Kapitel 36
Earl suchte Kaarl nun schon seit über zwei Stunden. Wenn sie nicht bald zur Arbeit erscheinen würden, gänge der ganze Ärger mit der Polizei von vorn los. Aber Kaarl war nicht nach Hause gekommen und seit gestern Abend in keiner seiner Lieblingskneipen mehr gesehen worden. Einer der Kneiper erzählte Earl, daß gestern ein vornehmer Herr nach Kaarl gefragt hätte. Als Kaarl dann wenig später kam, sind sie beide zusammen weggegangen.
Verdammter Mistkerl! Wo konnte er nur stecken? Setzt einfach so ihrer beider Zukunft aufs Spiel.
Von weitem sah er den Laufburschen aus der Destille kommen. Der hatte ihm jetzt auch noch gefehlt. "Jaja, ich komme ja schon. Kaarl ist nicht hier, und ich kann nicht herausfinden, wo er ist." "Der liegt besoffen im Whiskey-Keller.", antwortete der Bursche, als er heran war. "Waaaas? Spinnt der Kerl den? Das wird uns unseren Job kosten!"
Bevor der Bursche noch ein Wort sagen konnte, war Earl schon in Richtung Destille davongerannt. Im Keller mit den teuersten Whiskey-Sorten lag Kaarl zwischen den Fässern und schnarchte selig. Earl konnte es nicht fassen. Wie konnte er nur soweit gehen? Er schüttelte Kaarl:"Bist Du von allen guten Geistern verlassen? Wie kannst Du Dich nur einfach so hier vollaufen lassen?" "Das...hicks... ge...hicks...gehört jetzt ...hicks... alles mir!" lallte Kaarl. Er wühlte in seinen Taschen und hielt Earl einen zerknautschten Brief unter die Nase. Earl las. Es war ein Testament. Kaarl und Geoorge waren die alleinigen Erben dieser Destille. Vor ein paar Tagen wurde von Paol MacHicks und seiner Familie im Norden eine neue Destille in Betrieb genommen. Dabei kam es zu einer furchtbaren Explosion und die ganze Familie MacHicks mit allen ihren nahen und fernen Verwandten wurde ausgelöscht. Ein Anwalt, der mit der Testamentsvollstreckung betraut war, fand heraus, daß die Mac Geiwers nach dem tragischen Unfall die einzigen noch lebenden, sehr entfernten Verwandten der MacHicks sind. Daher hatte der Anwalt ihn gestern gesucht.
Wenig später klang es zweistimmig aus dem Keller der Destille:"Nie wieder arbeiten! Hicks..."...