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Autor Thema: Heinlein  (Gelesen 2816 mal)

Grisel

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Heinlein
« am: 28. September 2004, 11:18:25 »

Hi!

Mußte ich doch sofort wirklich einen neuen Thread aufmachen. Ich denke, ich habe mir bei Heinlein bisher vor allem die Rosinen herausgepickt:

-Weltraumkadetten - naja
-Starship troopers - sehr gut!
-Der Mond ist eine herbe Geliebte - gut, und was für ein Titel!
-Ein Doppelleben im Kosmos - naja
-Citizen of the galaxy - sehr gut! - mein Lieblings-Heinlein
-Fremder in einer fremden Welt - gut, bis auf die späteren Teile
-Farnhams Oase - gut
-Die Sternenbestie - naja
-Das geschenkte Leben - gut (das ist definitiv eine Altmännerfantasie  :breitgrins: )
-Gestrandet im Sternenreich - naja
-Farmer im All - gut
-Glory Road - naja

Zu "Fremder in einer fremden Welt", das hat mir irrsinnig gut gefallen, gerade Jubal, der einem am Anfang wie ein Möchtegernpascha vorkommt, und dann nach und nach sehr, hm, väterlich wird.
Aber als es dann mit Gründung der Religion davongedriftet ist, fand ich es ein wenig enttäuschend. Das Ende an sich aber war wiederum gut.

Ich mag Heinlein gerade WEIL er so politisch unkorrekt ist. Erfrischend anders.

Bye,

Grisel
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sandhofer

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Re: Heinlein
« Antwort #1 am: 28. September 2004, 12:29:29 »

Hallo zusammen!

R. A. Heinlein - wohl keiner spaltet die SF-Leser wie er. Man wirft ihm Altmänner-Phantasien vor, politische Unkorrektheit etc. etc. Auch ich wünschte, er hätte ein paar Bücher nicht geschrieben, aber trotzdem: ich mag seinen ironischen, ja zynischen Stil. Ich mag besonders seine "reifen" Werke, von Stranger in a Strange Land (@Kringel: Im Original bedeutend besser als in der hanebüchenen Übersetzung!) über The Moon is a Harsh Mistress (wieder: eine Doppeldeutigkeit im Originaltitel, die in der Übersetzung zwangsläufig verloren geht ... ), Time enough for Love, The Number of the Beast, Friday bis zu Job: A Comedy of Justice. Sein Alterswerk (The Cat Who Walks Through Walls und To Sail Beyond the Sunset) finde ich zwar immer noch witzig, aber die Charaktere sind doch schon ein bisschen ausgelutscht. Seine Jugendromane sind (meist) ok, seine Future History durchzogen, seine frühen Erwachsenenromane sind mir oft ein bisschen zu sehr patriotisch-amerikanisch. Typische Produkte des Kalten Krieges, eben.

Alles in allem: ein ideenreicher, unkonventioneller Autor, der auch mal sprachlich-stilistische Experimente wagte.

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Grisel

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Heinlein
« Antwort #2 am: 28. September 2004, 12:45:28 »

Hi!

Auch wenn das wahrscheinlich zu den Büchern zählt, von denen Du wünschst sie wären nicht geschrieben worden, finde ich besonders bei "Starship Troopers" faszinierend, wie unterschiedlich man es lesen kann. Für manche geistlose Abenteuerschmonzette, für andere rechte Kriegsverherrlichung. Für mich aber war es die Geschichte eines durchschnittlichen jungen Mannes, der aus fragwürdigen Motiven zur Armee geht, um dort so komplett gehirngewaschen zu werden, daß es am Ende nichts mehr anderes für ihn gibt, wie er selbst zugibt. Mag sein, daß es nicht so gemeint war, aber ich habe das genaue Gegenteil einer Verherrlichung herausgelesen.

Zeigt wieder sehr schön, daß ein Buch eigentlich erst durch die Interaktion zwischen Autor und Leser entsteht - und zwar immer ein anderes.

Bye,

Grisel
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sandhofer

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Starship Troopers
« Antwort #3 am: 28. September 2004, 13:38:37 »

Hallo Grisel!

Ich gestehe, dass ich Starship Troopers nie gelesen habe. Ich kenne nur den Film von Verhoeven (schreibt der sich so?). Das Buch gehört m.W. unter Heinleins Jugendbücher, und von denen kenne ich wohl keine 50% ...

Grüsse

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Grisel

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Heinlein
« Antwort #4 am: 28. September 2004, 14:04:24 »

Hi Sandhofer!

