Ich bin gestern abend mit dem ersten Teil der Sookie Stackhouse-Reihe fertig geworden, meine Ausgabe ist aus dem 10-teiligen Box-Set:


Ich muss auch vorausschicken, dass ich bereits die HBO-Serie kenne und sehr gern mag, meine Eindrücke lassen sich also nicht ganz isoliert von Serie und Buch betrachten.
Normalerweise mag ich es nicht so gern, wenn ich ein Buch lese, nachdem ich die Verfilmung bereits kenne. Bei "Dead Until Dark" hat mich das aber eigentlich nicht gestört, denn das Buch liest sich wunderbar flüssig und ohne große Holperer. Zu dick ist es ja auch nicht, und Dank einiger Änderungen zur Serie, wird einem auch inhaltlich nicht langweilig, obwohl man den Mörder bereits kennt

Ich finde auch, dass die Serie mehr an Action liefert, die Sexszenen und blutige Szenen sind vielleicht etwas plastischer, als sie Charlaine Harris selbst beschreibt. Aber auch das Buch hat seine eigene Dynamik und ist nicht gerade unschuldig.
Es war aber durchaus ein Risiko, denn ich habe auch schon Bücher abgebrochen, weil ich die Verfilmung bereits kannte und die Handlung so keine Überraschungen mehr bieten konnte.
Ich muss dazu sagen, dass ich von vorne herein erwartet hatte, hier nette Bestseller-Lektüre vorzufinden. Alleine als ich gesehen habe, dass es rund 10 Bücher mit jeweils etwa 300 Seiten gibt (oder sind es schon mehr?), war für mich irgendwo klar, dass es sich um schnell zu lesende Unterhaltung halten sollte, und genau das habe ich auch vorgefunden. Gerade wenn man abends nicht mehr den Kopf für zu anspruchsvolle Sachen hat, passt die Erzählung wie ich finde sehr gut.
An die Ich-Erzählung im Buch musste ich mich erst mal gewöhnen, da ich nicht so oft Bücher lese, die aus dieser Perspektive erzählt werden, aber Sookies Gedanken sind sehr klar und man kann ihnen gut folgen. Auch ihr Humor hat mir ganz gut gefallen und bei manchen ihrer Aussagen musste ich schmunzeln.
Nicht so gut gefallen haben mir allerdings manche Bettszenen, insbesondere die Dialoge, die währenddessen geführt wurden. Ich hatte das Gefühl mein Teenager-Ich würde sich von diesen Beschreibungen mehr angesprochen fühlen und ich bin kein Fan vom Gebrauch von ständigen Kosenamen wie "Darling" oder "Sweetheart". Für mich passte es zudem irgendwie nicht so ganz, dass ein Vampir wie Bill seine Auserwählte mit Kosenamen überhäuft.
(Zugegebenermaßen bin ich auch im "echten" Leben ein Mensch, der Kosenamen sehr selten in Gebrauch nimmt)
Zu anfangs konnte ich mir nicht ganz vorstellen, wie Sookies telepathische Fähigkeiten im Buch wohl beschrieben werden würden, aber ich finde, dass Harris dies sehr gut gelöst hat und es wirkt sehr natürlich und passt gut in den Textfluss hinein.
Die Änderungen im Vergleich zur Serie habe ich - retrospektiv - auch mit Interesse verfolgt und fand alles sehr gut gelöst. Überrascht hat mich nur, dass
Tara, in der Serie Sookies Kindheitsfreundin, zumindest im ersten Teil überhaupt gar nicht auftaucht.
Die Sache rund um Bubba musste ich auch googlen. Ich hatte zwar die Beschreibung "the man from memphis" schon mal gehört, aber ich konnte sie nicht so ganz zuordnen. Zuerst dachte ich, es handelt sich um irgendein Vorkommnis in der Bon Temps-Welt, aber ein paar Seiten später war mir klar, dass es wohl eine Anspielung ist.
