@sandhofer: Du meinst den Film
ÜberlebenIch bin fertig mit dem Buch und hier kommt nun meine Rezi dazu:
Inhalt: Auf der Straße wandern ein Mann und sein Junge, man erfährt nicht wie alt sie sind, noch wie sie heißen, geschweige denn in welchem Land sie sich befinden. Sie leben in einer Welt, nach einer Katastrophe, auch über die erfährt man nichts genaueres. Der Junge könnte zwischen 7 und 9 Jahren alt sein und sie begegnen auf ihrer Reise Menschen, vor denen sie davon laufen, denn diese Menschen wollen sie töten.
Meine Meinung: Cormac McCarthy zeichnet eine Welt, in der keiner leben will. Es ist eine Welt (wahrscheinlich nach einer Atombombe) in der es nur Asche regnet, in der jeder nur eines will: Überleben, in dem er Essen findet. Die beiden Protagonisten wollen zur Küste kommen um dort auf Menschen zu treffen, die gut sind. Das ganze Buch ist in einer einzigartige Prosa geschrieben. Einfache Sätze, kurze Wörter und dennnoch haben sie eine unglaubliche Wirkung auf mich gehabt.
Bei einer Szene musste ich das Buch kurz weglegen. McCarthy beschreibt wie sie zu einem Haus kommen und dort im Keller auf Menschen treffen, die auf den Tod warten. Denn die Menschen denen das Haus gehört haben sie gefangen genommen. Die Szene dauert 10 Zeilen, mehr nicht. Es ist nicht einmal genau geschildert was mit den Menschen gechieht und genau das macht es so grausam.
Es bleibt in dem Buch viel zu viel Platz für die eigene Phantasie und die kann grausamer sein, als jeder ausformulierter Horrorschocker. In dem Moment wurde mir schlecht und in mir kam die Frage hoch: Welcher Mensch wäre ich in dieser Welt? Zu welcher Sorte würde ich gehören? Und die Antwort, die man sich selber geben muss, erschreckt einem. Denn egal wo man hingehört, man will gar nicht dort sein.
Bei vielen weiteren Szenen, schluckt man dann nur mehr kurz und liest weiter. Denn man muss weiter lesen, man kann nicht aufhören. Man will wissen wie es ausgeht, denn im Innersten hofft man dennoch, dass alles gut wird. Obwohl das natürlich alles Quatsch ist. Was soll in dieser Welt noch gut werden. Aber der Mensch hofft und betet auf einen guten Schluss.
Das Ende kommt genauso schnell wie das Buch begonnen hat. Ohne viel Herumreden und weniger Worte. Das Ende ist unvorhergesehen und dennoch erwartet. Wie das Leben selbst.
Am meisten beeindruckt haben mich die Dialoge in dem Buch. Der Vater und der Sohn sprechen miteinander und der Sohn endet meist mit einem Okay. Aber was soll er auch anders sagen. Es gibt in dieser Welt nichts zu sagen, die von Furscht und Angst beherrscht ist. Und Angst hatte ich beim Lesen. Nicht so ein Gruseln wie man es bei einem Horrorfilm hat. Wenn der Film aus ist, steht man auf und denkt an was anderes. Das geht bei dem Buch nicht. Denn die Katastrophe kann morgen kommen. McCarthys Welt ist nicht so unrealistisch und das macht das Buch so wahnsinnig beklemmend. Es schnürt einem beim Lesen die Luft ab und man fürchtet sich.
Die Straße ist das beklemmendste und zugleich das beste was ich jemals gelesen hat. Für dieses Buch hätte er den Nobelpreis verdient.
Katrin