Es war mir ein Volksfest, illy! Ich war hingerissen von dem Buch, von der ersten bis zur letzten Seite. Bisher immer noch mein Lieblings-DeMille und einer der wenigen, wo ich, bei aller Zuneigung zu ihm, keine Längen feststellen mußte. Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, was es eigentlich war, die Handlung, die Charaktere, alles zusammen. Manchmal ist es halt einfach so, daß man eine gewisse "Chemie" zu einem Buch hat. Hier hat sie auf jeden Fall gestimmt.
Ich fand die moralischen Fragen auch hochinteressant. Besonders die Absurdität, wie Ben letzten Endes zum Handkuß kommt, weil man nur ihn als Offizier zwangseinziehen kann.
Aber erfreut hat mich auch, daß wir hier mit Ben und seinem Anwalt Corva gleich zwei so wunderbare widerspenstige DeMille-Charaktere hatten. Ich habe sie beide sehr ins Herz geschlossen und meine Lieblingsszene war wohl die vor Gericht, als sich Ben nicht verteidigen will und Corva ihn deshalb so in die Mangel nimmt, daß alle anderen leicht verstört reagieren, weil er ja immerhin sein Anwalt ist.
Das Urteil am Ende fand ich eigentlich passend,
mir kam es geradezu salomonisch vor. Denn unschuldig ist er ja nicht, aber letzten Endes auch nicht verantwortlich. Und mit der unehrenhaften Entlassung wird ihm ja sein sehnlichster Wunsch erfüllt.
Interessant fand ich auch die unterschwellige Aussage, daß es vieler solcher Ereignisse gegeben hat, die nur eben niemals an den Tag kommen. Und das wohl in jedem Krieg.
Der Unterschied zu den laufenden Kriegen im Irak und Afghanistan ist nur, daß die jetzt schon, quasi parallel, aufgearbeitet werden. Immerhin eine Entwicklung.
PS: Ich bin normalerweise begeisterte Filme-nach-gemochtem-Buch-Schauerin, aber als ich bei der Verfilmung gesehen habe, daß ausgerechnet Don Johnson Ben spielt, habe ich es dankend bleiben lassen. Don Johson???