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Autor Thema: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken  (Gelesen 3784 mal)

Aeria

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Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« am: 31. März 2007, 17:32:09 »



"Die Mars-Chroniken. Ein Roman in Erzählungen" von Ray Bradbury

Dieses Buch über die Kolonisation des Mars besteht aus 26 Kurzgeschichten, die in den Jahren 1999-2026 spielen. Obwohl ich Kurzgeschichten eigentlich nicht mag, konnte ich als SF- und Marsfan an diesem Buch nicht vorbei. Ich kannte vor diesem Buch schon einige Bradbury-Werke, und besonders eines - "Lange nach Mitternacht" (ebenfalls Kurzgeschichten) - hatte es mir erzähltechnisch sehr angetan. Was das angeht, haben mich die "Mars-Chroniken" allerdings enttäuscht.

Der Mars ist bei Bradbury ein erdähnlicher, bewohnter Planet, die Bewohner sind den Menschen in mancher Hinsicht verdächtig ähnlich. Das ist zwar stellenweise recht witzig, aber ansonsten nicht mein Fall. Wenn der Autor dann noch beschreibt, welche Menschen zum Mars kommen und vor allem wie (Stichwort: Familienrakete), kann ich nur den Kopf schütteln.

Einige der Geschichten spielen auf der Erde, andere auf dem Mars. Einige handeln von Menschen, andere von Marsianern. Einige sind witzig, andere traurig.
Einige haben mir mehr, andere weniger gefallen.
Im Grunde habe ich mich mal wieder davon überzeugt, dass SF aus den 50ern mich nicht anspricht. Auch wenn es sich dabei um Klassiker handelt.

3ratten

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Schnidde

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #1 am: 02. April 2007, 12:32:05 »

Ich finde die Martian Chronicles sehr gut. Ich habe das Buch zwar schon vor 10 Jahren gelesen, aber es ist doch interessant, dass Bradbury in den 40ern schon die Vision hatte, dass Menschen eines Tages zum Mars fliegen würden. Zwar sind wir immer noch nicht soweit, aber zumindest wurde die Marssonde hingeschickt, Eis entdeckt etc. Ich kann das Buch empfehlen, auch wenn es für den heutigen Geschmack vielleicht nicht so spektakulär ist.
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sandhofer

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #2 am: 02. April 2007, 15:32:56 »

Im Grunde habe ich mich mal wieder davon überzeugt, dass SF aus den 50ern mich nicht anspricht. Auch wenn es sich dabei um Klassiker handelt.

Ich finde die Mars-Chroniken sehr poetisch und sie enthalten m.M.n. viel Nachdenkenswertes. Science Fiction? Bradbury selber hat die Mars-Chroniken als Fantasy eingestuft:

First of all, I don't write science fiction. I've only done one science fiction book and that's Fahrenheit 451, based on reality. Science fiction is a depiction of the real. Fantasy is a depiction of the unreal. So Martian Chronicles is not science fiction, it's fantasy. It couldn't happen, you see? (Quelle)

 :winken:
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Aeria

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #3 am: 02. April 2007, 19:32:52 »

Zitat von: sandhofer
First of all, I don't write science fiction. I've only done one science fiction book and that's Fahrenheit 451, based on reality. Science fiction is a depiction of the real. Fantasy is a depiction of the unreal. So Martian Chronicles is not science fiction, it's fantasy. It couldn't happen, you see? (Quelle)

Trotz meines (noch nicht beendeten) Englisch-Kurses kann ich gerade mal "Nice to meet you" sagen  :zwinker: . Was also hier im Zitat steht, kann ich nur raten.

Was das Nachdenkenswerte angeht, so gebe ich dir recht, Sandhofer. Ein paar Erzählungen haben mich tatsächlich nachdenklich gemacht.

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Aeria
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Jorge

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #4 am: 03. April 2007, 17:28:09 »

First of all, I don't write science fiction. I've only done one science fiction book and that's Fahrenheit 451, based on reality. Science fiction is a depiction of the real. Fantasy is a depiction of the unreal. So Martian Chronicles is not science fiction, it's fantasy. It couldn't happen, you see? (Quelle)

Äh, und was ist mit der Erzählung Usher II in den Chroniken, in der das Thema Bücherverbrennung vorweggenommen(ein Entwurf für Fahrenheit?) wird? Dann müßte Fahrenheit 451 auch Fantasy sein.

Nebenbei bemerkt, schlecht ist das Buch nicht.

Schlimm war allerdings, was die TV-Serie daraus gemacht hat(Starring u.a. Rock Aidson and Maria Schellfisch) - froh sein kann der, der dies niemals gesehen hat :spinnen:
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Bartlebooth

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #5 am: 03. April 2007, 22:44:43 »

Im Grunde habe ich mich mal wieder davon überzeugt, dass SF aus den 50ern mich nicht anspricht. Auch wenn es sich dabei um Klassiker handelt.

