Gestern haben ich Hannibal Rising geschenkt bekommen - heute ist das Buch bereits fertig gelesen!

Ich bin auch ein absoluter Hannibal Lecter Fan und deswegen habe ich jetzt ein Jahr lang nach diesem Buch gelechzt um es endlich auch selbst lesen zu können - Resultat: Ich wurde nicht enttäuscht!!
Wie früher schon einmal angemerkt, habe ich ja gegen meine Regel verstoßen und mir zuerst den Film angesehen. Doch Gott sei Dank lag dieses Ereignis schon länger zurück und so konnte ich mich nur noch dunkel an so manche Ereignisse erinnern. Sprich: Ich hab die Geschichte über die Jugend Hannibals quasi (fast) "unbeeinflusst" genießen dürfen.
Die Geschichte an sich finde ich großartig. Wie schon erwähnt wurde, sind die Kapitel kürzer, als in den vorherigen Romanen und die Sprache einfach gehalten. Jedoch hat mich das überhaupt nicht gestört.
In diesem Buch wird so schön beschrieben wie schnell es gehen kann, dass ein hochintelligenter und sowohl auch einfühlsam, liebender Mensch sich zu einem gefühlskalten "Monster" verwandeln kann. Schließlich wurde in den Anfangskapiteln sehr schön beschrieben, wie liebevoll sich Hannibal um seine kleine Schwester gekümmert hat. Doch so eine innerliche Verwandlung kann, durch gewisse Ereignisse, jedem Menschen passieren, und da er noch ein unschuldiges Kind war umso einfacher...
Das Hannibal an den Männern aus dem Jagdhaus Rache genommen hat kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch Hannibals ersten Mord an dem Metzger verstehe ich. Das erschreckende an der Sache ist nur wie "kalt" er an seinen Rachefeldzug herangegangen ist. Seine Stieftante versuchte schon von der ersten Begegnung an ihm zu helfen und seinen Eisblock, der sein Herz umhüllte, zum schmelzen zu bringen, doch leider ohne Erfolg.
Interessant fand ich jedoch wie er auf den Geschmack kam bestimme Körperteile seiner Opfer zu genießen. Das erklärt, finde ich, so einiges.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass Hannibal Lecter eine fiktive Figur ist, die mich sehr fasziniert. Wenn es die Möglichkeit gäbe ihn zu treffen, würde ich sie nutzen, denn ein Gespräch mit ihm wäre in der Tat sehr interessant!

Doch nach diesem Buch komme ich trotzdem nicht darüber hinweg, Hannibal Lecter eben nicht als Monster zu bezeichnen. Ja, er mordet! Bewusst und ohne Reue! Das ist schrecklich - ohne Frage! Aber nach diesem Buch kann ich sagen, dass er mir einfach nur sehr Leid tut! Wenn ich nun an den erwachsenen, intellektuellen Hannibal Lecter denke, der so kaltblütig erscheint, sehe ich immer den kleinen Jungen in ihm, der ein hilfloses Kriegsopfer wurde und mitansehen musste, wie seine komplette Familie ausgelöscht wurde... Ich kann zwar nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber es ist doch sehr schwer nach solch traumatischen Erlebnissen "normal" zu sein...
Und ganz zum Schluss noch:
