dort die Pubertät in all ihren Facetten: Liebe, Drogen, Rebellion, Freundschaft... Und doch ist ihre Pubertät anders als diejenigen ihrer Freunde. Sie fühlt sich nämlich alleine, fern von ihrer Familie, und obwohl sie unter der repressiven Stimmung im Iran gelitten hat, kann sie sich auch im "fortschrittlichen" Europa nicht so recht wohlfühlen. Hier ist sie nämlich plötzlich eine "Drittweltländerin", eine die den Krieg miterlebt hat, von dessen Schrecken ihre Freunde nur eine vage Ahnung haben können. Ihre Zeit in Wien ist deshalb auch ein einziger Absturz, der damit endet, dass sie wieder in den Iran zurück muss, um nicht komplett kaputt zu gehen. Im Iran ist aber nicht einfach alles wieder beim Alten. Denn Marjane muss sich erst wieder an Kopftuchzwang und die Allgegenwart von Krieg und Tod gewöhnen. Und so verfällt sie in eine Depression, aus der sie aber zum Glück wieder heraus findet. Sie findet ihren Weg und wird eine selbstbewusste, kämpferische Frau. Und doch merkt sie, dass sie im Iran nicht leben kann - und so sucht sie sich schlussendlich eine neue Heimat...
Der zweite Teil der Geschichte ist meiner Meinung nach viel persönlicher als der erste. Er handelt weniger von der iranischen Geschichte, sondern vielmehr von Marjane selbst, von ihrer Zerrissenheit und ihrer Identitätskrise. Ihre Geschichte steht aber sicher auch stellvertretend für die Lage vieler iranischer Frauen, die unter Unterdrückung leiden müssen. Ich war auch von diesem Band schwer beeindruckt, aber weil mir hier ein kleines bisschen die erzählerische Spannung und Dramatik des ersten Teils gefehlt hat, vergebe ich

und