"Starship Troopers" ist eines von den Büchern, wo man auf gar keinen Fall sagen sollte, Buch kenne ich nicht, aber Film. Film hat nämlich außer Namen und ganz grober Rahmenhandlung (Menschen vs. Bugs) absolut nichts mit dem Buch zu tun. Dizzy Flores zB, das zweite love interest des Helden, ist im Buch ein Mann (!), der am Anfang getötet wird, etc.
Der Film als Film ist recht unterhaltsam, aber das ist auch schon alles. Außerdem hat es mich sehr geärgert, daß sie da wirklich einen BumZack-Film gemacht haben, aber das Ganze mit den "ironischen" Nachrichteneinschüben zu einer "Satire" gemacht haben. Billig.
Eine ernsthafte Verfilmung des Buches wäre interessant, aber darüber wird sich, bei dem (IMO unverdienten) Ruf den es hat wohl keiner rübertrauen.

Ich kenne mich mit Heinleins Gesamtwerk nicht aus, also in welcher Phase er was geschrieben hat, aber von den typischen Jugendbüchern wie "Weltraumkadetten" oder "Gestrandet im Sternenreich" unterscheidet es sich IMO schon. Aber, wie unschwer erkennbar ist, mag ich das Buch sehr, also bin ich wohl nicht sonderlich objektiv. Auf mich hat es jedenfalls einen ziemlich starken Eindruck gemacht.

Bye,

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sandhofer

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Heinlein
« Antwort #5 am: 28. September 2004, 14:15:58 »

Hallo zusammen!
Hi Grisel!

Zitat von: Grisel
"Starship Troopers" ist eines von den Büchern, wo man auf gar keinen Fall sagen sollte, Buch kenne ich nicht, aber Film.

Meine Bemerkung war nicht als Qualitätsurteil gedacht. Es ist einfach so, dass ich seinerzeit von den als "Jugendbüchern" gekennzeichneten Werken Heinleins nur wenige gelesen habe. Einige davon (z.B. Podkayne of Mars) fand ich sogar recht witzig. Aber aus irgendwelchen Gründen ist dann - fast genau mit Heinleins Tod, aber ohne Zusammenhang damit - mein Interesse an SF praktisch erloschen. Daher habe ich auch nicht mehr alle Werke Heinleins gelesen, obwohl ich eine Zeitlang alles kaufte, dessen ich habhaft werden konnte.

Zitat von: Grisel
Der Film als Film ist recht unterhaltsam, aber das ist auch schon alles. Außerdem hat es mich sehr geärgert, daß sie da wirklich einen BumZack-Film gemacht haben, aber das Ganze mit den "ironischen" Nachrichteneinschüben zu einer "Satire" gemacht haben. Billig.
Eine ernsthafte Verfilmung des Buches wäre interessant, aber darüber wird sich, bei dem (IMO unverdienten) Ruf den es hat wohl keiner rübertrauen.

Meintest Du BumsZack-Film?  :breitgrins:

Im übrigen halte ich die grossen Werke Heinleins eh für so wenig verfilmbar wie die von Tolkien.

Grüsse

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Grisel

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Re: Heinlein
« Antwort #6 am: 28. September 2004, 14:52:37 »

Hi Sandhofer!

Zitat
Meine Bemerkung war nicht als Qualitätsurteil gedacht.


Ist mir nur wichtig, immer klarzustellen daß da keinerlei Vergleichbarkeit besteht, und ich es tragisch finde, daß der Film wirklich so heißen darf. Naja, Literaturverfilmungen sind ein Thema für sich.

Zitat
Es ist einfach so, dass ich seinerzeit von den als "Jugendbüchern" gekennzeichneten Werken Heinleins nur wenige gelesen habe. Einige davon (z.B. Podkayne of Mars) fand ich sogar recht witzig. Aber aus irgendwelchen Gründen ist dann - fast genau mit Heinleins Tod, aber ohne Zusammenhang damit - mein Interesse an SF praktisch erloschen. Daher habe ich auch nicht mehr alle Werke Heinleins gelesen, obwohl ich eine Zeitlang alles kaufte, dessen ich habhaft werden konnte.


Sind Dir die SF-Klassiker ausgegangen?  :breitgrins:

Zitat
Meintest Du BumsZack-Film?  :breitgrins:


Stimmt, da fehlt entweder ein m oder ein s ...  :rollen:

Zitat
Im übrigen halte ich die grossen Werke Heinleins eh für so wenig verfilmbar wie die von Tolkien.


Bei "Fremder in einem fremden Land" würde man sich da zugegebenermaßen schwer tun, was vernünftiges zu produzieren. Obwohl ich mal von Plänen einer Verfilmung gehört habe. Hm, scheint nichts draus geworden zu sein.
Die anderen, soweit ich sie kenne, würden dann wahrscheinlich wie die oben erwähnte unsägliche Verfilmung enden. Viel bumm(s)  :breitgrins:  und zack, aber sonst nicht viel.

