Tief unter der Erde wartet der Drache seit Jahrtausenden darauf, endlich wieder erwachen zu dürfen, seit Ewigkeiten lodert sein Feuer. Und seine Wut.
Es sollte eigentlich nur ein kleiner Ausflug in die Umgebung sein, doch als Michael nach einem Nickerchen in der Sommersonne wieder aufwacht, ist nichts mehr so, wie es war. Plötzlich sieht er alles nur noch zweidimensional und die Welt scheint wie mit roter Farbe übermalt. Michaels Augen brennen und er weiss nicht, wie ihm geschieht.
Doch dann merkt der Junge, welche Macht ihm verliehen worden ist. Erst versteht er nicht, was die diamantartigen Tierköpfe und das Brennen seiner Augen bedeuten, dennoch verfällt er immer mehr der Versuchung des BLICKs, wie er ihn nennt.
Michael beginnt, sich zu verändern. Die Macht, und mit ihr der Drache, nimmt Besitz von ihm. Und auch dem merkwürdigen Mr. Cleever entgehen die neuen Fähigkeiten des Jungen nicht. Und Cleever realisiert, wie wichtig Michael für seinen Plan ist.
Unterdessen wehrt sich Michaels Bruder Stephen, der auch vom Drachen gerufen wurde, wehement gegen das Böse in ihm. Zusammen mit Pfarrer Tom, der mit der Ausgrabung eines antiken Kreuzes auf dem Kirchengelände den Stein erst ins Rollen gebracht hat, macht Stephen sich daran, sich seinem eigenen Bruder in den Weg zu stellen...
Seltsam. Dieses Wort begleitete mich beim Lesen dieses Buches. Die Geschichte wird langsam und stockend erzählt, und obwohl die Sprache einfach gehalten ist, muss man des Öfteren Sätze mehrmals lesen. Erst gegen Ende des Buches kommt Spannung auf.
Der Leser wird von Anfang an mit vielen Fragen konfrontiert. Was für eine Beziehung haben die einzelnen Familienmitglieder? Mögen sie sich überhaupt? Welche Rolle spielt Michael, der Antipathien erweckt?
Auch die Figuren überzeugen wenig. Die Beziehung zwischen Pfarrer Tom und Michaels Schwester Sara scheint sehr oberflächlich zu sein und im Allgemeinen überzeugt auch Tom als Pfarrer nicht wirklich.
Trotzdem möchte man als Leser wissen, was weiter geschieht. Man ist neugierig auf den Fortgang der Geschichte. Das spannende Ende der Geschichte entschädigt einen für den lahmen Beginn des Ganzen.
Für diejenige, die epische Fantasy oder beissende Ironie wie in in der "Bartimäus"-Trilogie erwartet, wird enttäuscht. Das Buch ist ein Buch für jüngere Leser, ohne hohe literarische Ansprüche. Alles in Allem ist "Drachenglut" ein nettes Buch. Aber leider nicht mehr.

