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Autor Thema: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind  (Gelesen 8400 mal)

Nicole

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Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« am: 10. März 2007, 19:40:50 »



Kurzbeschreibung

Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besseren Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen? Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi angezogen fühlt, schreibt sie zurück. Ein reger Austausch entsteht, schnell spielen Gefühle mit. Vor einem Treffen aber schrecken beide zurück. Denn Emmi ist verheiratet und Leo laboriert noch an einer gescheiterten Beziehung. Und überhaupt: Werden die elektronisch überbrachten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und wenn ja: Lohnt es sich, alles auf eine Karte zu setzen - für eine Liebe, die aus nichts als einem Zufall entstanden ist?


Meine Meinung:

Ich fand das Buch super. Ich konnte nicht damit abwarten es zu lesen, weil es etwas Neues war.. bisher haben sich die Liebenden in meinen Büchern auf romantische Weise gefunden. Wie wird das aber über E-Mails sein? - Also ein Medium, mit dem wir uns fast jeden Tag beschäftigen..
Vielleicht hat aber das Buch mich auch so angezogen, weil es die Möglichkeit offen lässt, die Geschichte auf das eigene Leben übertragen zu können?  :zwinker:

Vor allem aber hat mir die Idee des Beobachtens einer "privaten", aber in dem Fall auch wieder "öffentlichen", Situation gefallen.
Man hat das Gefühl man wäre ein Spitzel bei einem privaten Mailverkehr - ein Mäuschen, dass eine private Zusammenkunft belauscht. Das macht es so aufregend und spannend.
Man beobachtet 2 Menschen von außen, macht sich sein eigenes Bild von den Personen und fragt sich, wie sie wirklich sind. Man kennt ja auch selbst diese Personen nur durch die E-Mails. Das treibt einen an immer weiter zu lesen um immer mehr Informationen zu bekommen, damit das Puzzle nach und nach zusammenpasst.

Mir hat das Buch gut gefallen. Leichter, sarkastischer, amüsanter Mailverkehr in dem sich langsam Emotionen einschleichen.. Emotionen zu einer Person, die durch Buchstaben verkörpert wird. Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, wie ich überlegt habe, was ich auf die jeweilige, gerade gelesene Email, antworten würde und habe mich immer wieder geärgert, wenn anders geantwortet wurde als ich wollte.  :rollen:

Leider wurde das Buch gegen Ende, meiner Meinung nach, ein wenig schwach. Ich würde fast schon sagen, ein wenig zu albern.
Daher von mir "nur" 4 Ratten für dieses Buch.
Dennoch hat es mir für zwischendurch sehr großen Lesespaß bereitet.

 4ratten

creative

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #1 am: 09. April 2007, 09:26:07 »

Ich nutzte den wunderbaren gestrigen Ostersonntag, um dieses Buch in fast einem Rutsch unter den blühenden Obstbäumen zu lesen.

Es beginnt recht vielversprechend, die Ausgangssituation ist als solche recht witzig und Emmi besticht durch ihre enorme Schlagfertigkeit. Die Pointen und die Ironie zu Beginn des Buches entsprachen genau meinem Geschmack von Humor.

Doch ab der Mitte des Buches wurde es etwas zäh und quälend, irgendwie drehte sich alles im Kreis, nicht viel Neues oder Überraschendes kam hinzu. Das Ende habe ich eigentlich nicht anders erwartet und erhofft.

Ein nettes Buch für Zwischendurch, mehr aber auch nicht.

3ratten

PS: Ich würde dieses Buch nicht unbedingt in die Kategorie "Liebesromane und Frauenliteratur" einordnen, es ist genauso geeignet für Männer (die können da noch was lernen!  :zwinker: ), und ich glaube auch, dass viele Männer dieses Buch gelesen haben!
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Valentine

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #2 am: 18. Januar 2008, 11:19:37 »

Eigentlich wollte Emmi Rothner nur ein Abonnement abbestellen, doch ein Tippfehler führt sie mit Leo Leike zusammen, einem Sprachpsychologen, der sich zunächst über ihre fehlgeleiteten Mails ärgert, sie aber dennoch beantwortet. Daraufhin entwickelt sich ein reger Mailaustausch, der für beide bald fest zu ihrem Alltagsleben gehört.

Sie erfahren immer mehr über einander, streiten sich, versöhnen sich, scherzen und philosophieren und trinken sogar gelegentlich "gemeinsam" ein Gläschen Wein.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob sich die beiden einmal treffen sollten oder lieber nicht, um keine Illusionen zu zerstören ...

