Hallo!
Ich habe gestern ein wunderbares Buch über ein wunderbares Pferd beendet:
Black Beauty von Anna Sewell.
Leider kann ich euch kein Bild meiner Ausgabe zeigen, da es nicht mal eine ISBN zu haben scheint. Es ist jedenfalls augenscheinlich eine sehr alte Ausgabe, die ich bei einem Ausverkauf unserer Stadtbibliothek gefunden habe. Im Buch steht, dass es die 'Art Type Edition' vom Verlag Books, Inc., New York ist und scheinbar ein Buch aus 'The world´s popular classics'.
Auch einen Klappentext hat es nicht, daher die...
... Kurzbeschreibung bei Amazon:Black Beauty ist der Inbegriff eines schönen, stolzen Pferdes und – eines treuen Freundes. Doch bevor der schwarze Hengst Liebe und Freundschaft erfährt, muss er durch eine harte Schule: Nach einer friedlichen Kindheit auf grünen Wiesen wird der Junghengst zum ersten Mal verkauft. Damit beginnt eine lange Leidenszeit. Er gerät in die Hände von gewissenlosen Menschen und aus dem schönen und ungestümen Rappen wird ein trauriges Droschkenpferd. Doch endlich naht Rettung – in Gestalt eines kleinen Jungen, der Mitleid hat …
Meine Beurteilung:“White star in the forehead, one white foot on the off side, this little knot just in that place;“ then looking at the middle of my back--“and, as I am alive, there is that little patch of white hair that John used to call ‘Beauty´s three-penny bit.’ It must be ‘Black Beauty!’ […]“ (Zitat Seite 251)
Anna Sewell lässt in „Black Beauty“ das Pferd selbst seine Geschichte erzählen. Durch Gesehenes, Gehörtes und Gefühltes bringt uns ein Pferd sein Erlebtes nahe und lässt den Leser die Welt eines Pferdes aus dessen Blick sehen. Dieser Aspekt allein ist bereits sehr rührend.
Black Beauty´s Geschichte selbst ging mir noch mehr ans Herz. Ich habe, soweit ich mich erinnern kann, noch nie ein so trauriges Buch gelesen. Rückblickend und in 44 sehr kurzen Kapiteln erzählt beginnt die Story im Fohlenalter, als Black Beauty noch unwissend und naiv mit seiner Mutter auf der Weide steht und von seinen Besitzern ‚Darkie’ genannt wird. Er lernt die Welt der Pferde zunächst durch Berichte seiner Mutter kennen, die ihm wesentliche Weisheiten mit auf den Weg gibt.
Die Geschichte setzt sich weiter fort über seine glücklicheren Jahre als ‚Black Beauty’ und anschließend als ‚Jack’ das Taxipferd, in denen er nur über seine Freunde vom Schlechten in der Welt erfährt, bevor er es dann leider am eigenen Pferdeleib erfahren muss. Die Geschichte endet in seinem letzten Zuhause, wo er wieder als Black Beauty erkannt wird. Am Ende sind bei mir einige Tränen geflossen.
„Black Beauty“ versetzt den Leser in eine Zeit, in der es noch Pferde- bzw. Kutschentaxis gab und man mit Pferden in den Krieg zog. Genaue Zeitangaben gibt das Buch nicht preis. Allerdings lassen sich Hinweise darauf finden, dass es zur Zeit des Erscheinens des Buches (24.11.1877) spielt.
Über die Sprache selbst kann ich nicht gut urteilen, da das Buch mein erster englischer Roman seit der Schullektüre vor Jahren war. Aufgefallen sind mir eine recht einfach zu lesende Satzstruktur und die einfache (vermutlich kindgerechte) Erklärung bestimmter Begriffe der Pferdewelt, die man deshalb auch verstehen kann, wenn man sich mit Pferden nicht gut auskennt.
Etwas entsetzt hat mich eine teilweise recht nüchterne Darstellung verschiedener Leiden von Pferden, die sehr oft auch mit dem Umgang des Menschen mit den Pferden zu tun zu haben scheinen. An dieser Stelle würde ich fast nicht mehr von „Black Beauty“ als ein Kinderbuch reden wollen. Zumindest für mich als Pferdeliebhaber war es an manchen Stellen recht schwierig von den Misshandlungen zu lesen, die so manche Menschen Pferden zukommen lassen. Das hat mich immer wieder sehr stark berührt.
So stellte sich das Buch für mich als eines heraus, das mir sagen möchte, dass das Verhalten der Pferde das Verhalten derjenigen widerspiegelt, die mit den Pferden Kontakt haben und ein schlecht behandeltes Pferd sehr unwahrscheinlich ein gutes Verhalten an den Tag legen wird. Mehrere Male fühlte ich mich belehrt, aber gleichzeitig auch für die Bedürfnisse von Pferden sensibilisiert. Außerdem werden die damaligen Lebensumstände öfter berührt, weshalb ich auch Einiges über diese Zeit erfahren konnte.
Den Charakter des Pferdes mochte ich sehr gern und ich habe Black Beauty sehr lieb gewonnen, so dass ich mich mit ihm freuen konnte, aber auch mit ihm gelitten habe. Ich werde das Buch sehr sicher noch ein weiteres Mal lesen.

Liebe Grüße,
melima