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Autor Thema: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas  (Gelesen 1246 mal)

Wendy

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Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« am: 06. Mai 2007, 15:34:52 »

Hallihallo!  :winken:

Endlich komme ich dazu, auch eine Rezi zu meinem zweiten SWB-Buch zu schreiben. Leider fällt meine Bewertung diesmal nicht so rosig aus.



Inhalt (von Amazon)
Ein journalistischer Auftrag, bei dem Raoul Duke von seinem Anwalt Dr. Gonzo begleitet wird, führt zu einem unglaublichen Trip, der eine ganze Generation geprägt hat. Mit Johnny Depp und Benicio Del Toro von Terry Gilliam kongenial verfilmt, bleibt Hunter S. Thompsons schonungslose Beschreibung des Drogenkonsums und der radikalen Freiheitssuche der 60er bis heute unerreicht.

Meine Meinung:
Ich hatte wirklich große Erwartungen an dieses Buch. Freunde schwärmen vom Film, andere vom Buch, wieder andere meinen, er sei doch toll, dieser Gonzo-Journalismus, und es macht doch Spaß, über einen so durchgeknallten Drogentrip zu lesen. Mich hat das ganze allerdings nur einge Kapitel lang bei Laune gehalten. Irgendwann wird der Mangel an Handlung doch auffällig und nicht mal die drogenbedingten Halluzinationen von Thompson und seinem Anwalt machen dann noch wirklich Spaß.
Ab der Hälfte des Buches habe ich mich eigentlich nur noch gelangweilt, denn bis auf eine oder zwei lustige Szenen (zB die Flucht mit dem Auto vor der Polizei) kam da nicht mehr viel. Schade eigentlich, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und werde mir bei Gelegenheit mal den Film mit Johnny Depp ansehen. Vielleicht ist der ja mehr mein Fall. Von Hunter S. Thompson habe ich momentan aber genug.

 1ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
« Letzte Änderung: 06. Mai 2007, 21:50:37 von Wendy »
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Nachttraum

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #1 am: 06. Mai 2007, 15:48:15 »

Hallo Wendy!
Das Buch kenne ich noch nicht und werde das wohl nach Deiner Beschreibung auch erstmal dabei belassen. Der Film ist allerdings wirklich herrlich!
Ich bin nicht sehr gut in den Beschreibungen von Filmen und lasse das jetzt lieber,
wünsche Dir aber genauso viel Spaß wie mir bei diesem Film!
lg.,
n.
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Polkadot

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #2 am: 30. Januar 2008, 00:15:17 »

Huhu!
Ich hab Angst und Schrecken in Las Vegas gestern fertig gelesen und mir hat es ziemlich gut gefallen. Stimmt schon, dass es nach den ersten Seiten ein bisschen abflaut, da man praktisch mitten in einem Drogentrip einsteigt und danach auch mal eine paar mehr oder weniger nüchterne Momente folgen. Trotzdem fand ich das Buch bis zum Schluss unterhaltsam. Zwischendurch kamen immer mal wieder Szenen, bei denen ich kichern musste, z.B. die mit der Jesus-Fanatikerin oder der Autojagd.
Abschließend würde ich sagen: Wenn man seine Erawrtungen nicht ins Unermessliche schraubt, kann man durchaus ein paar unterhaltsame Stunden mit Raoul Duke und Dr. Gonzo verbringen. Aus meiner Sicht aber kein Buch, das man gelesen haben muss.

 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

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kathchen

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #3 am: 30. Januar 2008, 21:28:26 »

Ich kenne nur den Film. Ich musste ihn mir ansehen, weil mein Schatz den soo toll findet - naja gut, wenigstens spielt Johnny Depp mit  :breitgrins:
Aber ehrlich gesagt, hab ich mich bei dem Film doch sehr gelangweilt...gut, ab und zu kamen mal ein paar witzige Stellen, aber im großen und ganzen...nee, den seh ich kein zweites mal.
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Polkadot

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #4 am: 30. Januar 2008, 22:44:20 »

Ich glaube, man braucht schon eine kleine Affinität für abgedrehte (Drogen)stories. Und ich würde es eher als Männer denn als Frauen-Buch einschätzen. Wobei ich da jetzt keine Geschlechtergrenzen ziehen will. Ich fand es durchaus unterhaltsam für zwischendurch.

 :winken:
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chil

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #5 am: 05. Februar 2008, 09:53:57 »

Hm, ich habs auch auf meinem SUB liegen und bin jetzt erst recht neugierig darauf. Sind denn die anderen Bücher von ihm besser (an diejenigen, die Fear and Loathing schlecht fanden)?
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Juggalette

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #6 am: 15. Februar 2008, 15:08:13 »

Innerhalb von fünf Stunden habe ich dieses Buch gelesen. Das war nicht geplant, doch dieser Schreibstil, der „Gonzo-Journalismus“, hat mich so gepackt, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Bei manchen unzensierten und hemmungslosen Beschreibungen des Geschehens, die mit so viel Sarkasmus gespickt sind, bin ich fast von der Couch gefallen vor Lachen…
Aber ich wurde auch zum Nachdenken angeregt. Leider bin ich zu jung und habe die amerikanischen 60er Jahre in ihrer Blüte nicht miterlebt, sodass ich nachempfinden könnte wie es wirklich ist, als ein „Überrest“ einer vergangenen Generation zu existieren und den „amerikanischen Traum“ zu suchen – aber ich habe einen ungetrübten, schonungslosen Einblick der damaligen Zeit (zumindest von Las Vegas) bekommen.

