Ich kann mich den teilweise begeisternden Rezensionen nicht anschließen.
Marina Lewycka – Kurze Geschichte des Traktors auf UKRAINISCH

Zum Inhalt:Als Nadias verwitweter Vater ihr mitteilt, dass er wieder heiraten will, löst das eine Familienkrise aus. Nadia und ihre Schwester sind sich ausnahmsweise einig: Sie müssen den Vater aus den Klauen der blonden Glücksritterin befreien! Doch der alte Mann arbeitet zielstrebig an der Erfüllung seiner Träume.
Meine Meinung:Wieder so ein gehyptes Buch, bei dem mich interessiert hat, was dahinter steckt und worum es eigentlich geht. Nun, meine Neugier hat mir ein Buch beschert, mit dem ich so gut wie gar nichts anfangen konnte.
Einerseits weil ich etwas anderes erwartet hatte. Nämlich wie es ist, wenn sich der Vater plötzlich in eine viel jüngere Frau verliebt und mit ihr zusammen lebt. Aber hier, ich konnte einfach mit den Charakteren überhaupt nichts anfangen, mit Valentina dieser derben, unverschämten Person. Mit Nadjas Vater, der sich das Ganze auch noch freiwillig antut. Mit den zwei zerstrittenen Schwestern, die diese Krise auf einmal zusammenschweißt.
Und dann wird die Geschichte auch immer wieder unterbrochen, einerseits durch Erinnerungen an früher, bzw. wie die Eltern der Schwestern in der Ukraine aufgewachsen sind und gelebt haben, andererseits durch das Buch an dem der Vater schreibt, nämlich besagte „Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“, ich muss zugeben, nach den ersten paar Kapitel, habe ich diese Kapitel des Buches nur noch überflogen.
Auf meinem Klappentext schreibt die Süddeutsche: […]ein kluger Kommentar über die Grenzen der Integrationsbereitschaft[…] Das was hier in der Geschichte geschildert wird, hat mit Integrationsbereitschaft aber nichts mehr zu tun. Da hört sich die Freundschaft schon viel früher auf, aber nicht wegen Intertoleranz, sondern weil „dieser Fall“ einfach unmöglich im Sinne von furchtbar ist.
Am liebsten hätte ich einfach zu lesen aufgehört und gesagt: „Macht was ihr wollt.“ Ich glaube ich habe selten ein Buch gelesen wo mir die Figuren so was von egal waren.
Allerdings ist es nicht so dass mir gar nichts gefallen hat, manche der Einstreuungen über die Geschichte der Ukraine und die Flucht der Eltern waren vom Ansatz her interessant zu lesen, aber leider kam, immer wenn ich dazu mehr lesen wollte, wieder die „Hauptgeschichte“ ins Spiel. Was an dem Buch so toll ist, bleibt mir wohl ein Rätsel.
Sollte das „Thema“ sein, wie Menschen im Osten den Westen erleben und was sie sich erhoffen und erwarten davon, dann war mir das in dem Buch viel zu wenig ausgearbeitet. Bzw. gebe ich auf Valentinas Sicht in der Hinsicht nicht viel. Und von Nadjas Eltern erfährt man diesbezüglich nichts, die waren nur froh in „Sicherheit“ zu sein, schätze ich mal.
Um das Buch witzig zu finden, scheint mir der Humor zu fehlen, die einzige wirklich witzige Passage, war auf der letzten Seite des Buches.

für den Titel, der mir nach wie vor gefällt und manche der „historischen“ Passagen.