Dieses Buch, das ich in schwedischer Übersetzung unter dem Titel "Kreolska riket" gelesen habe, ist auch mein Beitrag zu Angola in unserem Projekt
Wir lesen uns rund um die Welt.

Schwedisches TitelbildEinen stimmigen Klappentext zu diesem Buch zu schreiben, ist anscheinend nicht ganz einfach, denn auch der schwedische, der von einem Abenteuer- und Liebesroman sprach, erweckte nicht ganz zutreffende Vorstellungen.
In Briefen an seine Patin, die geliebte Frau und den Schriftsteller Eça den Queirós berichtet der portugiesische Abenteurer Fradique von seiner Erlebnissen in Angola und Brasilien. Kurz nach seiner Ankunft in Angola 1868 sieht er zum ersten Mal die Afrikanerin Ana Olímpia und verliebt sich in sie. Jahre später erfährt er, dass sie sich in einer furchtbaren Lebenssituation befindet und flieht mit ihr nach Brasilien, wo beide ein gemeinsames Leben aufbauen. Von Fradiques Tod erfahren wir in dem letzten, von Ana Olímpia geschriebenen Brief.
Soweit trifft die Bezechnung Abenteuer- und Liebesroman schon zu, aber die persönlichen Erlebnisse des Protagonisten treten hinter der Beschreibung des Lebens in den portugiesischen Kolonien zurück. Gezeichnet wird vor allem ein eindringliches Bild des Horrors der Sklaverei und der Arbeit einzelner dagegen.
Interessant an dem Buch ist, dass Fradique nicht irgendwer ist.
Carlos Fradique Mendes ist, so belehrt mich das Vorwort meiner schwedischen Ausgabe, eine Schöpfung von ebenjenem Eça de Queirós, an den ein Teil der Briefe gerichtet sind. Angualusa greift jene, in Portugal wohl weitbekannte Figur auf, und lässt sie in Briefen von ihrem Leben in Afrika und Brasilien berichten. Inwieweit es Agualusa gelungen ist, Persönlichkeit und Stil des Vorbildes nachzuahmen, kann ich, da ich das Original nicht kenne, nicht beurteilen. In dem letzten Brief spielt er jedenfalls auf den literarischen Ursprung seiner Figur an, was mich persönlich etwas gestört hat. Entweder man kennt Fradique und braucht diesen Hinweis nicht, oder man kennt ihn nicht und kann mit der Formulierung nichts anfangen.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nur in Teilen überzeugen. Einige gut gezeichnete Nebenpersonen werden mir sicher in Erinnerung bleiben, aber die beiden Hauptpersonen blieben eigentümlich blass. Auch die Atmosphäre vor allem Angolas war gut eingefangen und die Schrecken von Sklavenhandel und Sklavendasein waren eindringlich geschildert.
Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die verschiedenen Elemente, nämlich Abenteuer- und Liebesgeschichte auf der einen und politische und zeitgeschichtliche Darstellung auf der anderen nicht wirklich eine Einheit bildeten. Einzelne Abschnitte konnte mich faszinieren, andere erschienen mir belanglos.
Fehlendes Hintergrundwissen spielt da sicher ebenso eine Rolle wie eine zwar nicht schlechte, aber sprachlich auch nicht wirklich herausragende schwedische Übersetzung, so dass das Buch in anderer Sprache und mit größerem Wissen auf andere sicher besser wirken kann. Ich aber kann nicht mehr vergeben als
