Meißner, Tobias O. - Im Zeichen des Mammuts (3) - Das vergessene Zepter

Dieser Band schließt wieder unmittelbar an den vorherigen an. Damit hat man zwar grundsätzlich separate Geschichten, aber trotzdem eine durchgängige Handlung mit den entsprechenden Entwicklungen und Verwicklungen.
So sieht man gerade am Anfang recht schön, wie das Mammut zu einer richtigen Gruppe zusammengewachsen ist und der Ausflug ins Theater oder die Bäder war unterhaltsam (ersteres) und interessant (letzteres).
Schon gibt es auch den nächsten Auftrag und diesmal wird auch Naenn (zumindest teilweise) mitreisen. Mit dem Untergrundmenschen Gerrimir lernen wir auch ein weiteres Mitglied des Kreises kennen.
Das Mammut soll den letzten Riesen beistehen, indem es ihnen das vergessene Zepter zurückbringt. Doch in der Höhle erwarten sie Rätsel, Träume, Irrgärten...
Obwohl ich auch diesen Band kaum aus der Hand legen konnte, hat er mir nicht so gut gefallen wie der vorhergehende. Mystisch gefällt mir an sich schon, aber mir waren die Träume/Visionen/Prüfungen in der Höhle dann doch an einigen Stellen etwas zu abstrakt und wirr. Wenngleich wir hier einiges Neues über unsere Charaktere lernen konnten.
Wobei ich mir noch nicht schlüssig bin, ob mir die Lösung für Rodraegs Husten nicht etwas zu einfach und praktisch ist.
Zusätzlich zur Haupthandlung um den Auftrag des Mammuts bekommen wir auch weitere Hinweise auf das Gesamtbild, so zum Beispiel die Pläne der Königin oder die Aktionen und Beweggründe des Kreises bei der Auswahl der Aufträge.
Eigentlich sollte man sich langsam daran gewöhnt haben, dass die Reisen und Abenteuer des Mammuts nicht ganz so verlaufen wie man es vielleicht von anderen Büchern gewohnt ist. Trotzdem waren wieder einige sehr interessante bis amüsante Szenen drin.
Rodraegs Vorgehen bei dem Banditenüberfall ist, na ja, sagen wir mal: unkonventionell

Während meist Rodraeg mit seinen Überlegungen im Mittelpunkt steht, findet auch auf Seiten Bestars' und Hellas' einiges an Entwicklung statt. Dabei ist es aber keienswegs so, dass sich ihre Persönlichkeit ändern würde. Im Gegenteil werden die vorhandenen Eigenschaften konsequent weiter ausgebaut bzw. näher beleuchtet.
Natürlich war ich einigermaßen überrumpelt und entsetzt über Hellas' Verhalten am Ende des Buches. Andererseits muss ich aber sagen, dass sich eine gewisse Entwicklung in diese Richtung angedeutet hatte und, obwohl ich seine Aktion damit nicht rechtfertigen will, so kann ich seine Beweggründe durchaus nachvollziehen.
Somit also ein weiterer klasse Roman der Reihe, wenn er auch mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat wie die Vorgänger. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass gerade meine Kritikpunkte für andere die Hightlights sein könnten. Oder gerade in Hinblick auf die folgenden Bände noch mehr Bedeutung erhalten.
