In einem Washingtoner Hotel steigen zwei seltsame Gestalten ab: ein alter Mann, der seinem Namen beim einchecken mit G-O-T-T buchstabiert und der sehr reizbare und mürrische Mr. Smith. Schon allein beim ersten Anblick der Beiden dürfte jedem deutlich sein, dass sie ein seltsames Paar abgeben: Gott als alter, beleibter Mann in einem weißen Gewand, dass einem Nachthemd ähnlich sieht, und Mr. Smith, dessen zerfurchtes und schrecklich anzuschauendes Gesicht von fettigen schwarzen Haaren umrahmt wird und der bevorzugt schwarze oder aufrührerische Kleidung trägt.
Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es sich bei unseren Protagonisten um Gott und seinen gefallenen Engel, um Satan, handelt – wobei Satan alias Mr. Smith darauf besteht, dass er nicht gefallen sei, sondern Gott ihn gestoßen habe. Nachdem sie lange Zeit in ihren jeweiligen Refugien verbracht haben und ihrer jeweiligen Tätigkeit nachgegangen sind – Gott hat beobachtet und Smith hat verführt – möchte Gott nun sehen, was aus seiner Schöpfung wirklich geworden ist und so lädt er seinen Gegenpart ein, mit ihm die Erde in menschlichen Hülle zu besuchen und sie so aus der Perspektive ihrer Bewohner wahrzunehmen.
Ustinov hat ohne Zweifel einen sehr amüsanten Roman geschrieben. Es ist herrlich nachzulesen, wie es Gott und seinem Gefährten auf der Erde ergeht. Nachdem sie im anfangs erwähnten Washingtoner Hotel mit gefälschten Dollar-Noten bezahlt haben, ist ihnen das FBI auf den Fersen und verfolgt sie überall hin – in die Wildnis im mitterlen Westen, nach Paris, Moskau, China, Japan und zuletzt nach Indien. Überall dort versuchen die Protagonisten zu ergründen, was aus Gottes Werk geworden ist. Und überall wird ihnen deutlich vorgeführt, dass sich Gottes Werk selbstständig gemacht hat und nicht mehr auf seinen Schöpfer angewiesen ist. Zwar werden unzählige Glaubensbekenntnisse abgelegt, doch zumeist sind es nur Lippenbewegungen ohne tiefere Bedeutung für denjenigen, der sich äußert. Selbst christliche Pfarrer, die vollmundig behaupten, sie würden Gott in jeder Gestalt erkennen, sind vollkommen überfordert, wenn sich Gott dann tatsächlich zu erkennen gibt.
Ich habe dieses Buch während meiner täglichen Pendeltour auf Arbeit und zurück in der Tram gelesen und bin mir daher sehr sicher, dass ich längst nicht alle Anspielungen und philosophischen Gespräche zwischen dem Alten Mann und Mr. Smith verstanden habe und werde dieses Buch daher auf alle Fälle wieder lesen. Doch allein beim ersten Lesen sprühte der Roman nur so vor Wortwitz und Skurrilität, so dass ich

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vergebe mit der Anmerkung, dass diese Wertung nach dem Re-Read wohl höher ausfallen dürfte.