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Autor Thema: Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)  (Gelesen 940 mal)

melima

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Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)
« am: 30. Dezember 2006, 12:32:20 »

Hallo!

Ich habe gestern ein wunderbares Buch über ein wunderbares Pferd beendet: Black Beauty von Anna Sewell.

Leider kann ich euch kein Bild meiner Ausgabe zeigen, da es nicht mal eine ISBN zu haben scheint. Es ist jedenfalls augenscheinlich eine sehr alte Ausgabe, die ich bei einem Ausverkauf unserer Stadtbibliothek gefunden habe. Im Buch steht, dass es die 'Art Type Edition' vom Verlag Books, Inc., New York ist und scheinbar ein Buch aus 'The world´s popular classics'.

Auch einen Klappentext hat es nicht, daher die...

... Kurzbeschreibung bei Amazon:

Black Beauty ist der Inbegriff eines schönen, stolzen Pferdes und – eines treuen Freundes. Doch bevor der schwarze Hengst Liebe und Freundschaft erfährt, muss er durch eine harte Schule: Nach einer friedlichen Kindheit auf grünen Wiesen wird der Junghengst zum ersten Mal verkauft. Damit beginnt eine lange Leidenszeit. Er gerät in die Hände von gewissenlosen Menschen und aus dem schönen und ungestümen Rappen wird ein trauriges Droschkenpferd. Doch endlich naht Rettung – in Gestalt eines kleinen Jungen, der Mitleid hat …


Meine Beurteilung:

“White star in the forehead, one white foot on the off side, this little knot just in that place;“ then looking at the middle of my back--“and, as I am alive, there is that little patch of white hair that John used to call ‘Beauty´s three-penny bit.’ It must be ‘Black Beauty!’ […]“ (Zitat Seite 251)

Anna Sewell lässt in „Black Beauty“ das Pferd selbst seine Geschichte erzählen. Durch Gesehenes, Gehörtes und Gefühltes bringt uns ein Pferd sein Erlebtes nahe und lässt den Leser die Welt eines Pferdes aus dessen Blick sehen. Dieser Aspekt allein ist bereits sehr rührend.

Black Beauty´s Geschichte selbst ging mir noch mehr ans Herz. Ich habe, soweit ich mich erinnern kann, noch nie ein so trauriges Buch gelesen. Rückblickend und in 44 sehr kurzen Kapiteln erzählt beginnt die Story im Fohlenalter, als Black Beauty noch unwissend und naiv mit seiner Mutter auf der Weide steht und von seinen Besitzern ‚Darkie’ genannt wird. Er lernt die Welt der Pferde zunächst durch Berichte seiner Mutter kennen, die ihm wesentliche Weisheiten mit auf den Weg gibt.

Die Geschichte setzt sich weiter fort über seine glücklicheren Jahre als ‚Black Beauty’ und anschließend als ‚Jack’ das Taxipferd, in denen er nur über seine Freunde vom Schlechten in der Welt erfährt, bevor er es dann leider am eigenen Pferdeleib erfahren muss. Die Geschichte endet in seinem letzten Zuhause, wo er wieder als Black Beauty erkannt wird. Am Ende sind bei mir einige Tränen geflossen.

„Black Beauty“ versetzt den Leser in eine Zeit, in der es noch Pferde- bzw. Kutschentaxis gab und man mit Pferden in den Krieg zog. Genaue Zeitangaben gibt das Buch nicht preis. Allerdings lassen sich Hinweise darauf finden, dass es zur Zeit des Erscheinens des Buches (24.11.1877) spielt.

Über die Sprache selbst kann ich nicht gut urteilen, da das Buch mein erster englischer Roman seit der Schullektüre vor Jahren war. Aufgefallen sind mir eine recht einfach zu lesende Satzstruktur und die einfache (vermutlich kindgerechte) Erklärung bestimmter Begriffe der Pferdewelt, die man deshalb auch verstehen kann, wenn man sich mit Pferden nicht gut auskennt.

Etwas entsetzt hat mich eine teilweise recht nüchterne Darstellung verschiedener Leiden von Pferden, die sehr oft auch mit dem Umgang des Menschen mit den Pferden zu tun zu haben scheinen. An dieser Stelle würde ich fast nicht mehr von „Black Beauty“ als ein Kinderbuch reden wollen. Zumindest für mich als Pferdeliebhaber war es an manchen Stellen recht schwierig von den Misshandlungen zu lesen, die so manche Menschen Pferden zukommen lassen. Das hat mich immer wieder sehr stark berührt.

So stellte sich das Buch für mich als eines heraus, das mir sagen möchte, dass das Verhalten der Pferde das Verhalten derjenigen widerspiegelt, die mit den Pferden Kontakt haben und ein schlecht behandeltes Pferd sehr unwahrscheinlich ein gutes Verhalten an den Tag legen wird. Mehrere Male fühlte ich mich belehrt, aber gleichzeitig auch für die Bedürfnisse von Pferden sensibilisiert. Außerdem werden die damaligen Lebensumstände öfter berührt, weshalb ich auch Einiges über diese Zeit erfahren konnte.

Den Charakter des Pferdes mochte ich sehr gern und ich habe Black Beauty sehr lieb gewonnen, so dass ich mich mit ihm freuen konnte, aber auch mit ihm gelitten habe. Ich werde das Buch sehr sicher noch ein weiteres Mal lesen.

5ratten


Liebe Grüße,
melima
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Grisel

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Re: Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)
« Antwort #1 am: 30. Dezember 2006, 17:09:32 »

Hi Melima!

