Charles Dickens - Hard Times

Zum Inhalt: Erzählt wird die Geschichte mehrer Menschen in einer fiktiven Stadt mit dem bezeichnenden Namen "Coketown". So wie die Stadt heisst, ist sie auch: grau, dominiert von Kohle und Webereien. Die Schule wird von Mister Gradgrind geleitet, ein überzeugter Utilitarist, der alles nach Fakten beurteilt und seine Entscheidungen rein nach diesen fällt. Gefühle oder gar Phantasie hält er für völlig fehl am Platz, was sowohl seine Schüler als auch seine Kinder zu spüren bekommen. Da ist "Sissy" Cecilia Jupe, ein Zirkuskind, dass nach dem Verschwinden ihres Vaters von Gradgrind als Mündel aufgenommen ist. Sie verlässt die Schule nach kurzer Zeit, um sich um die kränkliche Mrs. Gradgrind und die drei jüngeren Kinder zu kümmern. Die beiden älteren Kinder, Louisa und Tom, sind zu diesem Zeitpunkt schon älter. Tom soll bei Gradgrind's Freund Mr. Bounderby in die Lehre gehen, einem Unternehmer, der nichts lieber tut, als anderen zu erzählen, wie er sich allein als Gossenkind durchgeschlagen hat, bis er zu seinem jetztigen Reichtum kam. Er findet Gefallen an der wesentlich jüngeren Louisa, die ihn dann auch heiratet, da sie glaubt, auch Tom so nahe zu sein und ihm helfen zu können. Sehr zum Missfallen von Mrs. Sparsit, einer Witwe adliger Abstammung, die Bounderby als Hausdame unterstützt. Auf der anderen Seite der Gesellschaft steht vor allem "Old Stephen", ein Arbeiter in Bounderby's Weberei, der grundehrlich und anständig ist, aber vom Schicksal immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt, angefangen bei seiner trinkenden Frau und der Unmöglichkeit der Scheidung zur damaligen Zeit. Er steht zwischen den Fronten, die von Mr. Bounderby einerseits und der sich bildenden Gewerkschaft andererseits, gebildet werden. Als dann auch noch der Abgeordnete Mr. Harthouse auftaucht, der Louisa den Hof macht, und die geheimnisvolle Mrs. Pengler, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Meine Meinung: Vom erzählerischen Gesichtspunkt her, gefällt mir der Roman ausserordentlich gut. Die Gesellschaft zur Zeit der Instustrialisierung wird sehr gut beschrieben, die Tristesse in Coketown und die Unterschiede zwischen den Arbeitern und der Mittel- und Oberschicht werden wunderbar herausgestellt. Besonders die Protagonisten werden sehr detailliert und lebendig beschrieben. Sprachlich gefällt mir Dickens mit seinem verschachtelten Sätzen unheimlich gut. Die englische Ausgabe lohnt sicherlich, allerdings sollte man sich vorher darüber im Klaren sein, dass besonders Stephen starken Dialekt spricht, der nicht einfach zu lesen ist.
Soviel zum Positiven, nun zu meinem Problemen mit dem Buch. Insgesamt wird mir hier einfach zu viel die Moralkeule hervorgeholt, was zum Teil einfach zu übertrieben wirkt. Die "Bösen" sind ganz klar die Utilitaristen (Bounderby ist zusätzlich ein Ausbeuter), die im Verlauf des Buchs ziemlich eindeutig bestraft werden und als Verlierer hervorgehen. Die "Guten" sind vor allem die Unterdrückten und Phantasievollen wie Stephen und Sissy, wobei man Dickens zumindest zu Gute halten muss, dass diese nicht als eindeutige Gewinner hervorgehen, sondern zum Teil der tragische Geschichten haben. Nichtsdestotrotz war mit die Rollenverteilung einfach zu einseitig und von vornherein zu durchsichtig. Da hätte man einfach noch mehr draus machen können. Den Anfang des Buchs fand ich auch etwas zäh, was sich hinterher aber gegeben hat.
Da das Buch insgesamt aber sehr lesenswert ist, vergebe ich trotz der Schwächen
