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Autor Thema: Velma Wallis - Zwei alte Frauen  (Gelesen 2442 mal)

Struppi

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Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« am: 15. April 2007, 20:41:35 »

                                                     

Klappentext:
In einem strengen Winter hoch oben im Norden Alaskas wird ein Nomadenstamm der Athabasken von einer Hungersnot heimgesucht. Das Verlassen des Winterlagers und die Suche nach neuer Nahrung soll einen Ausweg bieten. Wie es das Stammesgesetz vorsieht, beschließt der Häuptling, zwei alte Frauen als unnütze Esser zurückzulassen. Keiner wagt es, dagegen aufzubegehren. Nicht einmal die Tochter der einen, auch sie muss sich bestürzt dem Beschluss beugen.
Als die beiden Frauen allein und verlassen in der Wildnis auf sich gestellt sind, geschieht das Erstaunliche: Statt aufzugeben, finden sie den Willen und den Mut, sich der Herausforderung zu stellen. Der anfängliche Zorn weicht dem puren Willen zu überleben. Nach und nach erinnern sie sich der Fähigkeiten, die sie früher einmal besessen hatten, die sie aber im Laufe der Jahre vergaßen, da die Jüngeren die Nahrungsbeschaffung übernahmen.

Autorin:
Velma Wallis, 1960 als eines von dreizehn Kindern in Fort Yukon, Alaska, geboren, wurde in den traditionellen Werten ihres athabaskischen Volkes erzogen. Nach dem Besuch der High-School zog sie in eine Trapperhütte und lebt dort seit zwölf Jahren allein mit ihrer Tochter wie ihre indianischen Vorfahren.
"Zwei alte Frauen" ist ihr erstes Buch, das gleich nach seinem Erscheinen 1993 den Western States Book Award erhielt.

Meinung:
In gerade mal acht kleinen Kapitel erzählt Velma Wallis die Legende der zwei alten Frauen, so wie sie von Generation zu Generation unter den Athabasken weitergetragen wurde.  Man kann sich förmlich vorstellen, wie man am Lagerfeuer sitzt und den Älteren dabei lauscht. Eine einfache, aber wirklich schöne Geschichte, die sich nicht in Nebensächlichkeiten verliert und neugierig macht, wie sie ausgeht.

 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

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schokotimmi

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #1 am: 01. Mai 2007, 13:53:52 »

Im Rahmen des Projektes "Wir lesen uns rund um die Welt" habe ich diese Buch gelesen.

Inhalt:
Ein nomadisch lebender Stamm in Alaska läßt in einem harten, lebensbedrohlichen Winter 2 alte, gebrechlich wirkende Frauen an einem Rastpunkt zurück. Die Entscheidung wird gefällt, da die Stammesführung davon ausgeht, dass die zwei alten Frauen nicht mehr lange Leben und man die verbleibenden Ressourcen so besser verteilen kann. Für die 2 alten Frauen ist dies natürlich ein Schock und beide verlieren das Vertrauen an diese Gemeinschaft. Doch wollen sie sich mit dem beschlossenen Sterben nicht abfinden - um etwas zu tun, wandern sie unter extremen Naturbedinungen einem Ort entgegen und wachsen über sich hinaus...

Meinung:
Ein kleines Büchlein mit recht großer Wirkung. In einem Wühltisch entdeckt lag es eine Weile auf meinen SUB. Im Rahmen des Projekten gelesen hat es mir doch ein paar bleibende Eindrücke vermittelt.Nun habe ich ganz andere Gedanken zum Altern und zu gebrechlichen Menschen. Einsamkeit und Versoßen sein aus der Gesellschaft machen Geist und Körper schwach, doch Lebenswille und Zugehörigkeit, aber auch gebraucht werden erzeugen ein lebenswertes Dasein auch im höheren Alter. Das Buch beschreibt eindrucksvoll, wie sich die "zwei alten Frauen" aus ihrer Gebrechlichkeit lösen und ungeahnte Körperkrafte und Willensstärke entwickeln um den Naturgewalten zu trotzen. Natürlich haben auch die beiden Alten etwas gerlent, nämlich dass ihre Kräfte bei weitem mehr vermögen als sie zu Beginn zugeben wollten. Ein Fazit der Geschichte für mich - der Mensch will gefordert werden und das in jedem Alter.
Ein schönes kleinen Büchlein was zum Nachdenken anregt - ich mag es und darum bekommt es

 4ratten

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schokotimmi
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Hittl

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #2 am: 02. Mai 2007, 10:07:31 »