Ein sehr netter E-Mail-Roman. Emmi, die kein Blatt vor den Mund nimmt und manchmal regelrecht frech ist, und der eher ruhige und bedachte Leo, sind ein ungleiches Paar, weswegen auch immer mal wieder einer der beiden eine Weile beleidigt schweigt, doch dann kehren sie erneut zu ihren Mailaccounts zurück, um den Kontakt wieder aufzunehmen, der zu einem so wichtigen Bestandteil des Lebens geworden ist.

Das liest sich amüsant und flott weg, während man auch ein wenig ins Nachdenken kommt über das Thema "virtuelle Kontakte" und die Frage, bis zu welchem Grad diese unser Leben beeinflussen können und sollen. Lediglich das Ende hat mir persönlich nicht sooo gut gefallen.

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Wer lesen kann, hat ein zweites Paar Augen, und er muss nur aufpassen, dass er sich dabei das erste Paar nicht verdirbt.
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Klara

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #3 am: 18. Januar 2008, 11:52:24 »

Den Roman habe ich geschenkt bekommen. Gekauft hätte ich mir einen sogenannten email-Roman nicht. Ich wurde angenehm überrascht. Das kurze Gedankentennis der beiden Protagonisten hat mir gut gefallen. Zum Schluß schwächelte die Handlung etwas. Mit dem Ende fand Herr Glattauer wieder gut zurück, sehr originell.
Klara

Ich finde die Kategorie Liebes- und Frauenromane sehr passend. Warum nicht?
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Thanquola

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #4 am: 07. Februar 2008, 01:05:52 »

Ich fand das Buch auch unterhaltsam, war aber nach dem Riesengewese, das letztes Jahr darum veranstaltet wurde, auch ein bisschen enttäuscht.

Am besten gefiel mir der Anfang der Geschichte. Die hin- und herfliegenden e-Mails waren so witzig und schlagfertig, dass es mir unheimlich viel Spaß gemacht hat, das zu verfolgen. Wie bei einem Ping-Pong Spiel. Auch hatte ich auch irgendwie das Gefühl von einem "Knistern" in der Luft.

Nach dem ersten Drittel war für mich aber irgendwie die Luft raus, die Handlung drehte sich mehr oder weniger im Kreis, wenn auch immer noch recht unterhaltsam. Das Ende selbst fand ich passend und hätte es mir nicht anders vorstellen können.

Mein Fazit: Ein netter Roman für zwischendurch. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich auch nichts verpasst, wenn ich ihn nicht gelesen hätte.

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« Letzte Änderung: 07. Februar 2008, 03:42:48 von Thanquola »
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Miramis

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #5 am: 01. April 2008, 22:29:39 »

Ich habe "Gut gegen Nordwind" im Rahmen des SUB-Listen-Wettbewerbs 2008 gelesen; hier meine Meinung:

Eigentlich fängt alles ganz harmlos an, eine mehrmals fehlgeleitete e-mail führt zum Kontakt zwischen Emmi und Leo, der als Sprachpsychologe die Gelegenheit wahrnimmt und ihr ein paar Fragen stellt. Und ehe sich die beiden versehen, wird der e-mail-Verkehr zwischen ihnen häufiger und schiesslich zu einem festen Bestandteil ihres Lebens.

Ich fand es recht gut gemacht, wie sich der Ton der Nachrichten langsam verändert; von förmlichen Floskeln weg zu einem immer vertrauter werdenden Austausch, bei dem jeder versucht, sich einerseits dem anderen zu öffnen und doch gleichzeitig so viel möglich geheimzuhalten. Ein dünnes Eis, das die beiden da betreten, denn alles steuert auf eine virtuelle Liebesgeschichte zu, für die eigentlich keiner von ihnen frei ist.

Die Wortgefechte, die sich Emmi und Leo liefern, haben eine große Bandbreite und gehen von witzig-ironisch über philosophisch bis hin zu entwaffnend ehrlich. Bald schon steht der Wunsch nach einem Treffen im Raum, aber wäre das nicht das Ende ihres Dialogs? Was passiert, wenn die Vorstellung von dem virtuellen Gegenüber um Welten abweicht von der Realität?

Spannend ist es allemal, die Entwicklung dieser ganz besonderen Liebesgeschichte zu verfolgen und mitzuerleben. Für mich war es auch vom Schreibstil her eine neue Erfahrung, einen reinen "Briefroman", allerdings in sehr modernem Gewand, zu lesen. Die e-mails variieren von einsilbigen Wortgefechten bis hin zu mehrseitigen Gefühlsbekundungen und wechseln nicht unbedingt immer ab; manchmal schreibt einer der beiden auch mehrere e-mails, bevor der andere antwortet. Daher kommt es also nicht nur zu Dialogen, sondern ggf. auch zu Korrekturen des letzten Briefes oder zur Steigerung seines Inhalts. 

