Ich hab das Buch im Februar 2005 gelesen, und da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht hier war, fehlt auch meine Meinung dazu. Das kann ich ja jetzt mal nachholen.
Meine MeinungObwohl ich zunächst, die ersten 60-70 Seiten, wirklich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin hatte (ellenlange, verschachtelte Sätze, die man zweimal lesen musste, um den Sinn zu verstehen und gelegentlich Fremdwörter, nach deren Bedeutung ich teilweise minutenlang in meinem Gedächtnis suchen musste oder überhaupt nicht kannte) und schon kurz davor war, das Buch ungelesen zurück ins Regal zu stellen, merkte ich nach etwa 100 Seiten, dass sich die Qual des Zähnezusammenbeißens gelohnt hatte.
Ich fand mich plötzlich in einer Geschichte um eine junge Irin wieder, der ich nicht mehr widerstehen konnte. Entweder hatte die Autorin ihren Schreibstil geändert oder ich hatte mich mittlerweile daran gewöhnt, denn von nun an las ich nur noch, jede Minute, die ich Zeit hatte, und das ohne über Satzkonstruktionen zu stolpern (allerdings löste sich das Problem mit den Fremdwörtern leider nicht, beschloss daher, diese einfach zu ignorieren, so weit es eben ging).
Ich tauchte in eine faszinierende Welt Ende des 16. Jahrhunderts in England und Irland ein und die nächsten 600 Seiten hielt mich die Spannung stetig gefangen: ich trauerte, hasste, liebte, fürchtete, tröstete, freute mich und war entsetzt über die Grausamkeiten, die man Menschen antat.
Leider hielt diese fesselnde Atmosphäre nicht durchgehend bis zum Ende an, denn irgendwie scheint es, dass Diana Norman plötzlich merkte, dass ihr Buch zu lang werden würde und zog die Notbremse: auf den kommenden 50-60 Seiten beschrieb sie in kurzen, fast stichwortartigen Sätzen die Ereignisse einiger Jahre, schreckliche Jahre für die Hauptperson Barbary, und erst zum Ende hin fand sie ihren Schreibstil einigermaßen wieder, wobei das Ende wenigstens noch überraschte.
Alles in allem ist dieses Buch wirklich gut, sieht man mal von den Mängel zu Beginn und im letzen Viertel einmal ab. Von rund 840 Seiten war ich ungefähr 700 wirklich fasziniert, ergriffen, schockiert und begeistert. Da das mein erster historischer Roman über Irland war, hab ich keine Vergleichsmöglichkeiten, aber wer sich nicht scheut, über einige Seiten zu stolpern, sollte dieses Buch unbedingt lesen, wenn ihn die Geschichte Irlands interessiert...
Meine Bewertung