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Autor Thema: T.C. Boyle - Talk Talk  (Gelesen 787 mal)

resca

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T.C. Boyle - Talk Talk
« am: 22. Dezember 2006, 13:28:37 »



Klappentext: T.C. Boyle greift ein beängstigendes und beängstigend aktuelles Thema auf: Identitätsdiebstahl. In einem hochdramatischen Thriller erzählt er davon, wie leicht es für einen Betrüger ist, in die Rolle eines anderen zu schlüpfen, wie schwierig für den Betrogenen, den Beweis dafür zu erbringen, dass er selbst hereingelegt worden ist.

Zu dem Buch: Dana Halter, eine junge gehörlose Literaturprofessorin wird Opfer eines Identitätsdiebstahls und kommt unverschuldet für ein paar Tage ins Gefängnis. Sie wird zwar freigesprochen, verliert aber ihren Job und stösst auch bei Polizei und Behörden auf „taube Ohren“. Niemand will den Dieb so recht belangen und da die Beweislast bei ihr liegt, macht sie sich mit ihrem Freund Bridger auf die Suche nach dem Verbrecher. Es beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch die Staaten, von einer Küste zur anderen bei der man einem äusserst charismatischen, skrupellosen und gefährlichen Verbrecher begegnet, sowie einer verbissenen Dana und ihrem etwas linkischen Freund. Man leidet mit Dana, wie sie aufgrund ihrer Gehörlosigkeit immer wieder „schikaniert“ oder mindestens falsch verstanden wird. Als der Verbrecher „Peck“ dann auch noch Bridgers Identität annimmt, sinnt Dana dermassen auf Rache, so dass sie nicht merkt, dass dadurch mehr auf dem Spiel steht als ihre Genugtuung. Von einer liebevollen, sensiblen Frau verwandelt sie sich immer mehr in einen rücksichtslosen Racheengel und merkt nicht, wie ihre Beziehung und ihr Leben immer mehr darunter leiden.

Meine Meinung: Mein erster Boyle und ich bin begeistert. Abwechselnd wird aus Danas Sicht oder aus der des Diebes „Peck“ erzählt und Boyle hat ein unglaubliches Gespür dafür an genau der richtigen Stelle zu wechseln. Die drei Hauptprotagonisten sind unglaublich gut ausgearbeitet und obwohl ich natürlich mit dem Opfer symphatisierte, hat mich die Geschichte und die Person des Verbrechers sehr fasziniert. Es ist erschreckend, wie schnell man selbst Opfer eines solchen Identitätsdiebstahls werden und wie wenig man dagegen ausrichten kann. Die Sprache des Buches finde ich sehr schön und angenehm, Boyle hat eine Vorliebe für ausserordentlich lange Sätze mit viel Gespür für Stimmungen und Empfindungen. Einziger Minuspunkt und damit möchte ich niemandem zu nahe treten: Mir kam es manchmal etwas übertrieben vor, wie feindselig auf Dana aufgrund ihrer Gehörlosigkeit reagiert wurde. Da ich das als Hörende aber nicht beurteilen kann, hoffe ich nur dass im wirklichen Leben nicht derart heftig auf die Behinderung reagiert wird.
Das Buch bekommt von mir sehr gute und solide 4 ½ Ratten
 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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LG, resca

Elke

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Re: T.C. Boyle - Talk Talk
« Antwort #1 am: 23. Dezember 2006, 12:22:55 »

Huhu Resca,

deine Rezi bestärkt mich weiter, mir das Buch zuzulegen.
Habe von Boyle Drop City gelesen und finde, er kann prächtig Geschichten erzählen.

Ich glaube, ich werde im neuen Jahr zuschlagen.  :klatschen:

Grühüße!
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chil

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Re: T.C. Boyle - Talk Talk
« Antwort #2 am: 27. Oktober 2007, 09:06:36 »

Ich hab das Buch gerade auf meinem SUB entdeckt und bin jetzt froh, dass es scheinbar so gut ist. Fast hätte ich es weggegeben!
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Hildegunst

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Re: T.C. Boyle - Talk Talk
« Antwort #3 am: 28. Oktober 2007, 23:28:46 »

Die Anfeindungen erscheinen einem manchmal tatsächlich heftig, aber bei solchen Begebenheiten, wenn jemand zu ihr spricht und sie ihre Kenntnisse im Sprechen anbringt, kann man sich, bei eher einfach gestrickteren Gemütern zugegebenermaßen, wie es bei der Begebenheit im Buch wohl auch der Fall ist, vorstellen, dass sie sich auf den Arm genommen fühlen, wenn jemand mit ihnen sprechen kann und mit leichen Lippenlesekenntnissen womöglich sogar etwas vom Gegenüber versteht, gleichzeitig aber behauptet, taub zu sein.

Fand das Buch auch ziemlich gut, war mein erstes Hörbuch, d.h. durch die Lesung meines absoluten deutschen Lieblingsschauspielers, Jan Josef Liefers, hat das Buch noch um einiges gewonnen - der Mann liest geradezu genial vor, gerade in bezug auf die Darstellung der verschiedenen Charaktere.
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