Hallo, schokotimmi,
ich teile Deine Meinung zu dem Buch. Ist schon lange her, dass ichs gelesen hab. So manches Mal dachte ich, man sollte es dem einen oder andern alten Menschen schenken. Aber es gibt auch Junge, denen die Einsichten dieser Geschichte weiter helfen würden...
Grüße, Hittl
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schokotimmi

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #3 am: 07. Mai 2007, 22:18:32 »

Hallo,

ich habe überlegt es meiner Schwägerin zu leihen (verschenken möcht ich es nicht), sie arbeitet als Ergotherapeutin in einem Alterswohnheim, vielleicht kann sie für sich und ihre Bewohner etwas mitnehmen :-)

Sonnige Grüße
schokotimmi
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Aldawen

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #4 am: 08. Mai 2007, 08:09:22 »

Über das Buch bin ich jetzt schon mehrfach gestolpert und Eure Eindrücke bestätigen, daß ich es lesen sollte  :smile:

Schönen Gruß,
Aldawen
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gretchen

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #5 am: 13. Mai 2007, 13:53:19 »

Hallole,

ich glaube, ich sollte dieses Buch meinen Kinderlein schenken mit dem Hinweis, dass man soooo mit alten, oder sagen wir mal älteren, Leuten nicht umgeht.......... :zwinker:


....tja, so ist das halt, die Alten sind halt doch zäher als manche denken.......


nicht so ganz ernstgemeinte Grüße  :redface:

gretchen
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Portia

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #6 am: 14. Mai 2007, 00:42:52 »

ich glaube, ich sollte dieses Buch meinen Kinderlein schenken


Ich warte... :schmetterling:
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gretchen

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #7 am: 14. Mai 2007, 22:09:00 »

Hallole Portia,

vielleicht zum Geburrrrtsendag ??????  :rollen:

schönen Abend.....
               
gretchen  :belehrerin:
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Annabas

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #8 am: 14. November 2008, 23:18:35 »

Hallo miteinander,

ich habe das Buch heute während einer Zugfahrt in einem Rutsch gelesen, und die Zeit war wie im Flug vergangen.

Gleich im ersten Kapitel fällt der schönste Satz des Buches: "Und deshalb, meine Freundin, sage ich, wenn wir denn sterben müssen, so lass uns handelnd sterben und nicht im Sitzen." Wallis beschreibt wunderbar, wie die beiden alten Frauen ihre Gebrechlichkeit überwinden und sich an ihre Stärken erinnern. Sie werden wieder zu geschickten Jägerinnen und schaffen es, in einer feindlichen Natur zu überleben. Und nicht nur das, am Ende können sie sogar dem Stamm, der sie zurück gelassen hat, helfen.
Eine sehr schöne Geschichte von Stärke und Versöhnung.  :tipp:

Grüße von Annabas  :winken:
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finsbury

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #9 am: 15. November 2008, 10:56:20 »

Hallo Annabas,

eine schöne Erinnerung!
Ich las das Buch vor Jahren und fand es auch sehr gut. Es zeigt nicht die Unbarmherzigkeit des Stammes, sondern seine althergebrachten Überlebensstrategien für die Gemeinschaft. Umso anrührender ist es, wie es den zwei alten Frauen gelingt, dennoch diesen traditonellen Determinismen ein Schnippchen zu schlagen!

HG
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Doris

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Re: Velma Wallis - Zwei alte Frauen
« Antwort #10 am: 17. Februar 2009, 22:21:14 »

Dieses Buch hat mir mein Wichtel beschert und damit eines der Bücher gefunden, an das ich mich noch lange erinnern werde.

Die Geschichte ist schnell gelesen, aber die Botschaft zwischen den Zeilen wirkt lange nach. Die beiden alten Frauen ergeben sich nicht tatenlos in ihr Schicksal, sondern beschließen, alles zu leisten, was ihnen mit ihren Möglichkeiten noch offen steht. Obwohl selbst ihre Familien, die die Indianerinnen zurücklassen müssen, nicht daran glauben, dass sie überleben werden, geben sie sich nicht auf. Stattdessen besinnen sie sich auf das, was sie in ihrem Leben gelernt haben und machen das Beste daraus. Das Schwerste war vielleicht, den Vorsatz zu fassen, nicht einfach tatenlos zu sterben; ihn umzusetzen hielt sie davon ab, sich gedanklich auf den Tod einzustellen. Auch wenn die Situation noch so ausweglos erscheint, gibt es doch fast immer einen Weg aus dem Dilemma, wenn man den Mut hat, sich dem Problem zu stellen.

Für mich ein tiefsinniges kleines Buch, das ich sicher wieder lesen werde.

 5ratten
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Lucius Annaeus Seneca