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Autor Thema: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel  (Gelesen 5349 mal)

Historikus

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #30 am: 24. Dezember 2006, 14:07:32 »

Ein unfassbar gelehrtes Buch - Es ist unmöglich, alle Details und Anspielungen aus Mythologie, Antike, Mittelalter und Gegenwart zu verstehen. Manches kann man individuell verstehen, nur dann versteht man annähernd die Genialität Ecos.
Eco ist also nichts für anspruchslose Geister, sondern eine enorme Herausforderung.

Würde es mehr Ecos geben - tja, dann wäre die Bücherwelt halt noch rein ...

Aber das ist ja nun einmal nicht der Fall. Eco ist einer der letzten Autoren, der es wirklich mit allerhöchster Qualität, Sprachraffinesse und -reinheit in die Bestsellerlisten geschafft hat.

Kauft Eco - Statt Bohlen.  :zwinker:

Gruß
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Snakebite

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #31 am: 12. April 2007, 16:53:20 »

Muss hier doch meinen Senf dazu geben  :breitgrins:

Ich liebes dieses Buch... es war mein erster Eco und ist bis jetzt auch mein liebster... Habe es damals in einem Rutsch gelesen. Ich fand es wahnsinnig spannend, wie er mit diesen Mythologien und Verschwörungtheorien spielt und mir persönlich kam oft das Gefühl "Hoppla, kann das nicht eventuell stimmen?"  :zwinker:
Ich weiß, dass ich noch nicht alles genau verstanden habe, aber vielleicht kommt das ja mit dem erneuten Lesen  :breitgrins:

Lg
Snakebite
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photona

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #32 am: 15. März 2009, 12:02:01 »

Ich hab´s mir auch unlängst zu Gemüte geführt und ich muß nach der Lektüre sagen, daß ich Umberto Eco zwar für einen überaus gebildeten und aufgeklärten Autoren halte, daß sein schriftstellerisches Können in Bezug auf Schönheit des Sprachgebrauchs, Dramaturgie und Lesefluß mich jedoch nicht gerade vom Hocker reißt. Das kann natürlich zu einem gewissen Anteil auch der Übersetzung geschuldet sein.

Die Grundaussagen des Buches sind für mich jedoch wie Balsam für Geist und Seele, gerade weil in Zeiten der globalen Orientierungslosigkeit Okkultismus, esoterische Sinnsuche, religiöses Scheuklappentum, Mystizismus und Antiaufklärung fröhliche Urstände feiern, auch in meinem persönlichen Umfeld. Das oft (nicht immer) pathologische Wesen dieser irrationalen Sinnsuche ist nach meinem Empfinden der rote Faden, der "Das Foucaultsche Pendel" durchzieht, und dessen wichtigste Botschaft. "Nebenbei" werden unheimlich viele historische Fakten transportiert.

Manchmal schwächelt es dramaturgisch ein wenig und manche inhaltliche Übertreibung hätte der Autor seinen Figuren und dem Leser im Sinne der Realitätsnähe lieber ersparen sollen. So wirkten beispielsweise Belbos Ausführungen über die "Hohlweltlehre" etwas arg an den Haaren herbeigezogen. Gewünscht hätte ich mir eine Ausgabe mit Fußnoten, damit einerseits das lästige Blättern nach der Übersetzung mancher Zitate wegfiele und andererseits zumindest einige der nie gehörten Namen und Fremdwörter gleich "vor Ort" erläutert würden.

Alles in allem bin ich froh das Werk gelesen zu haben und glaube, daß dies eins der Bücher ist, die ich irgendwann nochmal lesen werde.

mystische Grüße an alle "Eingeweihten" ;)
p.
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Annabas

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Antw:Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #33 am: 14. Juni 2009, 20:52:37 »


Umberto Eco – Das Foucaultsche Pendel



Der erste Satz:

„Da endlich sah ich das Pendel.“

Meine Meinung zum Buch:

Ich hatte dieses Buch vor Jahren schon einmal angefangen zu lesen und nach wenigen Seiten abgebrochen. Seither schlummerte es im Regal und wenn es nicht auf meiner SLW-Liste gestanden hätte, hätte es vermutlich noch weiter geschlummert, denn ich hatte es nicht in allzu guter Erinnerung.

