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Autor Thema: Ursula K. Le Guin - Erdsee  (Gelesen 5866 mal)

HoldenCaulfield

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Antw:Ursula K. Le Guin - Erdsee
« Antwort #45 am: 17. November 2009, 18:42:41 »

Also bisher waren die Verfilmungen vom Studio Gibli immer sehr gut... aber es kommt natürlich auch darauf an in wie weit man den Film unabhängig vom Werk sehen kann oder nicht.
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Ingroscha

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Antw:Ursula K. Le Guin - Erdsee
« Antwort #46 am: 11. Dezember 2009, 21:43:29 »

Der Film ist sehr schön. Ich hatte aber eher den Eindruck, dass er in der Welt von Erdsee spielt, nicht aber die Geschichte der Romane nacherzählt. Ich meine auch gelesen zu haben, dass die Autorin den Film sehr mochte, aber darin keine "Verfilmung" sieht.
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Imperator T. Validior

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Antw:Ursula K. Le Guin - Erdsee
« Antwort #47 am: 11. Dezember 2009, 22:58:35 »

In einem Interview, das ich gelesen habe, äußerte sich die Autorin ähnlich zwiespältig wie bei dem berüchtigten Zweiteiler des SciFi-Channels: Man habe eigentlich nur ein paar Namen ihrer Figuren geplündert, aber ihre Geschichte nicht wirklich erzählt. Außerdem störte sie sich abermals am zu europäischen Aussehen der Figuren; sie räumte allerdings ein, das Japaner das angeblich anders wahrnehmen. Immerhin gestand sie dem Anime-Film aber auch ein paar gelungene Szenen zu.

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Re: Ursula K. Le Guin - Erdsee
« Antwort #48 am: 16. April 2010, 10:51:47 »

Hi!

Ich hatte mir Erdsee auf die SLW-10-Liste gesetzt, um diese Leselücke zu schliessen.

Inhalt:
Der junge Ged, eigentlich ein Ziegenhirte, besitzt eine grosse magische Begabung und wird deshalb zunächst vom alten Zauberer Ogion und später dann auf der Zaubererinsel Rok zum Magier ausgebildet.
Während dieser Ausbildung öffnet Ged, angestachelt von einem Mitstudenten, einen Riss zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Das bereitet ihm in der Folge eine Menge Probleme und wird ihn zeitlebens belasten.

Meine Meinung:
In dem Buch, das ich gelesen habe, sind die vier Erdsee-Romane «Der Magier von Erdsee», «Die Gräber von Atuan», «Das ferne Ufer» und «Tehanu» enthalten. Man könnte jeden Roman einzeln lesen, aber es empfiehlt sich zumindest, die Reihenfolge einzuhalten.

Jeder der vier Romane steht für sich und es gibt verschiedene Hauptcharaktere aus verschiedenen Teilen der Fantasiewelt Erdsee. Was den Romanen gemeinsam ist, ist eine gewisse Gemütlichkeit. Es gibt sehr wenig Action und kaum je Hektik. Die Leute haben und nehmen sich Zeit für ihre Queste und ich hatte nach jedem Buch das Gefühl, dass eigentlich gar nicht viel passiert sei. Das hängt damit zusammen, dass die Geschichten sehr linear erzählt werden und es keine komplizierten Verwicklungen mit Plänen, Gegenplänen und Plänen hinter den Plänen gibt.

Statt einen mehr oder weniger komplizierten Plot aufzubauen, hat die Autorin ihre Aufmerksamkeit ganz den Charakteren gewidmet und gibt dem Leser Zeit (und Material), die Leute kennen zu lernen. Dabei entstanden schöne und lebendige Porträts, die einen guten Teil zu einem schönen Leseerlebnis beitrugen. Daneben ist Ursula K. Le Guin eine gute Geschichtenerzählerin/Märchentante. Ich hatte beim Lesen öfter den Gedanken, dass sich ihre Erdsee-Romane ganz hervorragend zum Vorlesen vor dem Kamin an einem Winterabend eignen würden. Trotzdem sind über 900 Seiten Gemütlichkeit auch nicht immer ganz einfach zu ertragen und genau deswegen kommt das Buch nicht auf die Liste derjenigen, die ich irgendwann nochmal lesen möchte. Dafür war letztlich schon ein bisschen wenig Fleisch am Knochen.

Eine Anmerkung noch zum letzten Band, «Tehanu», der deutlich später als die ersten drei erschien (nämlich 1990, während der Rest aus der Zeit von 1968 bis 1972 ist). Ich habe keine Ahnung, was da in die Autorin gefahren ist, aber offenbar hatte sie grade einen akuten Feminismus-Anfall. Tenar, eine ältere Frau, steckt in einer Identitätskrise, da der Mann gestorben und die Kinder ausgezogen sind. Immer wieder sinniert Tenar darüber nach, wie ungerecht das Leben für die Frauen in Erdsee ist und was die Männer doch für ungehobelte, böse und frauenfeindliche Kreaturen sind. Schön und gut, wenns denn so wäre. Schliesslich führt Tenar ein extrem unabhängiges Leben und kann tun, was sie möchte. Das Gejammer und immer wieder die Feststellung, dass die Männer die Frauen nicht ernst nehmen – also bitte, das ist in ihrem Fall auf recht hohem Niveau geklagt und für mich kaum nachvollziehbar. Zumal Tenar sich zwar der Ungerechtigkeiten bewusst ist, aber keinerlei Initiative zeigt, etwas dagegen zu tun. So schlimm kanns also nicht sein und den Lesern die Botschaft von den bösen Männern mit dem Vorschlaghammer einzubleuen, hat wenig Stil.

Fazit:
Fantasy für Entschleunigte. Gut erzählt, ohne allzu grosse Längen.

6 von 10 Punkten.
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Junifee

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Re: Ursula K. Le Guin - Erdsee
« Antwort #49 am: 29. April 2012, 12:38:57 »

Vorstellen muss ich das Buch ja nicht mehr.

Meine Meinung
Mir gefiel, dass es eine Karte der Erdsee-Welt im Buch gab (die gibt es nicht in jedem Fantasybuch) - ich orientiere mich im Laufe eines Buches immer wieder mal anhand einer Karte. (Ich mag auch Glossars, wenn nötig - hier brauchte man keines.) Auch die Karte von der Gräberanlage von Atuan war hilfreich. Die Welt ist schlüssig und gut aufgebaut.

Das erste Buch (Der Magier der Erdsee) war für mich das beste und spannendste.
Der zweite Band (Die Gräber von Atuan) war noch ganz OK, aber es gab viel zu viele unwichtige Informationen, die die Geschichte nur in die Länge gezogen haben.
Im dritten Buch (Das ferne Ufer) ging es eigentlich nur um moralisches BlaBla, wie ein junger Mann zum König aller geformt wird - es wird endlos übers Meer geschippert und hier und da mal angelegt. Es passiert nicht viel und auch erst ziemlich zum Schluß.
Tehanu ist die letzte Geschichte aus dem Sammelband und war verhältnismäßig gut, aber es gab so viele langweilige Passagen, dass ich es fast nur quer gelesen habe. Es wurde (für mich) sehr oft in Rätseln gesprochen, dass ich überhaupt nicht verstanden habe um was gerade es geht. Wirklich schön fand ich was am Ende über das kleine Mädchen herauskam und weil ich wissen wollte, wie es ausgeht, habe ich es überhaupt nur zu Ende gelesen.

Für die gute Idee gibt es von mir
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Liebe Grüße
Junifee


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