Soneas Ausbildung in der Gilde beginnt. Als Novizin wird ihr schnell bewusst, dass sie als das Mädchen aus dem Hüttenviertel von den anderen Novizin nicht akzeptiert wird. Auch ihre Versuche, dem Spott und den Angriffen ihrer Mitschüler durch ihre Leistungen zu entkommen, befreien sie nicht von dieser Situation – im Gegenteil. Einzig ihr Mentor Rothen scheint ein Ruhepol für sie zu sein, bei dem sie sich sicher fühlen kann und der sie ohne Vorbehalte akzeptiert.
Als allerdings Akkarin, der Hohe Lord der Gilde, Sonea unter seine Aufsicht nimmt, scheint jegliche Hoffnung aus ihr zu weichen. Sie kennt Akkarins dunkle Machenschaften und lebt fortan in ständiger Angst vor ihm und um ihre Freunde...
Im zweiten Teil der Trilogie um die Gilde der Schwarzen Magier bekommt der Leser einen Eindruck vom Alltag in der Gilde, von der Ausbildung, die die Novizen genießen und vom Charakter der verschiedenen Magier. Dies alles ist interessant und durchaus lesenswert, allerdings fehlt der ersten Hälfte des Buches Spannung. Es entsteht der Eindruck, dass es sich nur um eine notwendige Verbindung des ersten und des dritten Bandes handelt, die der Gesamthandlung mehr Substanz verleiht und Frage aufwirft, die im finalen Band geklärt werden.
Glücklicherweise ist der zweite Teil des Buches um einiges spannender, actionreicher und allgemein rasanter, was die Ereignisfolge betrifft. Hier scheint Trudi Canavan zu der gewohnten Form des ersten Bandes zurück zu finden. Der Lesefluss wird davon natürlich überaus positiv beeinflusst, so dass es zumindest mir schwer fiel, die Lektüre zu unterbrechen.
Dennoch hat es mich enttäuscht, dass sehr wenig auf die Inhalte des Unterrichts eingegangen wurde. Da sich nahezu der gesamte Handlungsstrang um Sonea um das Leben in der Gilde dreht und lange Zeit der Unterricht im Vordergrund steht, waren meine Erwartungen an die diesbezüglichen Ausführungen wesentlich größer. Leider bleibt der Leser zumindest bezüglich der Disziplinen Alchemie und Heilkunst aber ziemlich unwissend. Schade.
Durch die Unterteilung des Buches in zwei Handlungsstränge – einerseits die Erlebnisse Lord Darryls als Botschafter der Gilde, andererseits das eben genannte Leben in der Gilde – wird die im ersten Teil gelegentlich etwas lang gezogene Betrachtung der Gilde immer wieder aufgelockert, was es für den Leser in meinen Augen einfacher macht, auch in nicht ganz so spannenden Szenen am Ball zu bleiben. Dafür bekommt das Buch von mir auf jeden Fall ein Plus, zumal beide Handlungsstränge auf nicht unerhebliche Weise miteinander verknüpft sind.
Trotz einiger Dinge, die mir gefehlt haben, habe ich das Buch mit Begeisterung gelesen und bin gespannt auf den letzten Teil der Trilogie. Es wurden viele Fragen aufgeworfen, die es zu beantworten gilt und ich vermute, dass nicht alle Magier das sind, was sie bisher zu sein scheinen.
Meine Wertung:

+
