 
| | Stephen King (geb. 1947) Love Originaltitel: Lisey’s Story Erstveröffentlichung: 2006 aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner Verlag: Heyne Taschenbuch 733 Seiten
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Inhalt:Lisey Landon ist die unscheinbare Witwe des verstorbenen Autors Scott Landon, der bei seinem Tode eine beachtliche Anhängerschaft zurückgelassen hat. Da sie auch zwei Jahre nach seinem Tod immer noch bedrängt wird, endlich die Hinterlassenschaften ihres Mannes zugänglich zu machen, all' die möglicherweise unvollendeten Manuskripte und Papiere, macht sie sich schließlich daran, seinen Nachlass zu sichten. Doch nicht alle Anhänger ihres Mannes bleiben so friedlich wie der freundliche Universitätsprofessor, der seine Fakultät doch nur um einige neue Scott-Landon-Attraktionen bereichern möchte. Es gibt auch die fanatischen Irren, von denen einer plötzlich in Liseys Tür steht und sie bedroht, um an die Papiere heranzukommen. Und der auch nicht davor zurückschreckt, Gewalt dafür anzuwenden.
Gleichzeitig muss Lisey sich um ihre katatonische Schwester kümmern, hat mit ahnungslosen und leichtgläubigen Polizisten zu tun, wandelt immer öfter zwischen verschiedenen Welten, in denen sie ihrem Mann bzw. den Erinnerungen an ihn und ihre große Liebe füreinander begegnet, und zu alledem schwebt eine dunkle Gefahr aus der Vergangenheit ihres Mannes über ihr, die sie zu verschlingen droht...
Meine Meinung
:Der Roman schildert aus der Sicht Lisey Landons, der Witwe des berühmten Autors Scott Landon, zunächst recht ruhig und unaufgeregt, wie sie die Hinterlassenschaften ihres Mannes sichtet und in ihrem gemeinsamen Haus all' den Überbleibseln ihres gemeinsamen Lebens begegnet, die ihre Erinnerungen an ihn aufs Neue wecken. Dabei wird ihre Liebe füreinander und ihr beider Leben in großen Rückblenden ausführlich und teilweise sehr rührend geschildert. Dieser Part, fast ein Liebesroman, hat mich sehr berührt. Das fand ich recht untypisch für Stephen King, weil über lange Strecken eigentlich nichts Aufregendes passiert. Doch dieser ruhige Erzählstil, die Erinnerungen und Gedanken der Witwe, die um ihren Mann trauert und in ihren Erinnerungen schwelgt, hat mir sehr gut gefallen.
King wäre allerdings nicht King, wenn es so ruhig bliebe. Denn schon bald hält das Unheimliche und Übernatürliche Einzug in Liseys Leben, und ich als Leser bin in einen Strudel geraten, in dem ich häufig nicht mehr recht unterscheiden konnte zwischen Realität und Phantasie, Gegenwart und Vergangenheit, Erleben und Erinnerung. Und natürlich gibt es am Schluss auch einen mehr oder weniger spannenden Showdown. Aber die "Auflösung" der Geschichte hat mich dann doch etwas enttäuscht. Es gab keinen großen Knall, ich hatte keinen Aha-Effekt, und die große Überrraschung ist ausgeblieben.
In Stephen Kings "Love" bleibt das unheimliche Moment sehr subtil. Grusel- und Horrorelemente finden sich hier relativ wenige. Dafür nimmt das Innenleben der Protagonistin großen Raum ein, die Erinnerungen an ihren Mann und die Gefühle für ihre Schwestern. Und das war es auch, was mich an dem Buch so gefesselt hat: die Schilderung von Liseys Innenleben. Dafür hat mich das Ende enttäuscht. Das Buch plätscherte so aus, wie es angefangen hat. Und das, was mich angangs so gefesselt hat - der ruhige Erzählfluss -, wurde dem Buch am Ende zum Verhängnis. Das war mir dann doch zu wenig.
Trotz starkem Anfang vergebe ich also nur:

plus