Nach den ersten beiden Kapiteln wusste ich auch wieder, warum ich es damals abgebrochen hatte: Die Sprache der ersten beiden Kapitel ist völlig verquast, der Inhalt konfus, man erkennt überhaupt nicht, um was es geht. Ich hatte das Gefühl, der Autor schreibt, als wäre er in seine eigene Brillanz verliebt und ist damit auch der einzige, der sich auf diesen Seiten amüsieren kann. Als Leserin hatte ich nur Fragezeichen in den Augen. Aber beim SLW steht etwas auf dem Spiel, also habe ich das Buch nicht gleich wieder in die Ecke geworfen, sondern weiter gelesen. :zwinker:

„Oh nein, nicht schon wieder Templer und Geheimbünde!“ – das war meine erste Reaktion, als mir so langsam deutlich wurde, um was es in diesem Buch geht. Vielleicht etwas unfair, denn Eco hat dieses Buch 1988 geschrieben, es erschien also lange vor den aktuellen Geheimbund-Kirchen-Verschwörungs-etc.-Thrillern. Aber ich lese es nun mal heute, und heute muss es sich diesen Vergleich gefallen lassen. Aus irgendeinem Grund hatte ich den Klappentext nicht noch einmal gelesen und startete wirklich ahnungslos in dieses Buch.

Aber die nächsten Abschnitte haben mich doch wieder etwas versöhnt. Eco lässt seinen Protagonisten die Geschichte der Templer einem Freund erzählen, und macht dies so witzig und beiläufig, dass man glaubt, man stünde neben diesen beiden und höre vergnügt mit. Das war wirklich toll. Doch dann findet Eco mit seiner Erzählung kein Ende – und die Templer-Geschichte dehnt sich ins Unendliche. Um das vorherige Bild zu benutzen: Man hört den Protagonisten aus Höflichkeit weiter zu, wünscht sich aber weit, weit weg. Der anfängliche Witz wird mit der Gewohnheit daran auch schon mal zum platten Schenkelklopfer.

Nur einmal habe ich wirklich gelacht: Eco lässt jedes Kapitel mit einem Zitat beginnen, eine schöne Idee. Im siebenten Kapitel zitiert er Stanislaw Jerzy Lee: „Erwartet euch nicht zuviel vom Weltuntergang.“ Nun, ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn er mich mitsamt dem Buch zerschmettert hätte.

Manchmal hat mich das Lesen des Buches an eine Episode aus einem von Mark Twains Büchern erinnert. Mark Twain beschreibt, wie er die Oper „Lohengrin“ besucht und sich mehrere Stunden vor Qual krümmt, um einige wenige Minuten mit dem „Hochzeitschor“ in den Himmel gehoben zu werden. So ähnlich darf man sich das Lesen vom „Foucaultschen Pendel“ vorstellen – seitenlange Quälerei und dazwischen Geistesblitze, die einen für eine kurze Zeit entschädigen und man (vergeblich) hofft, dass es jetzt endlich dauerhaft aufwärts geht.

