Hallo Thanquola und Ingroscha,
schön dass wir noch ein paar Leser mehr geworden sind.
Mich wundert das schon ein bisschen, dass die Beteiligung so gering ist - der Terminplan für die Lesenächte steht doch schon seit einiger Zeit fest und außerdem ist doch sowieso fast jede Woche eine spontane Lesenacht. Aber offenbar haben die Leute ausgerechnet heute etwas vor oder keine Lust. Bei mir ist es übrigens genau andersrum, ich habe mich über diesen Termin total gefreut, weil ich zu den letzten Lesenächten immer etwas anderes vorhatte.
@Saltanah: du hast recht!
Zweimal Wintermärchen...

So richtig winterlich ist es in "meinem" Wintermärchen aber nicht. Das Cover zeigt zwar eine Winterlandschaft und einen Pferdeschlitten, aber Heine spricht eher von Nieselregen und Matsch.
"Ein feiner Regen prickelt herab,
Eiskalt, wie Nähnadelspitzen..."
So wie im richtig Leben...

Heine reist von Paris nach Hamburg und macht in verschiedenen Städten halt. Stationen seiner Reise sind zum Beispiel Köln, Hagen, Unna, Paderborn, Minden, Bückeburg und zuletzt Hannover. Er lobt die deutschen Federbetten, in denen er soviel besser schläft als auf den harten Matratzen des Exils. Dabei träumt er auch immer ganz intensiv.
Von den politischen Hintergründen seiner Verse weiss ich auch zuwenig, um genau einordnen zu können, was und wen er genau gemeint hat. Dazu müsste ich mir Sekundärliteratur beschaffen, was ich sicher auch noch tun werde - interessieren tut es mich schon.
Übrigens kommt auch die Kirche ganz schlecht weg bei Heine. Mit Jesus am Kreuz hat er auch einen kleinen Dialog und meint, wenn es damals die Zensur gegeben hätte so wie heute (1844), wäre er nie gekreuzigt worden...auch eine interessante Sichtweise.
Dann erzählt er ein Märchen, das er von seiner früheren Amme kennt - zunächst geht es um Falada, das Pferd, dessen Kopf an der Wand hängt, und dann um Kaiser Barbarossa. Hier setzt der erste Traum ein, in dem er sich mit Barbarossa unterhält. Er muss dem Kaiser erklären, was eine Guillotine ist. Darüber geraten die beiden in Streit und zum Schluss kommt Heine zu der Überzeugung,
"Bedenk ich die Sache ganz genau,
So brauchen wir gar keinen Kaiser."
Ein Kapitel später entschuldigt er sich aber dafür....
Amüsiert habe ich mich darüber, dass ein Edelmann namens Ernst August von Hannover vorkommt. Manche Dinge haben eben durch die Jahrhunderte durch Bestand

.
"Deutschland. Ein Wintermärchen" ist bis jetzt eine angenehme Lektüre mit einer ausgefeilten und poetischen Sprache; inhaltlich erschliesst sich mir nicht der ganze Text, weil ich zuwenig über die damaligen Verhältnisse weiss. Das macht mir aber nichts aus und ich werde nun die letzten ca. 30 Seiten in Angriff nehmen.
@Saltanah: Shakespeare scheint dir ja richtig gut zu gefallen, hab ich den Eindruck. Besonders winterlich scheint es aber auch nicht zu sein. Bei Hermione habe ich wie du mal kurz schmunzeln müssen, obwohl ich ja nicht zu den HP-Fans gerechnet werden kann.

@Thanquola: wow, was dein SUB so alles hergibt
Ich werde mir noch einen Tee-Nachschub machen und vielleicht eine Wärmflasche, meine Füsse sind nämlich total kalt. Hey, doch noch etwas Winterliches!
