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Autor Thema: Anthony McCarten - Superhero  (Gelesen 1479 mal)

Emily

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Anthony McCarten - Superhero
« am: 07. März 2007, 13:40:34 »



Inhalt:
Donald Delpe ist 14 Jahre alt, mit den typischen Wünschen eines Jungen in diesem Alter. Doch er hat wesentlich weniger Zeit, diese Wünsche wahr werden zu lassen, als die meisten anderen, er hat Leukämie. Zusammen mit dem Therapeuten Adrian versuchen seine Eltern ihn davon zu überzeugen, dass er kämpfen muss. Seine Wünsche und Gefühle drückt Donald aus, in dem er Comics von seinem selbst erfunden, unsterblichen Superhelden MiracleMan zeichnet. Ihn lässt er all das erleben, von dem er glaubt, es selbst nicht mehr erfahren zu können. Sein größter Wunsch ist es, den Sex kennen zu lernen. Auf der Suche nach dessen Erfüllung, lernt er die Liebe kennen.

Meine Meinung:
Ein absolut beeindruckendes Buch, schonungslos ehrlich, eine emotionale Achterbahn. Trotz des ernsten Themas ist es kein durchweg trauriges Buch. Natürlich gibt es auch diese Stellen, und die haben mich alles andere als kalt gelassen. Aber genauso gibt es fröhliche Passagen, mutmachende, das Leben bejahende. Man begleitet Donald auf seinem Weg, oder besser gesagt während seines Kampfes. Die Comics, die er wie eine Art Tagebuch zeichnet, sind in Textform beschrieben. Sie lockern das ganze Buch immer wieder auf. Genauso wie Donalds freche Art, der kein Blatt vor den Mund nimmt.
Ein weiterer Hauptcharakter ist der Therapeut Adrian, der durch Donald auch sein eigenes Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten lernt.
Schonungslos werden die Folgen und Nebenwirkungen der Chemotherapie und der Bestrahlungen beschrieben. Donald sieht seine Situation sehr realistisch, schockt seine Umgebung gerne, in dem er ausspricht, was die anderen versuchen zu verdrängen.
Trotz all dieser traurigen Situationen handelt das Buch nicht vom sterben, sondern vom leben. Es beschäftigt mich immer noch, einige Tage nach der Lektüre, und wird das auch sicher noch eine Weile tun.

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bane77

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Re: Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #1 am: 04. November 2008, 11:38:44 »

Meine Meinung:
Donald, ein typischer 14-jähriger Junge, hat Krebs. Wie er und seine Umwelt damit umgeht, dies erzählt dieser großartige Roman auf eine unsentimentale, völlig überraschende, teils skurrile Weise.
Köstlich amüsiert habe ich mich über die sexuellen Vorstellungen pubertierender Jungs, die noch nicht einmal ein Mädchen geküsst haben. Ihr Vorstellungen wie man sich an Frauen ranmacht, über die Wünsche der Frauen, über Sex. Herrlich! Was habe ich gelacht....
Mädchen ist natürlich das große Thema für Donald und er wünscht sich nichts sehnlicher als mal mit einer Frau zu schlafen. Diese Sehnsüchte, seine Ängste bezüglich der Krankheit, das alles verarbeitet er in seinen Comics. Ausschnitte von den Comics über MiracleMan tauchen immer wieder im Roman auf - als Textfassung versteht sich. Sie bringen dem Leser Donald noch näher, seinen Gedanken, Gefühlen. Auf den ersten Blick, sind sie für die Eltern - und auch für den Leser - nicht gerade jugendfrei, gewalttätig, skurril. Aber mit der Zeit und auch durch Donalds Therapeuten Adrian erkennt man die Story hinter dem Comic.
Es werden auch sehr intensiv die Gefühle, das Leid der Eltern geschildert, wie ihr ganzes Leben, und auch ihre Beziehung durch die Krankheit ihres Sohnes beeinflusst wird. Für mich als Mama, war es sehr schlimm zu lesen wie schwer das Ganze für die Donalds Mutter ist, wie sie sich verbeißt, hunderte Bücher über Krebs liest und verzweifelt kämpft.
Donalds Leben verknüpft sich mit Adrian, einem Psychotherapeuten, der helfen soll Donald zum Kämpfen zu bewegen. Adrian hat selbst Probleme in Liebesdingen und Donalds unkomplizierte Art bringt auch ihn dazu sein Leben zu überdenken.
Ein wunderbarer Roman über die Liebe, das Leben und die Vergänglichkeit.

Zusammengefasst: gelacht, geweint, genossen.

