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Autor Thema: Paul Auster - Stadt aus Glas/New York-Trilogie  (Gelesen 2656 mal)

Polkadot

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Re: Paul Auster - Stadt aus Glas
« Antwort #15 am: 05. Juli 2008, 16:01:07 »

@Thanquola: Ich hatte vorher schon Das Buch der Illusionen von Auster gelesen. Das fand ich bei weitem nicht so anstrengend wie Stadt aus Glas. Es war schön erzählt, aber für mich persönlich als Geschichte eher belanglos. Ich verstehe immer noch nicht, was an Auster so genial sein soll, dass sich Schüler durch seine Bücher quälen müssen.

Die New-York-Tilogie liegt übrigens immer noch auf meinem SaB...

LG, Polkadot :winken:
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Muertia

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Re: Paul Auster - Stadt aus Glas
« Antwort #16 am: 05. Juli 2008, 21:08:04 »

[Bis jetzt hat mir das Buch wirklich super gefallen - total guter Start.
Ja das Gespräch zwischen Quinn und Stillman bzw. Stillmans Monolog ist schon wirklich an der Grenze.
Aber jetzt bin ich gespannt was da noch kommt...

Huhu Mara,

ich hoffe, dass dir das Buch auch weiterhin so gut gefallen wird wie der Anfang. Es muss ja nicht jedem so ergehen wie z.B. Jaqui und mir  :rollen:

Viele Grüße
Muertia
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:lesen: Rebecca Gablé - Der dunkle Thron
SuB: 6 (+16 bereits bestellte Bücher, um den SuB mal ein wenig aufzuwerten)

mara84

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Re: Paul Auster - Stadt aus Glas
« Antwort #17 am: 06. Juli 2008, 13:39:05 »

  Hallo!

Habe das Buch nun soeben zugeklappt und den ersten Teil der Trilogie STADT AUS GLAS beendet.

Zu Beginn meint man wirklich einen Detektivroman in Händen zu halten.
Das ändert sich jedoch allmählich und man weiß nicht mehr so recht wie man dieses Werk einordnen bzw. wo zuordnen sollte.
Die Identitäten der Personen sind so verschwommen und jede Person verschwindet. Niemand bleibt übrig.
Jeder ist mit jedem verbunden und alles hängt zusammen, oder auch nicht...
Also ich bin schon sehr verwirrt... 

Allerdings muss ich sagen, dass es mir schon gut gefallen hat. Hat mich nicht umgehauen - aber das liegt wohl daran, dass ich einfach ZU verwirrt bin.

Jedenfalls werd ich mich jetzt noch in die Weiten des Internets begeben und mal schauen was ich da so über das Buch finde.
Bin jedenfalls schon gespannt auf die beiden weiteren Bücher der New York-Trilogie.

Für Stadt aus Glas gibt es von mir nun
 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


Liebe Grüße



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Mit Büchern habe ich das meiste Gespräch Seneca

Georg R.R. Martin - Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 01)

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Blume88

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Re: Paul Auster - Stadt aus Glas
« Antwort #18 am: 10. August 2008, 22:07:03 »

Oh oh, das hat mich jetzt echt umgehauen!

Ich liebe Auster - mein absoluter Lieblingsautor! Ich habe bisher...hmm, ca. 7 Romane von ihm gelesen (inkl. der New York Trilogie) und einen Film, für den er das Drehbuch geschrieben hat, gesehen.

Und ich will immer mehr *gg* Ich liebe seine verworrenen Geschichten, die immer wieder mal klar, mal unklar sind und am Ende oftmals offen bleiben.

Doch, ich muss sagen, dass Die Stadt aus Glas nicht sein bestes Buch ist, meiner Meinung nach zumindest. Mein erstes Buch von ihm war "Das Buch der Illusionen" und ich habe es geliebt!! Wenn ein Buch einen zum Weinen bringen kann, ist es echt was besonderes. Seit diesem Buch verschlinge ich einen Auster nach dem anderen.

Ich kann aber auch sehr gut verstehen, wenn es jemanden gar nicht liegt - sein Stil ist schon sehr besonders und man muss sich reinfinden. Als erstes Buch würde ich auch keinem Die New-York Trilogie empfehlen, sondern eher Das Buch der Illusionen, Im Land der letzten Dinge oder Mr. Vertigo. Also, versucht es nochmal, es lohnt sich echt sehr!!  :klatschen:

Trotz der Verworrenheit bekommt Die Stadt aus Glas:  4ratten

Überlegts euch echt noch mal... und lest einen anderen Auster!
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If the world weren't such a beautiful place we might all turn into cynics
(Paul Auster)

Annabas

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Antw:Paul Auster - Stadt aus Glas
« Antwort #19 am: 22. November 2009, 22:56:38 »

Ich stelle mal meine Rezi hier dazu - zum ersten Teil der Trilogie ist ja in diesem Thread schon viel geschrieben worden. Vielleicht kann einer der Moderatoren den Titel auf die Trilogie erweitern?

