Habe fertig.
Den beiden obigen 5-Ratten-Bewertungen schließe ich mich an, das Buch ist wirklich super.
Rezi:Eines Nachts verschwinden die Sterne und der Mond, Satelliten fallen vom Himmel und weltweit bricht die Telekommunikation zusammen. Auch die Sonne, die am nächsten Morgen aufgeht, scheint irgendwie verändert. Schnell steht fest, dass die Erde von einer seltsamen Membran eingehüllt worden ist. Das wäre vielleicht noch nicht allzu schlimm, aber die Tatsache, dass die Zeit auf der Erde nun anders vergeht als im restlichen Universum, schon. Eine irdische Sekunde entspricht einigen Jahren außerhalb der Membran. Was bedeutet, dass der Tod der Sonne schon in einigen Jahrzehnten Erdzeit eintreten wird. Das Ende der Welt, wie die Menschen sie kennen, naht.
Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt. Der Ich-Erzähler Tyler Dupree ist ein Mann in den 50ern. Er erinnert sich, wie er als 12jähriger das Verschwinden der Sterne beobachtete, und er berichtet über die Folgen. Wie sein bester Freund Jason sein Leben der Erforschung der Membran (genannt Spin) widmete. Wie Jasons Zwillingsschwester Diane sich aus Angst vor dem Spin in eine christliche Sekte flüchtete. Tyler ist ein eher passiver Beobachter, deshalb ist die ganze Geschichte ruhig gehalten, es gibt kaum Action. Was aber nicht bedeutet, dass das Buch nicht spannend wäre. Das ist es, und wie! Wie lebt man mit dem Wissen, dass die Zeit des Planeten abläuft? Ich finde, der Autor hat diese Frage sehr gut beantwortet.
In "Spin" gibt es keine Figur und keine Szene zuviel. Auf jeder Seite findet man etwas Interessantes. Für mich als Marsfan war das Spannendste im Buch das Terraforming des Mars, an dieser Stelle habe ich mir fast einen eigenen Spin gewünscht. Auf einer Seite erwähnt der Autor das Spin-Schwindelgefühl - Schwindelgefühle sind bei "Spin" garantiert

, vor allem, wenn man an die gewaltigen Zeiträume denkt, die draußen im Universum vergehen.
Die Auflösung hat mir gut gefallen, auf die Beweggründe der Hypothetischen wäre ich selber wohl nicht gekommen.
Ich empfehle das Buch gerne weiter; für alle, die auf Action und Technogefasel stehen, ist der Roman aber wahrscheinlich nichts.
Auf die Fortsetzung "Axis" bin ich schon sehr neugierig, frage mich allerdings, ob sie wirklich nötig ist, "Spin" ist nämlich ein abgeschlossener Roman.

***
Aeria