
InhaltSmilla Jaspersen ist überzeugt: Jesaja, der Nachbarsjunge, ist nicht beim Spielen vom Dach gestürzt, sondern er ist gesprungen. Aber warum sollte ein Junge mit extremer Höhenangst von einem Dach springen? Nur, wenn er vor etwas, das hinter ihm war, noch mehr Angst hatte. Smilla begibt sich, trotz massiver Drohungen, auf die Suche nach Jesajas Geheimnis und gerät dabei in einen Strudel aus Gewalt, Eis und Schnee.
Meine MeinungMit Peter Høegs Schreibstil muss man zurechtkommen können. Mir ist dies leider nicht ganz und auch nicht immer gelungen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Smilla Jaspersen, einer in Dänemark lebenden Grönländerin, erzählt. Sie springt oft in ihre Vergangenheit zurück, erzählt manche Geschehnisse unchronologisch (was man leider manchmal erst im Nachhinein bemerkt) und lässt philosophische oder wissenschaftliche Gedanken miteinfließen. Dadurch entsteht eine etwas zerrüttete Erzählweise, auf die man sich einlassen muss.
Im ersten Teil (das Buch besteht aus 3 Teilen) bin ich gut damit zurechtgekommen, mir gefielen vor allem die Rückblenden in Smillas Kindheit und ihr Leben auf Grönland. Man taucht richtig ein in Smillas Innenleben, ihre Konflikte mit der Kultur in Dänemark und mit ihrem Vater, in ihre Einsamkeit und selbstgewählte Isolation. Smilla ist ein Charakter, mit dem man, trotz oder gerade wegen seiner Ecken und Kanten, gut mitfühlen kann, denn man weiß, warum sie sich so und nicht anders verhält.
Konnte ich der Handlung und den Hinweisen im ersten Teil noch ohne große Probleme folgen, fiel mir das im zweiten Teil schon schwerer. Es tauchen insgesamt sehr viele Personen auf, die alle etwas zu verbergen haben, falsche Identitäten annehmen oder über die erst im Nachhinein näheres erzählt wird. So behält Smilla einige Entdeckungen erstmal für sich, ohne dass der Leser erfährt, was es ist. Diese Art des Erzählens kenne ich schon aus anderen Krimis, deswegen hat sie mich auch nicht weiter beunruhigt, denn letztendlich wird alles erklärt. Ich kann mir aber vorstellen, dass manche Leser dadurch das Buch frustriert zur Seite legen, da sie meinen, nicht mehr durchzublicken.
Der zweite Teil des Buches hat mir persönlich am meisten zu schaffen gemacht. Dort werden sehr viele Ortsbeschreibungen durchgeführt und zwar
auf einem Schiff, wo ich mich leider gar nicht auskenne noch die nötigen Fachbegriffe im Kopf habe.
Die Handlung an sich war natürlich trotzdem sehr spannend, aber diese vielen Einschnitte haben mich ziemlich gelangweilt, so dass ich sie meistens nur überflogen habe.
Überhaupt glaube ich, dass einige Informationen, die das Buch vermittelt, an mir vorbeigegangen sind, weil ich auf diese Wissensfülle in einem Krimi nicht wirklich vorbereitet war. Die Handlung konnte ich, ohne große Lücken, gut verfolgen, aber so manche Erläuterungen über Schnee oder das Verhältnis zwischen Grönland und Dänemark konnte ich nicht ausreichend würdigen. Dafür habe ich einfach zu wenig Gespür.
Dieses Buch ist auf jeden Fall kein Buch für Nebenbei, denn ohne Konzentration gehen einem wahrscheinlich viele Informationen verloren. Mich konnte das Buch nur teilweise überzeugen. Smilla mochte ich und auch die Handlung an sich war spannend und schlüssig. Aber einige Stellen haben mich einfach nur gelangweilt oder waren mir zu detailiert, um noch sinnvoll zum Geschehen beizutragen. Dennoch würde ich das Buch an Leute, die sich darauf einlassen können, weiterempfehlen, auch wenn es mir nicht übermäßig gut gefallen hat.