Hurrah, ich bin fertig!
Während des letzten Kapitels hab ich ernsthaft überlegt, abzubrechen. Aber schließlich hab ich mich doch überwunden und mich durch Mollys Gedanken gekämpft. Bei diesem Gedankenstrom ohne Punkt und Komma war die Versuchung groß, vieles zu überlesen weil ich in einem ziemlich monotonen "Dahinlesen" war.
Dieses Kapitel fand ich fast noch schlimmer als das 15., und das war schon Quälerei genug.
Molly beklagt sich über ihre Lage, die schäbige Wohnung, kein Geld für Kleider und auch an Bloom selber lässt sie nicht viel Gutes. Ja mein Gott, daran bist Du aber selber schuld, hätte ich ihr gern zugerufen.
Darüber muss sie jetzt nicht lamentieren, hätte sie sich einen betuchteren Ehemann gesucht. Auswahl hatte sie ja wohl genug. Wenn sie nicht gerade ihr Leben bejammert ergeht sie sich in erotischen Fantasien und Erinnerungen, die teilweise ziemlich derb sind.
Mein Fazit:
Ulysses war wesentlich lesbarer, als ich erwartet hatte. Die Idee, einen Tag in Dublin darzustellen, mit Bezug zur Odyssee und auch noch jedes Kapitel in einem anderen Stil geschrieben, das alleine würde eigentlich 5 Ratten verdienen.
Da ich dieses Buch aber weder mit akademischen Vorkenntnissen noch als Literaturwissenschaftler gelesen habe, muss ich eine Ratte dafür abziehen, dass das Buch teilweise zuviel vom Leser verlangt. Sollte Joyce für eine Bildungselite geschrieben haben, ok, dann bin ich einfach zu ungebildet dafür. Aber für mich zählt auch die Freude am Lesen, und die blieb manchmal arg auf der Strecke.
Punktabzug gibt es von mir auch, weil mich weder Bloom noch Stephen (und schon gar nicht Molly) wirklich berührt haben. Da war dieses gewisse Etwas nicht, das für mich ein absolutes Spitzenbuch ausmacht.
Aber immerhin bleiben

übrig.