Doch ich muss auch zugeben, dass ich stellenweise verwirrt war, weil ich manche Textpassagen nicht ganz verstanden habe. Aber wenn man bedenkt, dass ich eben nicht unter dem Einfluss von diversen Drogen stehe und einfach zu nüchtern bin um manche Gedankengänge nachvollziehen zu können (falls man das überhaupt kann ;)), ist dieser Makel auch verzeihbar.

Ich glaube es passiert mir zum ersten Mal, dass ich ein Buch und den dazugehörigen Film (den ich liebe) als „gleich gut“ befinde. Natürlich wurden im Film einige Textpassagen weggelassen, aber dafür wurde der Rest fast 1:1 übernommen. ;) Einfach herrlich!!
Ich traue mich sogar zu behaupten: Wer den Film mag – mag auch das Buch! Wer das Buch mag – mag auch den Film!

 
Ich glaube, man braucht schon eine kleine Affinität für abgedrehte (Drogen)stories. Und ich würde es eher als Männer denn als Frauen-Buch einschätzen. Wobei ich da jetzt keine Geschlechtergrenzen ziehen will. Ich fand es durchaus unterhaltsam für zwischendurch.

Ich glaube auch, dass ein gewisses Interesse oder Verständnis vorhanden sein sollte um diese Art von Lektüre genießen zu können – denn abgedreht ist sie auf alle Fälle! ;)

Jedoch glaube ich nicht, dass Angst und Schrecken in Las Vegas ein „Männer-Buch“ ist – falls doch bin ich gerne die Ausnahme der Regel! :breitgrins:

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Wendy

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #7 am: 15. Februar 2008, 18:17:33 »

Ich glaube es passiert mir zum ersten Mal, dass ich ein Buch und den dazugehörigen Film (den ich liebe) als „gleich gut“ befinde. Natürlich wurden im Film einige Textpassagen weggelassen, aber dafür wurde der Rest fast 1:1 übernommen. ;) Einfach herrlich!!
Ich traue mich sogar zu behaupten: Wer den Film mag – mag auch das Buch! Wer das Buch mag – mag auch den Film!

Ich habe mir den Film erst nach der Lektüre des Buches angesehen und fand den irgendwie viel besser. :confused: Frag mich nicht warum. Vielleicht lag es an Johnny Depp ( :breitgrins:), aber obwohl es stimmt, dass die Handlung praktisch identisch ist, ist mir das Buch zeitweise ziemlich auf die Nerven gegangen. Der Film war aber so schön schräg und bunt und verrückt, dass er richtig Spaß gemacht hat.

Liebe Grüße,
Wendy
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Juggalette

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #8 am: 15. Februar 2008, 19:28:38 »

Ich habe mir den Film erst nach der Lektüre des Buches angesehen und fand den irgendwie viel besser. :confused: Frag mich nicht warum. Vielleicht lag es an Johnny Depp ( :breitgrins:), aber obwohl es stimmt, dass die Handlung praktisch identisch ist, ist mir das Buch zeitweise ziemlich auf die Nerven gegangen. Der Film war aber so schön schräg und bunt und verrückt, dass er richtig Spaß gemacht hat.
Das es an Johnny Depp liegen könnte wäre einleuchtend! :elch:

Ich hab nochmals darüber nachgedacht: Vielleicht hat mir das Buch auch deswegen so gut gefallen, weil ich ja vom Film her wusste worum es geht und wie Thompson und sein Anwalt drauf sind. Also das ich im Hinterkopf hatte wie sie reden, was sie reden, was sie machen, wie die Drogen wirken, etc.
Ich kann mir schon vorstellen, dass es jemanden, der den Film nicht im Hinterkopf hat, schwerer fällt sich in die Geschichte einzulesen und das sich der dann nur denkt "what the hell..?!"

Also ich würde dem Buch noch eine Chance geben! :)

Lg :blume:
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geronemo

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #9 am: 28. Februar 2008, 11:23:28 »

