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Autor Thema: James Joyce - Ulysses (18. Kapitel)  (Gelesen 3768 mal)

WannaBe

  • Gast
Re: James Joyce - Ulysses (18. Kapitel)
« Antwort #15 am: 31. Mai 2007, 14:07:07 »

Hurrah, ich bin fertig!
Während des letzten Kapitels hab ich ernsthaft überlegt, abzubrechen. Aber schließlich hab ich mich doch überwunden und mich durch Mollys Gedanken gekämpft. Bei diesem Gedankenstrom ohne Punkt und Komma war die Versuchung groß, vieles zu überlesen weil ich in einem ziemlich monotonen "Dahinlesen" war.
Dieses Kapitel fand ich fast noch schlimmer als das 15., und das war schon Quälerei genug.
Molly beklagt sich über ihre Lage, die schäbige Wohnung, kein Geld für Kleider und auch an Bloom selber lässt sie nicht viel Gutes. Ja mein Gott, daran bist Du aber selber schuld, hätte ich ihr gern zugerufen.
Darüber muss sie jetzt nicht lamentieren, hätte sie sich einen betuchteren Ehemann gesucht. Auswahl hatte sie ja wohl genug. Wenn sie nicht gerade ihr Leben bejammert ergeht sie sich in erotischen Fantasien und Erinnerungen, die teilweise ziemlich derb sind.

Mein Fazit:
Ulysses war wesentlich lesbarer, als ich erwartet hatte. Die Idee, einen Tag in Dublin darzustellen, mit Bezug zur Odyssee und auch noch jedes Kapitel in einem anderen Stil geschrieben, das alleine würde eigentlich 5 Ratten verdienen.
Da ich dieses Buch aber weder mit akademischen Vorkenntnissen noch als Literaturwissenschaftler gelesen habe, muss ich eine Ratte dafür abziehen, dass das Buch teilweise zuviel vom Leser verlangt. Sollte Joyce für eine Bildungselite geschrieben haben, ok, dann bin ich einfach zu ungebildet dafür. Aber für mich zählt auch die Freude am Lesen, und die blieb manchmal arg auf der Strecke.
Punktabzug gibt es von mir auch, weil mich weder Bloom noch Stephen (und schon gar nicht Molly) wirklich berührt haben. Da war dieses gewisse Etwas nicht, das für mich ein absolutes Spitzenbuch ausmacht.
Aber immerhin bleiben  3ratten übrig.
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Doris

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Re: James Joyce - Ulysses (18. Kapitel)
« Antwort #16 am: 31. Mai 2007, 20:03:16 »

Glückwunsch!

Du hast aber großzügig bewertet. Einem Buch, bei dem ich kurz vor dem Abbrechen stehe - an welcher Stelle auch immer - würde ich nie drei Ratten geben. Meine eine Ratte resultiert aus meiner Hochachtung vor Joyce' unerschöpflichem Wissen und seiner Technik. Rein inhaltlich konnte ich mit dem Buch wenig anfangen, aber ich zähle mich ebenfalls nicht zur Bildungselite  :breitgrins:. Immerhin können wir nun ein bisschen mitreden, wenn es um Ulysses geht.   

Ich finde es auch erstaunlich, wie unterschiedlich die Kapitel bei uns ankamen. Das letzte fand ich gut, weil es nach meinem Empfinden "lebte". Mit der Traumwelt im 15. Kapitel hatte ich dagegen Schwierigkeiten. Das gefällt mir generell in Büchern nicht sehr, wenn in einer ohnehin fiktiven Handlung noch Träume erzählt werden.

Grüße
Doris
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Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben,
sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Lucius Annaeus Seneca

WannaBe

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Re: James Joyce - Ulysses (18. Kapitel)
« Antwort #17 am: 01. Juni 2007, 07:33:55 »

Glückwunsch!

Danke!  :smile:

Zitat
Du hast aber großzügig bewertet. Einem Buch, bei dem ich kurz vor dem Abbrechen stehe - an welcher Stelle auch immer - würde ich nie drei Ratten geben. Meine eine Ratte resultiert aus meiner Hochachtung vor Joyce' unerschöpflichem Wissen und seiner Technik. Rein inhaltlich konnte ich mit dem Buch wenig anfangen, aber ich zähle mich ebenfalls nicht zur Bildungselite  :breitgrins:. Immerhin können wir nun ein bisschen mitreden, wenn es um Ulysses geht. 

Es war auch schwierig zu bewerten für mich. Ich hatte schon mal daran gedacht, für jedes Kapitel einzeln Ratten zu vergegen und die Summe dann durch 18 zu teilen...  :breitgrins:, aber da wäre wahrscheinlich auch ein Schnitt von drei rausgekommen. Dass mich ein Buch auf den letzten Seiten so nervt, ist bisher auch noch nie vorgekommen.

  
Zitat
Ich finde es auch erstaunlich, wie unterschiedlich die Kapitel bei uns ankamen. Das letzte fand ich gut, weil es nach meinem Empfinden "lebte". Mit der Traumwelt im 15. Kapitel hatte ich dagegen Schwierigkeiten. Das gefällt mir generell in Büchern nicht sehr, wenn in einer ohnehin fiktiven Handlung noch Träume erzählt werden.

Mir "lebte" das letzte Kapitel fast schon zu sehr... Die nächtlichen Verdauungsbeschwerden der Blooms und Mollys Frauenleiden, das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will  :breitgrins:

Grüße
WannaBe
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