Na das ist doch mal ein nettes Thema - ich bin nämlich passionierte Leserin von Dramen - nur fürchte ich, dass meine Lieblingsdramen (ausser den berühmten Ausnahmen

) eher nicht unter 'Weltliteratur&Klassiker' passen - aber einige davon werden ganz sicherlich auch irgendwann einmal Klassiker - und dann kann es ja nicht schaden, wenn ich sie hier mal erwähne

Meine ersten Dramen (ausserhalb von dem, was ich damals in der Schule lesen 'musste') las ich als ich mit Anfang 20 die amerikanischen Schriftsteller für mich entdeckte:
Eugene O'Neill

(Ich gebe pro Autor jeweils nur ein Beispiel an - aber ich habe meistens mehrere von jedem gelesen)
O'Neill ist glaube ich auch wohl der einzige Dramatiker geblieben, von dem ich Theaterstücke gelesen habe, OHNE eine Verfilmung vorher oder nachher gesehen zu haben.
Bei
Tennessee Williams war das schon anders - mein ewiges Lieblingsdrama von ihm (AUCH als Film unerreicht):


Interessant war dann aber auch immer zu sehen, wie ich die Stücke empfand, wenn ich sie erst nach dem Film las - viele versuchte ich vor den Filmen zu lesen aber meistens wurde ich überhaupt durch Filme erst darauf aufmerksam und sah mir die Filme an um anschliessend die Stücke zu lesen
(JA - ich bin eher vom Kino als vom Theater geprägt - tut den Stücken nicht immer gut aber liegt vielleicht an der Situation dass es bei uns vor 20 Jahren eher weniger als mehr Theater gab - und somit griff ich also eher aufs Kino zurück)
Irgendwann wurde ich dann so süchtig, dass ich natürlich nicht mehr auf Übersetzungen zurückgriff, sondern mir die Bücher im Original holte:
Beth Henley gehört dazu (und JA - auch ihr Drama wurde verfilmt

)


Der meistgespielte Dramatiker Amerikas (neuester Zeit) darf natürlich nicht fehlen:
Sam Shepard

(da war es ganz praktisch dass er sich selber auch als Schauspieler im eigenen Stück einsetzen konnte

)
Und von ihm kann ich wirklich ALLES empfehlen
Mein Lieblingsautor der letzten Jahre ist
Patrick Marber und zu seinem Stück schrieb er dann auch selber das Script zum Film


witzigerweise steht im Buch, dass man bei eventuellen Aufführungen nicht EIN Wort ohne Einwilligung des Autors ändern dürfe - und in seinem Script zum Film ist er dann hingegangen und hat eine der Figuren, die im Stück sterben, überleben lassen - aber als Autor darf er das dann wohl auch
David Auburn habe ich entdeckt, weil ich die Pulitzer-Gewinner immer im Auge behalte - und hierfür gab es verdienterweise einen Preis:


In Deutschland ist
Eric Emmanuel Schmitt vor allem durch seinen Monsieur Ibrahim bekannt, in Frankreich ist er einer der meistgespielten Dramatiker - wenn ich es gewusst hätte, dass der Premierenabend von diesem Stück


mit Alain Delon in der Hauptrolle stattgefunden hat - ich wäre nach Paris gefahren um es zu sehen

Dramatisch Grüsse,
Kenavo