Ach, hab keine Lust zur Ablage

und bei der anderen Sache warte ich noch auf Feedback, also schreib ich hier lieber ein bissl, das finde ich grad etwas spannender, als meinen popelnden Kollegen.
Auch ich bin sehr sehr gut in dieses Buch reingekommen und zum gegenwärtigen Zeitpunkt (auch noch auf das Ende der zweiten Schriftrolle bezogen) gefällt mir "Kleopatra" um einiges besser als "Heinrich VIII" oder "Maria Stuart". Bei diesen beiden Büchern gab es meiner Meinung nach einige Durststrecken und mir waren auch Heinrich VIII und Maria Stuart nicht wirklich warm geworden. Das ist bislang bei Kleopatra anders, aber ich weiß auch so gut wie gar nix von ihr, zumindest nix, was über Asterix hinausgeht

Als Kind hab ich sie als sehr wissbegierig, frisch und offen empfunden und auch unbekümmert. Nunja, sie war die dritte Tochter und in ihrer Kindheit war da ja auch keine Aussicht für sie auf den Thron Ägyptens, zumal da ja noch die beiden großen und arroganten Schwestern waren. Ansonsten sehe ich das mit der nicht allzu intensiv abgehandelten Kindheit wie ihr, angemessen aber nicht zuuuu ausführlich und trotzdem rasant erzählt.
Was mir sehr gut gefällt ist, dass wir auch relativ schnell Olympus und Mardian kennenlernen. Nicht, dass ich jemals etwas von ihnen gehört hätte, aber beide haben sich schnell in mein Herz geschlichen. Ich hoffe, dass sie mich nicht enttäuschen, wo ich mich doch so gerne in Menschen/ Figuren täusche. Ich denke, die beiden werden noch sehr wichtig werden für Kleopatra, zumal die letzte Schriftrolle ja dann die des Olympus ist.
Ja, und dann ein Wort zu Kleopatra selbst als Erwachsene und in ihrer Beziehung zu Caesar: manchmal scheint sie ein bissl zickig zu sein, oder vielleicht interpretiere ich da echt nur einen zickigen Unterton rein, wer weiß wie sie was letztendlich gesagt hat, ich höre halt immer ihre Stimme aus dem Asterix-Zeichentrick, was ja eigentlich gemein ist, aber is halt so. Aber neben ihrer Zickigkeit hat Kleopatra auch unendlich warmherzige Seiten und ist um ihr Land und ihr Volk sehr besorgt und versucht zumindest im ersten Viertel des Buches eine gute Herrscherin zu sein und den Armen und Unschuldigen zu helfen.
Von den Anfängen der Liebe zwischen Caesar und Kleopatra bin ich total begeistert. Ich könnte in ihrer Welt und ihren Gefühlen total versinken. Es kribbelt an einer Tour und das in allem, bei ihren Gesprächen, in ihrer Cleverness und in ihren gemeinsamen Nächten, die, wie wir es bei Margaret George gewohnt sind, eher angedeutet werden, als dass wir direkt neben den beiden im Bett liegen und alles mitkriegen. Das gefällt mir gerade hier bei Kleopatra und Cäsar so gut, weil es dadurch nur noch tiefer und glaubwürdiger für mich wird. Das grenzt schon fast an "Magie" (ich sag nur "Schlaflos in Seattle)! Und diese Worte von mir, die kein LiRo-Fan ist und auf "Liebesgesülze" in Büchern überhaupt nicht steht, hier geht mir echt das Herz auf!
Dass sich diese Beziehung ändern wird, wusste ich ja, aber es erschüttert mich doch, wenn ich sehe, wie sehr Kleopatra zu Caesars Marionette geworden ist. Armes reiches, aber einsames Mädchen. Dass Arsinoe, ihre Schwester noch lebt und dass Caesar sie nach Rom bringen will, verheißt nichts gutes.
@qantaga: mir geht's da wie Flor, finde Deine Anmerkungen mehr als interessant. Wie kommt es, dass Du Dich da sogut auskennst, wenn ich fragen darf? Beruflich bedingt oder einfach nur riesengroßes Interesse?
@Flor: was die Ich-Form angeht, hatte ich die gleichen Befürchtungen wie Du, weil ich nicht sooo viele gute Beispiele in Ich-Form kenne. Allerdings finde ich es hier überzeugend, zumal ich vor allem ihre Gedanken, Worte oder "Gebete" an Isis dadurch sehr überzeugend finde.
lg
kathrin