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Muertia

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Re: Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #2 am: 14. Dezember 2008, 18:48:24 »

Meine Meinung:

Ein bewegendes Buch über das Leben, die Vergänglichkeit und über Träume. Lebe deinen Traum, denn schon morgen könntest du keine Gelegenheit mehr dazu haben.

Donald hat Krebs. Schonungslos wird der Leser in das Geschehen geworfen, mit Nebenwirkungen einer Chemotherapie konfrontiert und mit der ohnmächtigen Machtlosigkeit von Donalds Eltern. Aufkeimende Hoffnung und niederschmetternde Diagnosen begleiten den Leser auf Donalds Weg. Komischerweise hatte ich fast zu keiner Zeit während des Lesens Mitleid mit Donald, der mit seine Situation beeindruckend umgeht wie ich finde. Die Erzählung ist zu keiner Zeit kitschig oder drückt auf die Tränendrüse. Donalds Therapeut Adrian ist mir während des Lesens besonders ans Herz gewachsen. Zu Anfang lässt er sich durch die ein oder andere Aussage von dem schonungslosen Donald durchaus schocken und völlig aus dem Konzept bringen. Nach und nach aber findet er einen richtigen Zugang zu dem Jungen und springt schließlich nicht nur auf eine Art und Weise über seinen eigenen, ihn blockierenden Schatten.

Fazit: Ein Buch, bei dem ich glücklicherweise nicht weinen musste, das mich aber tief nachdenklich zurücklässt.

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Viele Grüße
Muertia
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Flor

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Re: Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #3 am: 15. Dezember 2008, 03:20:42 »

Mich hat ja Anthony MCCartens "Der englische Harem" voll überzeugt aber vor diesem Theman habe ich regelrecht Angst.
Angst ob ich es nicht verkraften kann weil es so traurig ist.
Mag mir einer sagen natürlich verspoilert ob das Buch sehr traurig endet, ob der Junge stirbt oder ob es noch irgendwie Hoffnung gibt?
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Emily

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Re: Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #4 am: 17. Dezember 2008, 23:03:11 »

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Das Thema ist wirklich sehr berührend und lässt einen nachdenklich zurück. Aber wirklich traurig ist es meiner Meinung nach nicht.
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mara84

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Antw:Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #5 am: 25. September 2009, 20:07:41 »

*hervorkram*

Dieses Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste. Habe vor kurzem die Wiederholung der letzten "Die Vorleser"-Sendung gesehen. Rufus Beck (er hat das Hörbuch gesprochen) hat wunderbar von dem Buch geschwärmt. Er hat das Buch glaubwürdig und auf sehr sympathische Art und Weise in den Himmel gehoben.

Und die Rezis hier verdoppeln den Wunsch!!!!  :breitgrins:
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Re: Anthony McCarten - Superhero
« Antwort #6 am: 27. Juli 2010, 15:42:23 »

Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich musste es erst mal wirken lassen, bevor ich meine Eindrücke dazu sammeln und ausdrücken kann. Die Geschichte hat mich wirklich berührt.

Ich habe erst einmal eine ganze Weile gebraucht um mit der Geschichte warm zu werden. Zunächst einmal fand ich Donald (die Hauptperson) furchtbar. Ich konnte sein Verhalten nicht nachvollziehen und seine pupertäre Sexgedanken fand ich völlig übertrieben. Außerdem habe ich die Einschübe des MiracleMan-Comics nur als störend empfunden.
Aber nach einer Weile habe ich mich an den Stil von McCarten gewöhnt und je mehr man über Donald erfuhr, desto besser konnte ich mich auch mit seinem Verhalten abfinden. Mittlerweile befürchte ich auch, dass Donalds pupertäre Vorstellung über Sex wahrscheinlich recht treffend für 14jährige Jungen sind. :breitgrins:
Meine Meinung:
Komischerweise hatte ich fast zu keiner Zeit während des Lesens Mitleid mit Donald, der mit seine Situation beeindruckend umgeht wie ich finde. Die Erzählung ist zu keiner Zeit kitschig oder drückt auf die Tränendrüse.
Das kann ich nur unterschreiben! Das macht meiner Meinung nach auch das Besondere der Geschichte aus. Mir gefällt es besonders gut, dass McCarten es schafft, Donalds Geschichte zu erzählen ohne dass man völlig vor Mitleid mit dem armen kranken Jungen dahin schmilzt. Dadurch erreicht das Buch eine ganz andere Tiefe.
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Obwohl ich bis zum Ende nicht ganz mit MiracleMan warm geworden bin, finde ich die Idee des eingeschobenen Comics in beschreibender Form als sehr gelungen.

Mein Fazit: Ein Buch, was mich berührt hat ohne mich in Trauer zu stürzen!      4ratten
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