Volker Klüpfel/ Michael Kobr – Erntedank


Zum Inhalt:Der Allgäuer Kriminalkommissar Kluftinger traut seinen Augen nicht: Auf der Brust eines toten Mannes liegt, sorgfältig drapiert, eine tote Krähe. Im Lauf der Ermittlungen taucht der Kommissar immer tiefer in die mystische Vergangenheit des Allgäus ein, und es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Mörder. Denn alle Zeichen sprechen dafür, dass das Morden weitergeht … Mit eigenwilligen Ermittlungsmethoden riskiert der liebenswert-kantige Kommissar einen Blick hinter die Fassade der Allgäuer Postkartenidylle und deckt Abgründe auf.
Kluftingers zweiter Fall war für mich der Erste mit ihm. Und es war nicht leicht vor allem der Einstieg, ob es daran gelegen hat, dass ich den 1. Fall nicht kenne, lässt sich jetzt im Nachhinein schwer sagen, aber es hat so seine Zeit gebraucht bis ich richtig warm geworden bin, eigentlich war dass erst ein ganzes Stück nach der Hälfte, dann hat der Krimi aber auch an Fahrt zu genommen und in einem ordentlichen Finale geendet.
Warum es so lange gedauert hat, hat mehrere Gründe:
1) Zum einen ist Kommissar Kluftinger ein ganz eigener Typ, an den man sich erstmal gewöhnen muss, er ist so ein typischer „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht-Typ“ der mit dem „neumodernen“ Zeugs (Internet, Mails, Computer im Allgemeinen, Metrosexuellen) so gar nichts anfangen kann und so richtig glücklich ist, wenn er sein gewohntes Essen (Kasspätzle und Zwetschgendatschi) hat.
2) Was auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, war dass sich ca. die Hälfte des Krimis gar nicht um den Krimi dreht, sondern um Kluftingers Privatleben, was nicht immer mein Fall war, allerdings ist er durch die Angst vor Neuem doch öfters in sehr skurrile Situationen geraten, die wirklich lustig waren.
3) wird teilweise in Dialekt gesprochen, so dass ich immer den „Bullen von Tölz“ vor mir hatte, was aber nicht mit dem Bild, das ich mir ansonsten von Kluftinger gemacht hatte, zusammen gepasst hat.
4) haben die schon mal was von der „Frauenquote“ gehört bei der Allgäuer Polizei? Nur männliche Ermittler an Kluftingers Seite, irgendwie hätte ich mir eine toughe Kollegin gewünscht, die mal ein bisschen frischen Wind reinbringt, in diesen Männerverein.
Zum Fall selber: ich bin eigentlich erst mit Kluftinger auf den Täter gekommen, auch wenn’s im Nachhinein nicht so extrem schwierig war.
Alles in allem hat mir der Krimi aber dennoch so gut gefallen, dass ich zumindest die anderen Fälle auch lesen würde, auch wenn ich mir wünschen würde, dass die unmittelbaren Kollegen von Kluftinger auch ein bisschen in den Vordergrund kommen und nicht nur blasse Nebenfiguren bleiben.
Fast vergessen hätte ich "Erntelied" von Clemens Brentano, am Anfang jedes Kapitels ist eine Strophe davon abgedruckt, das hat mir wirklich gut gefallen, weil es sehr gut zum Krimi gepasst hat.