Paul Auster – Die New York-Trilogie



Teil 1: Stadt aus Glas
Alles beginnt mit einer falschen Telefonnummer. Daniel Quinn, Autor von Kriminalromanen, wird von einem geheimnisvollen Anrufer mit dem Privatdetektiv Paul Auster verwechselt und wird in die Wohnung eines „neuen Klienten“ eingeladen. Quinn nimmt die ihm zugefallene Rolle an und lernt so Paul Stillmann kennen, der als Kind von seinem Vater viele lange Jahre in einem dunklen Zimmer eingesperrt worden war und immer noch darunter leidet. Sein Vater, der als die Sache ans Licht kam, in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, soll nun frei gelassen werden. Paul Stillmann befürchtet, dass sein Vater ihm nach dem Leben trachtet und bittet „Paul Auster“ um Schutz. Quinn nimmt den Auftrag an, der dann jedoch sein Leben mehr als ihm lieb ist beeinflusst ...

Der erste Satz:
„Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen Ende fragte nach jemandem, der er nicht war.“

Meine Meinung zum ersten Teil:
Hier bin ich sehr zwiegespalten. Auf der einen Seite schreibt der Autor phantastische Dialoge und einen ebenso phantastischen Monolog, doch die Geschichte an sich zeigt Schwächen und verläuft am Ende irgendwie im Sand.
Der Anfang gefiel mir sehr gut. Stillmann-Sohns abgehackte Erzählung zog mich total in Bann, von mir auch hätte er noch über Seiten weiter von seinen Erlebnissen berichten können. Auch später, als Quinn Stillmann-Vater kennenlernt, entwickeln sich wunderbare Dialogen zwischen den beiden Fremden.
Doch das hat leider nicht ganz gereicht, um mich über das ganze Buch hinweg zu begeistern. Insbesondere das Ende ist schwach. Während die Geschichte um Quinn und Stillmann-Sohn noch sehr interessant mit Quinns fast zwanghaftem Rollenspiel zu lesen ist, versickert der Schluss in der Leere. Es fehlt irgendwie ein Höhepunkt oder wenigstens entscheidendes Ereignis, daher hat mich der Schluss auch sehr enttäuscht.

Teil 2: Schlagschatten
Privatdetektiv Blue bekommt von White den Auftrag, Black zu beschatten. Den Grund für den Auftrag kennt er nicht, doch er macht sich sofort an die Arbeit. Während Blue Black beobachtet (der zunächst gar nichts Außergewöhnliches macht), wird er zunehmend von ihm fasziniert und schließlich verrennt er sich in eine gefährliche Idee ...

Der erste Satz:
„Zunächst ist Blue da.“

Meine Meinung zum zweiten Teil:
Am besten an dieser Geschichte fand die Idee mit den Farbennamen – Mr. Green, Mrs. Gray oder Mr. Gold, das ist originell zu lesen. Aber die Geschichte selbst sagte mir gar nichts. Andere Rezensenten vergleichen die Stimmung mit der in Kafkas Büchern, dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Während bei Kafka für mich immer eine gewisse Gefahr im Hintergrund mitschwingt, lässt mich Auster hier nur ratlos und etwas gelangweilt zurück. Der zweite Teil der Trilogie ist eindeutig schwächer (und so kurz, dass sich vielleicht auch gar keine Geschichte entwickeln kann/soll) als der erste.

Teil 3: Hinter verschlossenen Türen
Fanshawe ist Pauls Sandkastenfreund. Im Lauf der Zeit haben sich die beiden aus den Augen verloren und so ist Paul sehr überrascht, einen Anruf von Sophie, Fanshawes Frau, zu erhalten. Sophie erzählt Paul, dass ihr Mann spurlos verschwunden ist und bittet ihn, dessen Manuskripte an sich zu nehmen. Paul besucht Sophie und verstrickt sich tief in das Leben seines Freundes – so sehr, dass er immer stärker dessen Stelle einnimmt. Doch Paul weiß genau, dass Fanshawe noch am Leben ist und damit sein neues Leben mit seinem Auftauchen gefährdet. Inzwischen völlig besessen macht sich Paul auf die Suche nach Fanshawe und erfährt dabei, dass er Teil eines Spieles ist ...

Der erste Satz:
„Es scheint mir jetzt, dass Fanshawe immer da war.“

Meine Meinung zum dritten Teil:
Diese Geschichte fand ich ganz phantastisch! Der Autor schildert, wie Paul langsam aber unaufhaltsam in ein anderes Leben hineingleitet und wie er dieses neue Leben für sich vollständig annimmt. Alles erscheint unausweichlich, und hier hat der Autor auch eine überraschende Wendung am Schluss eingebaut. Obwohl die Erzählung nicht wirklich spannend ist, erzielt sie eine gewisse Sogwirkung, denn als Leserin wollte ich unbedingt wissen, was denn nun mit Fanshawe los ist und wie es mit Paul weiter geht. Super!



Da ich die drei Geschichten so unterschiedlich beurteile, möchte ich keine Gesamtwertung abgeben. Vielleicht hätte ich die erste Geschichte auch anders erlebt, wenn ich sie nach der dritten gelesen hätte. Ich bereue es jedenfalls nicht, das Buch gelesen zu haben, wenn es auch teilweise zäh war.

Der Schreibstil gefiel mir bei allen Geschichten, sie sind gut zu lesen und haben auch stellenweise einen gewissen trockenen Humor. Ich werde sicher noch ein weiteres Buch von Paul Auster lesen – allerdings werde ich mir seine Bücher aus der Bücherei holen und nicht kaufen, das wäre mir zu riskant.

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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:blume:   "Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten." Rabindranath Tagore (1861-1941)
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