Bye,

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sandhofer

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Re: Heinlein
« Antwort #7 am: 28. September 2004, 15:13:42 »

Hallo zusammen!

Zitat von: Grisel
Sind Dir die SF-Klassiker ausgegangen?  :breitgrins:

In gewissem Sinn, ja. Joe Haldemanns Erstling (glaube ich) konnte ich noch verkraften und geniessen, der Strugatzkis Picknick am Wegesrand hat mich dann irgendwie überfordert. Heute blättere ich mal von Zeit zu Zeit in einem Heinlein oder Asimov, wirklich lesen tue ich nur noch Lem.

Grüsse

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Heinlein
« Antwort #8 am: 28. September 2004, 17:19:50 »

Hi Sandhofer!

Tja, Heinlein und der erste Haldemann sind eigentlich die einzigen SF-Klassiker die ich kenne, außer Du zählst Herbert (Dune) noch dazu, aber der ist wohl eher ein moderner Klassiker.

Disclaimer: ich definiere Klassiker zweifellos anders als Du.  :smile:

Bye,

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sandhofer

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Klassiker
« Antwort #9 am: 28. September 2004, 21:48:31 »

Hallo zusammen!
Hallo Grisel!

Zitat von: Grisel
Tja, Heinlein und der erste Haldemann sind eigentlich die einzigen SF-Klassiker die ich kenne, außer Du zählst Herbert (Dune) noch dazu, aber der ist wohl eher ein moderner Klassiker.
Disclaimer: ich definiere Klassiker zweifellos anders als Du.

Na ja, Dune ist ja auch schon fast ein Klassiker. Ich habe mal irgendwo die Einteilung gelesen, nach der die Generation der Heinlein, Asimov & Co. als die "Silberne Ära" der amerikanischen SF gilt, die vorhergehende Generation ("Doc" Smith & Co.) als die "Goldene". Das hat mir eingeleuchtet, und seither teile ich die SF so ein.

Und, wie gesagt, ungefähr ab der Mitte der 80er habe ich aufgehört, Neuerscheinungen zu lesen ... Und nicht nur in der SF ...

Grüsse

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Grisel

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Re: Klassiker
« Antwort #10 am: 28. September 2004, 22:29:36 »

Hi Sandhofer!

Zitat
Na ja, Dune ist ja auch schon fast ein Klassiker. Ich habe mal irgendwo die Einteilung gelesen, nach der die Generation der Heinlein, Asimov & Co. als die "Silberne Ära" der amerikanischen SF gilt, die vorhergehende Generation ("Doc" Smith & Co.) als die "Goldene". Das hat mir eingeleuchtet, und seither teile ich die SF so ein.


Verstehe. Dann lag ich mit meinem "modernen Klassiker" nicht so daneben. Ich muß gestehen, ich habe von solchen Einteilungen wenig Ahnung, da ich nie auf den Autor schaue, sondern den Inhalt. Und da kam mir Heinlein von den älteren Vertretern bislang am weitesten entgegen.

Zitat
Und, wie gesagt, ungefähr ab der Mitte der 80er habe ich aufgehört, Neuerscheinungen zu lesen ... Und nicht nur in der SF ...


Ja, das habe ich mitbekommen. Schätze, Heinlein ist wohl der einzige Autor, den wir beide gemeinsam haben. :smile:

Bye,

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Kringel

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Heinlein
« Antwort #11 am: 29. September 2004, 07:10:32 »

Keine SF-Klassiker außer Heinlein und Haldeman, tze! Vielleicht kann ich euch meinen Lieblingsautor Philip K. Dick ans Herz legen?
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Grisel

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Heinlein
« Antwort #12 am: 29. September 2004, 10:20:34 »

Hi Kringel!

Klingt für mich eher nach Utopie als SF. OK, da fließen die Grenzen. Aber, wenn es Dich tröstet, zumindest Huxley, Wyndham und Orwell und wer weiß welche vergessenen noch habe ich auch gelesen, nur zähle ich die halt nicht zur SF.

Bye,

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Kringel

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« Antwort #13 am: 29. September 2004, 10:29:16 »

Sorry, aber mit Utopien hat Dick nichts zu tun, eher mit Dystopien!
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Grisel

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« Antwort #14 am: 29. September 2004, 10:41:02 »

Zitat von: Kringel
Sorry, aber mit Utopien hat Dick nichts zu tun, eher mit Dystopien!


Sag das doch gleich!
 :confused:

Bye,

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