Grappa und der Wolf - Gabriella Wollenhaupt


Klappentext / Textauszug:
Zögernd trat ich näher. Willi deutete mit dem Finger auf die rechte Kopfseite. „Sein Ohr ist weg“, meinte er lapidar. Tatsächlich. An der Stelle, an der normalerweise die Ohrmuschel saß, war nur eine blutverkrustete Wunde. „Mir wird schlecht“, kündigte ich an. „Reiß dich zusammen“, befahl Willi, „kotzen kannst du später. Jetzt müssen wir die Bullen rufen.“ „Okay“, nickte ich, „es wird Zeit, dass sich Experten der Sache annehmen. Du verschwindest jetzt am besten, sonst nehmen dir die Grünen noch den Film und die Bilder weg“.
Meine Meinung:
„Grappa und der Wolf“ ist das siebte Buch aus einer inzwischen 12-teiligen Reihe mit der Journalisten Maria Grappa, die für das Bierstädter Tageblatt arbeitet. „Bierstadt“ ist ein fiktiver Name, aber durch einige Hinweise im Buch ist bald klar, dass es sich dabei um Dortmund handelt.
Maria Grappa macht Urlaub in der spanischen Stadt Toledo, sitzt gemütlich vor einer Tapas-Bar, trinkt ebenso gemütlich eine ganze Flasche Rotwein, als plötzlich ein Frau aus dem Fenster eines baufälligen Hauses der gegenüberliegenden Straßenseite stürzt. In der lauten Bar hinter ihr scheint niemand etwas zu bemerken. Maria Grappa rennt in das Haus hinein, sie findet niemanden vor, läuft wieder auf die Straße und… die Tote ist weg! „Zuviel Rotwein“, ist ihr erster Gedanke, doch dann findet sie eine goldene Puderdose auf dem Boden. Darin ein Zettel mit einer Telefonnummer. Die Vorwahl ist die von Bierstadt.
Wieder zu Hause angekommen macht Maria Grappa sich auf die Suche nach den Zusammenhängen zwischen Toledo und Bierstadt.
Es geht um eine Hilfsorganisation, Sensationsjournalismus, BKA-Beamte mit Zopf, Sachertorte und um El Lobo, einen Auftragskiller.
Das Buch mit den 183 Seiten liest sich sehr schnell und flüssig. Der Schreibstil ist frech, genauso wie die Hauptprotagonisten, die, hat sie erst einmal eine heiße Spur, nicht mehr locker lässt, bis sie den Fall geklärt und journalistisch aufbereitet hat. Doch Maria Grappa ist keine Sensationsjournalisten, plustert die Dinge nur ein wenig auf, ist Sympathieträgerin. Wir begleiten Maria Grappa hier nur in Bezug auf ihren aktuellen Fall, so dass es nicht notwendig ist, die vorangegangen Bände gelesen zu haben.
Maria Grappa will herausfinden, wer der mysteriöse El Lobo ist, ruft er sie doch regelmäßig an und die Gespräche mit ihm gefallen ihr – irgendwie. Der Leser kann fleißig mit raten, doch erst am Ende des Buches bekommen wir eine Ahnung, um wen es sich bei El Lobo handelt. Und bekommen noch ein paar Überraschungen präsentiert, die sich allerdings auf den letzten Seiten schon abzeichneten.
Es ist ein lesenswerter, schöner, leichter Krimi, der Lust auf mehr macht. Auf mehr über Maria Grappa.
