Gibt es denn schon Neuigkeiten zu den Nachtwächtern von Pratchett? Das würde mich jetzt mal interessieren, weil die auch noch auf meinem SUB rumgeistern.
Was die Trivialität des Monsterwerkes betrifft, so würde ich sagen, dass Hugo ein Meister im Täuschen ist *g*. Wer "Die Arbeiter des Meeres" oder "Ian, der Isländer" gelesen hat, weiß, dass die vermeintliche Trivialität der "Elenden" noch zu übertreffen ist. Wenn man jetzt in Betracht zieht, dass Victor Hugo ein ziemlich romantischer und verträumter Typ gewesen sein muss, dann finde ich beachtlich, wie er seinen starken und engagierten Geist mit seinem romantisch-verträumten Herzen vereint hat. Meiner Meinung nach kommt das in jedem seiner Romane sehr deutlich zum Ausdruck. Es ist auch der Grund dafür, warum ich diesen Autor mag. Trotz aller Rebellion, trotz des messerscharfen Verstandes und des Hanges zur Entlarvung politischer Umstände hat sich dieser Mann ein Herz bewahrt, ein ganz eigenes Herz.
Das Buch "Die Elenden" fand ich ziemlich kurzweilig und keineswegs langatmig. Allein der spannungssteigernde Stil mit den vielen Einzelschicksalen; Geschichten, die sich erst am Ende miteinander verweben, hat dafür gesorgt, dass ich gar nicht merkte, wie schnell ich das Buch dem Ende entgegen blätterte. Ich meine: Wer hätte gedacht, dass Gavroche der Sohn der Thenardiers (richtig geschrieben? Ich kann kein französisch) ist? Die Hauptfigur hin oder her, dieser Roman strotzt vor interessanten Nebenfiguren, sofern man überhaupt von Nebenfiguren reden kann.
Ich hab ergänzend zum Buch das Musical gesehen und war enttäuscht. Die Geschichte taugt meiner Meinung nach nichts, wenn man irgendetwas davon weglässt. Ich finde, jede Unterlassung verfälscht die Aussage des Autors.
Zusammenfassend möchte ich sagen: Dieses Buch hat in mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch nach Jahren kenne ich noch die Geschichte und die Figuren, was viel heißen will. Es hat das getan, was man von einem guten Buch erwarten kann: Es hat mich zutiefst berührt und mir einen Spiegel vorgehalten, in welchem ich einige Gedanken erneut ordnen musst, um sie zu einem neuen Bild der Welt zusammenzufügen.
PS: Nebenbei bemerkt gefiel mir persönlich die Beschreibung des abgründigen Paris' von Hugo besser als die von Süskind im "Parfum".