Hallo Leute jenseits von Las Vegas,
seinerzeit, zur Zeit, als das Buch bei 2001 rauskam, war es ein echter Hammer. Wir haben es rumgereicht, gelesen, uns darüber schlapp gelacht und es war gewissermaßen wirklich Ausdruck einer Zeit der Rebellion, von der heute kaum noch was zu spüren ist. Im Gegenteil die biedermeierliche Restauration in der wir momentan versinken, ich seh das an meinen eigenen Kindern, bringt für unsere damalige Durchgeknalltheit kaum noch Verständnis auf. Was damals wichtig war, war die Grundhaltung (das hatte nicht unbedingt nur mit Drogen zu tun, obwohl die durchaus mit hineinspielten) hemmungslos auf alle Autoritäten, vor allem auf die Ordnungshüter, um es Neudeutsch zu formulieren, zu pfeifen. Es gab gewissermaßen eine offene, zur Zukunft offene, Gegenwelt, die mehr bot als das, was die Generation vor uns uns als Perspektive bot und vorgelebt hatte (das waren die alten Sekundärtugenden wie Pflicht, Gehorsam und dergleichen, und das bei dem Nazi-Hintergrund, Kotz, Würg) Darauf wurde von uns seinerzeit einer und noch einer gelassen. Über allen Wipfeln war gewissermaßen was los, und wer sich nicht an diesem Aufbruch zu neuen Ufern beteiligte, war selber schuld. Das Ganze war natürlich auch äußerst fragil und wie jeder euphorisierten Phase folgte der Katzenjammer des Deutschen Herbstes 77 nach und damit war's dann vorbei.
Ich jedenfalls möchte die Zeiten von Fear and Loathing in Las Vegas jedenfalls nicht missen.

Man kann Bücher nicht nur nach seinen eigenen Bauchgefühlen (identifikatiorisch) beurteilen. Bücher wie Fear und Loathing in Las Vegas haben eine eigene Rezeptionsgeschichte, sind Ausdruck einer heute vergangenen Zeit und bedürfen von daher wohl heute einer eher reflektierenden Lektüre. Ich kann den Werther (den ersten europäischen Bestseller) auch nicht als zeitloses Dokument allein würdigen. Etwas Hintergrundwissen gehört schon dazu.

Aber genug gegonzt

geronemo
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mondpilz

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Re: Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #10 am: 02. April 2008, 09:17:25 »

Hallo zusammen,

ich habe auch zuerst den Film gesehen und das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich das Buch überhaupt noch zu Ende gelesen habe. Es gibt schon sehr amüsante Szenen ("Wir können hier nicht halten. Wir sind in Fledermausland."), die aber v.a. dadurch so amüsant wurden, dass ich Johnny Depp in meinem Kopf hatte (in diesem Fall mit Fliegenklatsche). Für meinen Geschmack ist die Aussage - wenn es eine solche überhaupt wirklich gibt - für ein Buch zu nichtssagend, bzw. nicht vorhanden; beim Film hingegen stört das nicht, man ist einfach nur beeindruckt von einem fabelhaften Johnny Depp und den schrägen Halluzinationen.
Für mich ist das ein klassisches Beispiel, wo man mit mittelmäßigem Stoff (also dem Buch), aber brillanter Schauspielerei einen genialen Film gemacht hat.

lg,

mondpilz
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Demgemäß wird man, im Ganzen, finden, dass Jeder in dem Maße gesellig ist, wie er geistig arm und überhaupt gemein ist.

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Antw:Hunter S. Thompson - Fear and Loathing in Las Vegas
« Antwort #11 am: 03. November 2009, 18:52:55 »

Hier meine Meinung

Sportjournalist Raoul Duke und sein Anwalt, Dr. Gonzo, machen sich auf den Weg nach Las Vegas. Duke aka Thompson, hat den Auftrag, über das legendäre Autorennen durch die Wüste zu berichten. Eine staubige Angelegenheit und auch weit weniger spektakulär als anfangs angenommen, also muss Flüssigkeit her. Und diese natürlich nach Möglichkeit alkoholisch. Da man sich ja auch nicht nur flüssig ernähren sollte, packen die beiden auch noch Unmengen von Drogen ein. Genau genommen packen sie einfach alle Drogen ein, die es gibt.

Auf einer Art Dauertrip überstehen die beiden das Wüstenrennen mehr oder weniger gut, doch schon bald darauf müssen sich die beiden in die Höhle des Löwen begeben, als sie nämlich von der Drogenkonferenz der Polizei in Las Vegas erfahren. Sie schmuggeln sich unter hunderte Polizisten und schaffen es dennoch, irgendwie heil aus der Sache herauszukommen, ganz im Gegensatz zu ihrem Hotelzimmer und dem Auto (liebevoll „roter Hai“ getauft).

Es ist die Beschreibung eines einzigen Dauertrips, unterbrochen von ein wenig Arbeit, die aber nur eine marginale Rolle spielt, eines unbegreiflichen Lebensstils, einer wahnwitzigen Reise durch den amerikanischen Traum. Dennoch sollte man das Buch nicht unterschätzen. Es hat Tiefe und zeigt einen Protagonisten, der ständig auf der Flucht vor sich selbst ist und dabei ist, sich zeitweise selbst zu verlieren.

Zwar habe ich den Film noch nie gesehen, das muss ich aber unbedingt nachholen. Es ist ein faszinierendes Buch, das mindestens genauso witzig wie Wahn ist und ein Tempo vorlegt, dem man mit Spannung folgt. Einfach eine Empfehlung! Gonzo at his best.
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Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: N.-A. (1. April 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453401379
ISBN-13: 978-3453401372

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