Leider endet dieses Spiel ziemlich abrupt und der Autor hat die Geschichte gerade noch so beendet, dass man sie als abgeschlossen betrachten kann. Ich hätte mir einen eindeutigeren Schluss gewünscht, egal mit welchem Ausgang. Andererseits hätte die Geschichte auch leicht zu platt oder kitschig werden können, wäre sie noch weitergesponnen worden. Jedenfalls habe ich mich mit dem Roman sehr gut amüsiert und ihn an einem einzigen Vormittag weggelesen.

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Thanquola

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #6 am: 20. Juli 2008, 09:30:54 »

Daniel Glattauer schreibt gerade an einer Fortsetzung zu "Gut gegen Nordwind".

Quelle

Eigentlich fand ich das Ende ja ganz passend und kann mir gar nicht vorstellen, wie eine Fortsetzung dazu passen soll. Irgendwie befürchte ich, dass dabei nur noch ein lauwarmer Aufguss herauskommt. Andererseits fand ich das Buch auch nett genug, um mir eine Fortsetzung zumindest mal näher anzuschauen. Vielleicht schafft es der Autor ja auch mich positiv zu überraschen.

Wie findet ihr das? Würdet ihr gerne eine Fortsetzung lesen?
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creative

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #7 am: 20. Juli 2008, 10:36:29 »

Ich sehe diese "Fortsetzung" auch eher skeptisch und werde sie wahrscheinlich nicht lesen. Das Besondere an diesem Buch war der Stil, die Form. Alles andere war weder neu noch spektakulär. Deshalb vermute ich auch in der Fortsetzung einen "lauwarmen" Aufguss, mal sehen, was die Kritiken sagen!
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Miramis

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #8 am: 20. Juli 2008, 13:44:26 »

Och, ich habe nichts gegen eine Fortsetzung und werde sie bestimmt lesen. Mir ging es ja am Ende zu schnell und mich würde es sehr interessieren, wie es mit den beiden Hauptprotagonisten weitergeht - da sind noch sehr viele Fragen offen. Nur zu kitschig darf es nicht werden.  :tsts:

Danke für den Hinweis, Thanquola!  :bussi:
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Klara

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #9 am: 20. Juli 2008, 20:25:48 »

Fortsetzung?
Das Ende finde ich sehr gelungen. Warum also nochmal von vorn anfangen? :zwinker:
Klara
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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #10 am: 21. Juli 2008, 09:39:45 »

Hmm ... ich bin da auch hin- und hergerissen. Einerseits würde mich schon interessieren, wie es weitergeht, andererseits war "Nordwind" so schön in sich abgeschlossen, obwohl ich mich mit dem Ende erst versöhnen musste.
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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #11 am: 24. August 2008, 12:45:55 »

Zitat
Schon mal Angst gehabt, dass sich in eine sehr private E-Mail ein klitzekleiner Fehler einschleicht - und plötzlich ein völlig Fremder die Nachricht bekommt? Emmi Rothner passiert das genaue Gegenteil. Eigentlich will sie nur ein Zeitschriftenabo kündigen. Doch durch einen Tippfehler landet die E-Mail bei Leo Leike, und zwischen den beiden entflammt ein zunächst zaghafter, mit der Zeit immer leidenschaftlicher Onlineflirt.

Quelle: kulturnews.de

Dieser Klappentext liest sich wie ein Geheimrezept für einen guten Roman, der alles enthält, was frau/mann sich wünscht: Spannung, Unterhaltung, eine innovative Liebesgeschichte, ganz modern im E-Mail-Format. Es klingt nach einem gemütlichen Lesenachmittag mit einer Tasse Tee und Keksen; danach, sein Herz für einige Stunden zu verlieren und es zufrieden gestellt nach der Lektüre wieder zu finden. Voll Erwartung schlug ich das Buch auf, freute mich auf den in vielen Rezensionen beschworenen „liebevoll gezeichneten, authentischen Figuren“… und hatte am Ende das Gefühl das Buch nicht lieben, sondern verbrennen zu müssen.

