So, jetzt weiß ich, wie Magnolien in Schweden pflegen muss, um sie gedeihen zu lassen. Vor allem muss man gut aufpassen, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden, dass die Pflanzen vor allem im Frühjahr genug Wasser bekommen, wobei Staunässe aber tödlich für sie sind, dass sie im Sommer genug Sonne abbekommen und dass vor allem die großblättrigen Sorten windgeschützt stehen.
Auch bin ich informiert darüber, welche Gattungen in Schweden (und wo in Schweden) noch wachsen können. Die Auswahl ist viel größer als ich es je für möglich gehalten hätte.
Da gibt es die gelbblütige
Magnolia acuminata, die weniger auffällig blüht als viele andere Magnolien, aber eine neue Farbe ins Blütenspektrum bringt und sich gut für Kreuzungen eignet, da ihre Kinder gerne ihre Winterhärte und vielleicht auch ihre Farbe erben.
Die
Magnolia biondii war mir bisher nicht einmal dem Namen nach bekannt, ist aber auch erst vor 30 Jahren nach Europa eingeführt worden.
Die
Magnolia cylindrica hat auch sehr schöne
Einzelblüten.
Die
Magnolia denudata wird seit über 1000 Jahren in chinesichen und japanischen Tempelgärten angepflanzt, ist in Schweden aber sehr selten. Außerdem öffnen sich ihre Knospen schon bei den ersten Sonnenstrahlen mit Plusgraden, nur um im sicher folgenden nächsten Frost zu erfrieren. Jetzt versucht man durch Kreuzungen mit anderen Arten neue Sorten zu bekommen, die erst später blühen und deren Blüte so weniger frostgefährdet ist. So schön, wie die M. denudata ist, hoffe ich wirklich, das es gelingt.
Magnolia fraseri gehört zu den sommerblühenden Magnolien mit riesigen
Blättern. Ich habe auch sie noch nie gesehen.
Die früher erwähnte Magnolienallee in Enköping besteht aus
Magnolia kobus.
Nach den ganzen weißen Sorten mal etwas Farbe: Von
Magnolia liliiflora gibt es Züchtungen in verschiedenen rosa-purpur Abstufungen. Leider sind sie nur im äußersten Süden Schwedens winterhart.
Die
Magnolia obovata kann in ihrer Heimat bis zu 30 Meter hoch werden und in Schweden stehen ältere Exemplar von immerhin 20 Metern Höhe. Auch sie hat riesige Blätter, die
schädlingszerfressen fast noch schöner aussehen als gesund.
Die weidenblattähnlichen Blätter der
Magnolia salicifolia riechen angeblich nach Anis. Bei Gelegenheit werde ich mich dessen vergewissern.
Im gegensatz zu den anderen Magnolienarten hängen die Blüten der buschig wachsenden
Magnolia sieboldii. Die Autoren meines Buches empfehlen, unter ihr einen Sitzplatz einzurichten. Och mensch, so was will ich auch haben!
Die
Sternmagnolie (Magnolia stellata) habt ihr vielleicht schon in einem Vorgarten gesehen. Sie gehört zu den am häufigsten gepflanzten Magnolien und eignet sich durch ihre geringe Größe auch für kleinere Gärten.
Schließlich gibt es noch die
Magnolia tripetala, die die größten
Blätter von allen hat. Von ihr (und vielen anderen Magnolien) könnt ihr euch
hier weitere Bilder anschauen.
Habt ihr euch eigentlich schon mal die
Blütenknospen der frühlingsblühenden Magnolien genauer angeschaut? Sie sind zwecks Kälteschutz von Häärchen überzogen und wunderbar weich anzufassen.
So, jetzt werde ich noch die letzten Seiten über die verschiedenen Kreuzungen lesen. Zu diesen gehört auch die Pflanze, die vielen bei dem Namen "Magnolie" als erste in den Sinn kommt, nämlich die
Magnolia x soulangeana mit ihren verschiedenen Sorten, die schon 1820 in Frankreich aus M. denudata und M. liliiflora gekreuzt wurde, und die es jetzt in einer Vielzahl von Sorten gibt. Ich werde euch aber nicht weiter mit ihnen nerven

. Ich bin einfach so begeistert von der Schönheit der Magnolien und möchte euch daran teilhaben lassen.