Hallo!
Ich habe das erste Kapitel gleich in einem Rutsch durchgelesen und finde es natürlich wieder einmal toll!

In meiner Ausgabe war vorne noch ein Brief von Joyce an einen amerikanischen Verleger und die Entscheidung eines amerikanischen Gerichts abgedruckt,
Ulysses von der Liste der verbotenen Bücher zu streichen. Sehr interessant, der arme Joyce hatte es mit der Veröffentlichung seiner Bücher wirklich schwer, Verleger in den USA und Irland haben seine eingeschickten Manuskripte beispielsweise einfach weggeworfen und nicht mal reingeschaut! Kein Wunder, dass er sich in Paris gleich viel wohler gefühlt hat.
Ich finde, dass sich das erste Kapitel ziemlich gut lesen ließ, nur manchmal musste ich mich bei ein paar Wörtern wundern, weil sie zusammen geschrieben waren.

Da ist im Englischen ja eher unüblich und ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Glück kam es nicht so oft vor.
Was sind sie - Studenten ? Aus welcher sozialen Schicht stammen sie?
Ich weiß ja nicht, wie weit du schon bist, aber es wird noch erwähnt, dass Mulligan Medizinstudent und Haines Schriftsteller ist (und auch Student?). Stephen ist Lehrer.
Was mich auf den ersten Seiten gleich wirklich erstaunt hat: die ziemlich flapsige, fast gotteslästerliche Einstellung zur Kirche. Ich kann mir schlecht vorstellen, das sowas damals im erzkatholischen Irland wirklich gut angekommen ist.
Ist das dein erster Joyce?

Also nach
Dubliners und
The Portrait of the Artist as a young man war mir eigentlich klar, dass auch die Kirche wieder mal was abkriegt.

Und natürlich ist es nicht gut angekommen, im zuletzt genannten Buch beschreibt Joyce auch, mit welchen Schwierigkeiten er in seinem Umfeld zu kämpfen hatte, wenn seine Ablehnung der Kirche gegenüber klar wurde. Genau deswegen will er ja auch Irland verlassen, das wird auch im ganzen 1. Kapitel klar, wenn er immer wieder sehnsüchtig aufs Meer hinaus blickt.
Einen ausgesprochenen Unsympathen hab ich auch schon: Buck Mulligan. Seine Art kann ich einfach gar nicht ab.
Ja, Mulligan ist wirklich einer dieser Menschen, die einfach immer laut sind und zu allem einen flotten Spruch auf den Lippen haben. Ich glaube, dass er eigentlich ganz nett ist und ein guter Mensch ist, aber er ist einfach anstrengend...
fairy