Ich kenne das Buch auf Deutsch tatsächlich als Kinderbuch. Dort hieß er aber interessanterweise Hurrikan.
Hat sich mir jedenfalls ins Gedächtnis eingebrannt, speziell

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Bye,

Grisel
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Doris

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Re: Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)
« Antwort #2 am: 31. Dezember 2006, 12:26:51 »

Hallo Melima,

eine schöne Rezi! Ich habe Black Beauty schon als Kind geliebt. Vor zwei Jahren habe ich es auf Englisch angefangen, allerdings ist das wohl eher ein Buch für Erwachsene aus irgendeiner Klassiker-Reihe und das war mir mit meinem Englisch etwas zu mühsam. Aber wenn ich Deine Rezi so lese, bekomme ich Lust, es nochmals zu versuchen.

Was ich als Kind schon schlimm empfand, ist, dass es den Pferden zu Black Beautys Zeiten teilweise tatsächlich so schlecht ging. Ginger habe ich auch noch lebhaft im Gedächtnis.

Liebe Grüße
Doris

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Lucius Annaeus Seneca

Doris

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Re: Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)
« Antwort #3 am: 29. Juni 2010, 22:07:50 »

Black Beauty. The Autobiography of a Horse
(1877)

   


Die Autorin
Anna Sewell (1820 – 1878), die Tochter einer Kinderbuchautorin, war wegen einer Behinderung am Knie auf Kutschen angewiesen und vertiefte dadurch ihre ohnehin schon starke Zuneigung zu Pferden. In ihren letzten Lebensjahren verließ sie wegen ihrer Behinderung kaum noch das Haus und schrieb in dieser Zeit ihr einziges Buch.

Inhalt
Der schwarze Hengst Black Beauty verlebt seine ersten Jahre unbeschwert als Reit- und Kutschpferd in guten und sachkundigen Händen, bis er eines Tages verkauft wird und an skrupellose Tierquäler gerät, die ihn fast zugrunde richten, so dass er danach nur noch als Arbeitstier verwendet werden kann. Daraufhin durchläuft er jahrelang einige Stationen bei guten oder weniger fürsorglichen Eigentümern, bis er eines Tages bei einem seiner früheren Pferdeknechte landet, der Black Beauty wieder erkennt und sich um ihn kümmern kann.

Nachdem ich dieses Buch als Kind oftmals gelesen habe, musste es diesmal im englischen Original sein. Abgesehen von den Fachausdrücken war es relativ einfach zu lesen, doch inhaltlich war es aus meiner jetzigen Sicht für Kinder schon fast etwas zu anspruchsvoll, es sei denn, sie sind noch zu jung um zu erkennen, dass es sich bei Black Beautys abenteuerlichen Lebensgeschichte vor allem um die behutsame Schilderung von widrigen Lebensbedingungen handelt.

Die Erzählperspektive aus der Sicht eines Pferdes ist außergewöhnlich, erlaubt aber das Anprangern der damaligen Gepflogenheiten, ohne die betreffenden Pferdehalter zu direkt anzuklagen, und dabei hat die Autorin aus dem Vollen geschöpft. Zum großen Teil übernimmt Black Beauty die Aufgabe, auf die Missstände aufmerksam zu machen, indem er immer wieder von den Nöten erzählt, die die Tiere zu ertragen hatten. Nicht nur die schwere Arbeit, die viele Pferde leisten mussten, wird beschrieben, sondern auch die Modeerscheinung der Hilfszügel, die den Tieren auf Kosten großer Schmerzen eine elegante, aber unnatürliche Kopfhaltung aufzwang oder die unzumutbaren Stall-, Futter- und Pflegezustände. Die damals stark ausgeprägte Zwei-Klassen-Gesellschaft, die für die arme Bevölkerungsschicht oft lebensbedrohliche Auswirkungen hatte, wird ebenfalls vorsichtig thematisiert, doch Anna Sewell hat darauf verzichtet, sich nur mit dem erhobenen Zeigefinger hinzustellen, sondern auch immer wieder Beispiele in die Handlung einfließen lassen, wie man es besser machen kann.

Das Buch war nach der Veröffentlichung  Anlass zu vielen Diskussionen, denn in irgendeiner Weise hatten damals viele Menschen mit Pferden zu tun. Ob Anna Sewell den Erfolg des Buches noch miterleben durfte, ist nicht genau bekannt.

4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:
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Kirsten

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Re: Anna Sewell - Black Beauty (Originalsprache)
« Antwort #4 am: 15. November 2011, 11:11:56 »

Hallo!

Ich habe Black Beauty auch schon als Kind gelesen. Ich kann mich erinnern dass es für mich damals fast nur böse Menschen in der Geschichte gab. Jetzt sind mir viele Zwischentöne aufgefallen. Auch wenn die Pferde nicht gut behandelt wurden, ist es häufig nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissenheit passiert oder deshalb, weil es keine andere Möglichkeit gab. Gerade arme Menschen haben die Pferde oft wie ein Familienmitglied behandelt und nicht wie eine Geldanlage oder wie einen Gegenstand. Anna Sewell beschreibt in ihrem Buch nicht nur die Lebensumstände der Tiere, sondern auch der Menschen.

Was mir besonders aufgefallen ist: egal, wie schlimm Black Beauty und seine Artgenossen behandelt wurden, nie hat der Hengst ein böses Wort verloren. Jede schlimme Tat wurde erklärt und entschuldigt. So ist der Roman nicht nur ein Plädoyer, besser mit den Tieren umzugehen sondern auch, sich mehr um seine Mitmenschen zu kümmern.
5ratten

Liebe Grüße
Kirsten
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