Ich finde die Mars-Chroniken sehr poetisch und sie enthalten m.M.n. viel Nachdenkenswertes. Science Fiction? Bradbury selber hat die Mars-Chroniken als Fantasy eingestuft:

First of all, I don't write science fiction. I've only done one science fiction book and that's Fahrenheit 451, based on reality. Science fiction is a depiction of the real. Fantasy is a depiction of the unreal. So Martian Chronicles is not science fiction, it's fantasy. It couldn't happen, you see? (Quelle)

Eine befreundete Autorin hat zu mir mal gesagt, man solle Autoren verbieten über ihre eigenen Bücher zu reden.
Sandhofer, hast Du nicht selbst mal gesagt, in Fantasy müssten sprechende Tiere vorkommen?
Ich liebe die Mars-Chroniken und halte sie für eine der zugänglichsten literarischen Auseinandersetzungen mit dem Kolonialismus.

Herzlich: Bartlebooth.
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sandhofer

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #6 am: 03. April 2007, 22:56:50 »

Eine befreundete Autorin hat zu mir mal gesagt, man solle Autoren verbieten über ihre eigenen Bücher zu reden. [*g* - sandhofer]
Sandhofer, hast Du nicht selbst mal gesagt, in Fantasy müssten sprechende Tiere vorkommen?
Ich liebe die Mars-Chroniken und halte sie für eine der zugänglichsten literarischen Auseinandersetzungen mit dem Kolonialismus.

Inkl. dem amerikanischen gegenüber den Indianern, ja. Was die Definition von "Fantasy" betrifft, vermute ich, Bradbury schert sich den Teufel drum, wie sandhofer das definiert.  :zwinker:
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Bartlebooth

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #7 am: 03. April 2007, 22:59:12 »

Ja, nur wenn man sich einen Teufel um Definitionen schert, kann man sich eigentlich auch nicht mehr sinnvoll über die Zugehörigkeit bestimmter Texte zu bestimmten Genres unterhalten...

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sandhofer

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #8 am: 03. April 2007, 23:08:07 »

Ne, was ich meinte, war, dass Bradbury sich den Teufel um meine Definition scheren wird, wenn er seine eigene hat.

Und er hat insofern recht, als dass die Mars-Chroniken keine der zu jener Zeit noch übliche Hard-SF sind, keine Space Opera mit gigantischen Raumschlachten von mit riesigen Strahlenkanonen bestückten, gigantischen Raumschlachtschiffen darstellen. Sondern die Phantasie in bedeutend harmloserer, fast hätte ich gesagt: kindlicherer Weise betätigt. Um es überspitzt zu formulieren: Die Mars-Chroniken stehen dem Kleinen Prinzen näher als dem Lens-Man ...
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Bartlebooth

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #9 am: 04. April 2007, 09:51:51 »

Hallo sandhofer,

was ich sagen wollte war: "Seine eigene Definition" von etwas haben und sich um die übliche Definition nicht scheren, ist einfach in einer Diskussion nicht anschlussfähig. Anders ausgedrückt: Was will uns Ray Bradbury eigentlich mit seinem Satz sagen? Das ist überhaupt nicht so leicht zu beantworten, wenn Du ihn so ernst nimmst, wie Du es tust ;-).

SF bestand immer schon aus mehr als nur aus Weltraumgeballer. Wenn wir das als das entscheidende Ausschlusskriterium nehmen, dann lese ich eigentlich keine SF. Ich lese sie aber ;-).

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sandhofer

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #10 am: 04. April 2007, 10:21:01 »

Hallo zusammen!

Was will uns Ray Bradbury eigentlich mit seinem Satz sagen?

Ich vermute: Dass er es hasst, in eine Schublade gesteckt zu werden ...  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer
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Bartlebooth

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #11 am: 04. April 2007, 11:52:52 »

Hallo zusammen!

Was will uns Ray Bradbury eigentlich mit seinem Satz sagen?

Ich vermute: Dass er es hasst, in eine Schublade gesteckt zu werden ...  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer

Das bezweifle ich, denn er steckt sich ja einfach nur in eine andere.

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Manjula

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #12 am: 27. Mai 2007, 11:53:22 »

Hallo zusammen,

eine Frage an die, die "Die Mars-Chroniken" schon gelesen haben: kommt hier auch eine Szene vor, in der die Erdbewohner

Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
?

Die Szene wird von Stephen King in einem seiner Bücher zitiert und dazu wollte ich schon lange die gesamte Geschichte nachlesen.

Liebe Grüße
Manjula
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Bartlebooth

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #13 am: 27. Mai 2007, 12:11:25 »

Hallo Manjula,

nein das gibt es so nicht. Vielleicht bezieht sich King aber auf die Episode "Der Marsianer" und hat sie für seine reißerischen Zwecke etwas abgewandelt. :breitgrins:

Herzlich: Bartlebooth.
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Aeria

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Re: Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken
« Antwort #14 am: 27. Mai 2007, 12:25:39 »

@Manjula
Es ist die Kurzgeschichte "April 2000: Die dritte Expedition".

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Aeria
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