Diese so liebevoll gezeichneten Charaktere sind das, was ich als hohl bezeichnen würde. Nicht nur von der Art des Beschreibens her, allein für ihren Intelligenzquotienten wäre das das passende Adjektiv.
Emmi Rothner, eine Frau, die offensichtlich unter starken Minderwertigkeitskomplexen leidet, unter dem Drang immer wieder in ihrer Schönheit von anderen Männern bestätigt zu werden, versucht sich von einem aufgezwungenen Abo zu befreien und verschickt eine mehr als unfreundliche und unhöfliche Mail an den Kundenservice. Realistischerweise landet genau diese E-Mail bei einem Mann, Leo Leike, gerade von der Partnerin verlassen, hoch intellektuell und offensichtlich beziehungsunfähig,was sich im Laufe der Handlung als absolut nachvollziehbar erweist.
Auf 300 Seiten spielen die beiden Charaktere „Mensch-ärger-dich-nicht“. Zwei erwachsene Menschen, die sich mögen, aber sich nicht treffen. Zwei erwachsene Menschen, die sich mögen, verlieben, sich belügen bleiben nicht nachvollziehbarer weise immer bei der Höflichkeitsformel „Sie“. Sie wollen sich spüren, lieben, sogar miteinander schlafen… ohne sich zu kennen, sich gesehen zu haben, sich gespürt zu haben.
Und so bleibt der Inhalt von 300 Seiten ziemlich leer. Es ist ein Kreiselspiel – Immer wieder zum Ausgangspunkt zurück. An dieser gähnenden Langeweile kann auch die Reaktion des Ehemannes von Emmi nichts ändern, kommt sie doch einigermaßen konstruiert vor, einigermaßen unrealistisch. Es erscheint dem Leser, als wäre dem armen Autor nicht eingefallen, wie er die „spannungsgeladene Atmosphäre“ in einen Höhepunkt verwandeln kann… so entschied er sich für eine typische Szene aus den „Bergarzt“-Romanen, die schon dort eher in den Bereich des klischeehaften gehören und hier als neue, innovative Idee ein Revivel feiern.

Meine Frage ist, ob der Autor solch hohle Figuren geplant hatte oder aber die Figuren einfach nur so wirken, weil die Handlung auch eher arm ist? Man erfährt nichts über die Figuren, über ihr Innenleben, ihr Denken. Sie erfahren keine Weiterentwicklung, keine offensive Veränderung. Sie drehen sich im Kreis, um es mal zusammenzufassen: Emmi zickt ihn ähnlich eines pubertierenden Teenagers an, er antwortet nicht wie ein Freund oder Bekannter, sondern wie ein Lehrer, ein älterer Herr - „Benehmen sie sich nicht so!“ und schon hat man wiederum das Gefühl, dass entweder die Charaktere extrem dämlich sind, um es salopp zu formulieren, oder aber der Autor sie in eine schnelle Aktion-Reaktion-Spirale bringen wollte, um Spannung aufzubauen, was meiner Ansicht nicht nur ziemlich misslang, sondern auch der Geschichte die gesamte Ernsthaftigkeit, den gesamten Realismus nimmt.

Was bleibt?

Ein Frauenroman, ähnlich einem Nackenbeißer mit klischeehafter Handlung, steifen, emotionslosen Charakteren und einer blutleeren Geschichte, die sich neben dem „Bergdoktor“ einreihen kann. Nichts ist übrig geblieben von einem „schönen Lesenachmittag“…

Bewertung:

 1ratten
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cori

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #12 am: 10. September 2008, 09:29:06 »

Hi,
ich finde GENAU DEN ANFANG schlecht und den Schluss sehr gelungen. Ich habe das Buch verschlungen. Ja, es ist für Zwischendurch, aber das kann ja auch manchmal recht nett sein, nicht wahr? Ich mochte das Buch sehr.

lg cori

 
4ratten (weil es eine GUTE seichte Literatur ist)
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Schandmaul

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #13 am: 10. Oktober 2008, 13:31:08 »

Mir persönlich hat das Buch „ Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer gut gefallen. Der außergewöhnliche E-Mail Roman ist sehr kurzweilig und damit gut geeignet für Zwischendurch. Durch die Aufteilung der Handlung in kleine „E-Mail Häppchen“, ist das Buch gut und schnell zu lesen.
Die Handlung ist nett, innovativ und die Mails reichen von philosophisch und ironisch. Da mir gerade letzteres sehr zusagt, habe ich die abwechslungsreichen Wortgefechte gerne gelesen.

Trotz allem passiert nicht viel und die Handlung nimmt kaum überraschende Wendungen, abgesehen vom Ende. Das hätte ich in dieser Form nicht erwartet, ich hatte ja auf ein schönes Happy – End gehofft, wobei mein Wunschende wohl nicht für alle ein Happy End geworden wäre.

Alles in allem ein nettes Buch für zwischendurch & deswegen  3ratten
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Line

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Re: Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind
« Antwort #14 am: 22. November 2008, 10:37:23 »

Ich hab mir wesentlich mehr von diesem Buch erwartet. Meiner Meinung nach soll dag bei seinen Kolumnen bleiben. Das Ende fand ich noch am besten, eine Fortsetzung finde ich nicht unbedingt notwendig. Trotzdem (weil es ja auch viel seichter sein hätte können):

 3ratten
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