Ich kann mich auch erinnern, dass dieses Buch seinerzeit von vielen Leuten als Geniestreich gefeiert wurde, überaus intelligent geschrieben, viele versteckte Andeutungen auf andere Bücher seien darin und die müsse man verstehen u. s. w. Ich habe mir lange überlegt, was ich davon halte. Eco hat ganz sicher ein großes Wissen in dieses Buch gesteckt, das merkt man und davor habe ich größte Hochachtung. Mir sind auch viele Anspielungen aufgefallen, wobei ich diese nicht besonders versteckt finde, sondern eher marktschreierisch. Das ist vielleicht das, was mich am meisten beim Lesen gestört hat: das Plakative und Prahlerische. Es ist kein „leises“ Buch und auch kein sympathisches Buch. Am Anfang hatte ich nur ein diffuses Gefühl des Unbehagens, aber mit der Zeit wurde mir klar, was mir beim Lesen fehlt: das Buch spricht nur den Kopf an, nicht die Gefühle. Für mich gehört aber in ein belletristisches Buch beides hinein. In „Der Name der Rose“ wurde ja auch seitenlang diskutiert – aber mit einer spürbaren und echten Leidenschaft zum Thema. Und diese Leidenschaft fehlte mir im „Foucaultschen Pendel“, es war reines Kopflesen, und ich fühlte mich jedesmal, wenn ich das Buch beiseite gelegt habe, nicht erfüllt, sondern ausgeleert.

In meinen Augen kommt „Das Foucaultsche Pendel“ lange nicht an Ecos „Der Name der Rose“ heran – eines meiner ewigen Lieblingsbücher.

Meine Bewertung:     2ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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Valentine

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #34 am: 30. Juni 2010, 20:25:26 »

Drei italienische Lektoren staunen nicht schlecht, als eines Tages in ihrem Verlag ein Mann auftaucht, der ein rätselhaftes, anscheinend verschlüsseltes Schriftstück auf mysteriösen Wegen gefunden hat, das mit einem jahrhundertealten Geheimnis der Tempelritter zusammenhängen soll.

Einer der Lektoren ist ausgewiesener Templerexperte und hat sogar seine Dissertation über die geheimnisumwitterten Ordensritter geschrieben, und halb genervt, halb amüsiert über das Brimborium, das der merkwürdige Mensch um dieses Manuskript macht, kommen sie auf die irrwitzige Idee, das Schriftstück auf ihre ganz eigene Weise zu deuten und sich die entsprechende verschlüsselte Botschaft ganz einfach selber auszudenken.

Diese Idee ist originell und lässt auf einen intelligenten, leicht skurrilen Lesespaß schließen, voller Anspielungen auf alte Mythen und Sagen, legendenumwobene Gestalten und Geschehnisse und gelehrte Diskurse über alle möglichen und unmöglichen Themen.

Zunächst gelingt das Eco auch ganz gut in einer schnörkeligen, mit zahlreichen exotischen Fremdwörtern gespickten Sprache. Bis gut zur Hälfte nerven eigentlich nur die wenig sinnhaften, eingestreuten literarischen Ergüsse des einen Lektors, auf die man bestens verzichten könnte und die recht wenig zum Lesefluss beitragen. Doch mit der Zeit geht der rote Faden immer mehr flöten und man verliert den Anschluss an die Handlung. Was zunächst schräg, lustig, klug oder philosophisch wirkte, verkommt zu ärgerlichem, pseudointellektuell erscheinendem Geschwafel und verdirbt die anfängliche Freude am Buch mehr und mehr.

Schade, denn die Ansätze waren wirklich gut und viele Ausführungen zu Geheimbünden, Zahlenmystik etc. ziemlich interessant.

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #35 am: 30. Juni 2010, 20:29:32 »

Na da bin ich ja mal gespannt auf die LR im September. :winken:
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Valentine

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #36 am: 30. Juni 2010, 20:37:58 »

Und ich erst - da werde ich bestimmt öfter mal vorbeischauen.
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suray

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #37 am: 30. Juni 2010, 20:51:48 »

Hallo zusammen  :winken:,

ich lese hier seit kurzem mit und wollte jetzt auch mal meinen Senf dazugeben.

Ich habe dieses Buch vor vieeelen Jahren gelesen, aber der Inhalt ist mir noch immer relativ präsent. Mich hat das Buch mit seinen Mythen, den Templern und der Zahlenspielerei sehr in seinen Bann gezogen. Ich finde es ist das beste Buch von Eco! Und manchmal habe ich auch wie Snakebite beim Lesen gedacht, dass da an dem Inhalt vielleicht auch was Wahres dran sein könnte. Und wenn ein Buch es schafft, das in mir auszulösen, dann hat der Autor eine Menge erreicht! Von daher kann ich dieses Buch nur empfehlen! Ich fand es wahnsinnig spannend!

