Emmi und Leo lernen sich auf sehr unkonventionelle Art kennen - sie schreibt ihm versehentlich eine Beschwerdemail, die eigentlich für die Aboabteilung einer Zeitung gedacht ist. Aus ein paar Versehen ergibt sich nach und nach eine E-Mail-Freundschaft und schließlich irgendwie auch mehr. Wäre Emmi nicht verheiratet, wäre das Buch wohl nach 50 Seiten zu Ende gewesen und die beiden glücklich vereint. Aber warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Ein langes Hin und Her folgt, dass sich zunehmend um die Frage „Treffen oder nicht treffen?“ dreht.
Ich gebe es zu. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, dieses Buch zu lesen. Ich hatte viele viele begeisterte Kommentare dazu gehört, aber irgendwas hat mich zurück gehalten. Vielleicht war es die Vorstellung eines Romans, der ausschließlich aus E-Mails besteht. Keine Ahnung. Als das Buch mir das Buch dann vor Kurzem zufällig in die Hände fiel, wollte ich „nur mal kurz reinlesen“, was dann 222 Seiten mit dem dringenden Bedürfnis endete, den zweiten Band in die Hände zu bekommen.
Emmi und Leo haben mich verzaubert. Ihre witzigen, zynischen, ironischen und manchmal auch etwas unfreundlichen Mails haben mich komplett in ihren Bann gezogen. Sie werden über ihre eigenen Mails und über die Einschätzung des jeweils anderen charakterisiert, das macht es spannend, da es immer zwei Seiten zu betrachten gibt. Die Meinungen gehen dabei gern mal meilenweit auseinander.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Buch gleichermaßen berühren und sprachlich begeistern kann.Während viele Mails ganz „normal“ daher kommen und jedem von uns in ihrer Art und ihrem Stil bekannt sein dürften, kommen Emmi und Leo zwischendurch immer wieder mit wahren sprachlichen Schätzen daher. Fast schon poetisch werden zentrale Themen wie Liebe, Eheleben und Bindungsangst behandelt, dass es einen manchmal vergessen lässt, dass das alles gerade mitten in einem E-Mail-Roman stattfindet.
Ich bin wirklich beeindruckt und begeistert. Wer hätte das gedacht?!
Ich vergebe