Die Bücher, die er in den letzten Jahren geschrieben hat, haben mich eigentlich immer enttäuscht, so dass ich jetzt auch gar nichts mehr von ihm lese.

Lieben Gruß
suray
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Gruß suray

Annabas

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #38 am: 30. Juni 2010, 21:36:28 »

Und ich erst - da werde ich bestimmt öfter mal vorbeischauen.

Da können wir uns dann treffen.  :breitgrins:

Grüße von Annabas  :winken:
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schokotimmi

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Re: Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel
« Antwort #39 am: 05. Dezember 2010, 21:01:15 »

Keine leichte Kost. Man muss bereit sein, um das Buch zu kämpfen.

Aber wenn man das Buch gelesen hat, ist man stolz auf sich selbst, mit Eco mitgehalten zu haben.

Da kann ich nur zustimmen - ich habe wirklich gekämpft, ganze 3 Monate lang und bin nun wirklich stolz!

U. Eco - Das Foucaultsche Pendel


Inhalt
Drei Mailänder Verlagslektoren die sich beruflich oft mit Okkultismus, Alchemie und Mythologie befassen, bekommen ein Dokument zugetragen, welches als Verschwörungstheorie gedeutet werden kann. Aus einer Laune heraus entwerfen sie dazu einen "Großen Plan" der viele verschiedene Gruppen, Ideen, Ereignisse der Weltgeschichte mit Geheimbünden und deren Plänen verknüft - Templer, Rosenkreuzer und viele andere Verbindungen werden hier aufgeführt und verbunden. Doch aus Spiel wird Ernst, denn einige Leute glauben an die Ideen und Informationen und sind skruppellos!
die Geschichte beginnt in Paris kurz vorm "Finale", doch dann wird die Geschichte erstmal von hinten aufgerollt und man erfährt wie der Erzähler in die Situation gekommen ist und wie der "Große Plan" entstanden ist.

Meinung
Von den ersten Seiten des Buches war ich wie erschlagen - so viel Wissen, so viel Information, da hatte ich Angst nicht mithalten zu können. Doch wenn man sich mal daran gewöhnt hat, liest man viele Dinge ohne alles näher zu hinterfragen. Ich blieb am Ende doch ein wenig beeindruckt ob Ecos Wissensschatzes zurück, denn ich wußte zu vielen Themen nur recht wenig.
In der ersten Hälte hatte die Geschichte für mich einige Längen, denn ich habe recht lange auf die Entstehung des "Großen Planes" gewartet. Das war sicher auch ein Grund warum ich insgesamt so lange für das Buch gebraucht habe - erstmal im Fieber des Großen Planes bricht man das Buch eigentlich nicht mehr ab, egal wieviel Kampfgeist man dafür braucht.
Die Geschichte war am Ende für mich auch sehr rund, man bleibt nachdenklich - reflektiert die eine oder andere Nuance und versucht das Buch als Gesamtes zu erfassen. Letzteres gelingt mir leider nicht ganz, weil mir dazu einfach Wissen fehlt - über Templer, Rosenkreuzer und v.a. die Kaballa.
Beeindruckt war ich, als ich las, das Eco das Buch schon Ende der 1980er geschrieben hat - das ist doch mal ein anspruchsvolles Beispiel an literarischer Umsetzung von Verschwörungstheorien und macht es nach Dan Brown und Co ja wieder richtig aktuell!

Insgesamt für mich also ein Buch das mich zufrieden aber auch verwirrt zurückläßt. Kurzfristig werde ich es sicher nicht noch einmal lesen, aber ich würde nicht "nie wieder" sagen.

Von mir gibts 4ratten

Viele Grüße
schokotimmi
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