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Autor Thema: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman  (Gelesen 18168 mal)

BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #30 am: 06. April 2007, 09:40:57 »

Kapitel 24

"Halt!" Die Köpfe aller Anwesenden drehten sich in die Richtung, aus der der Ruf kam. Dort standen zwei sehr alte Mütterchen. "Es gibt da ein Gesetz von unseren Vorvätern. Auf dieses wollen wir uns hier berufen. Es lautet, daß, wenn sich jemand findet, den Verurteilten zu freien, dieser freigelassen werden soll." Eine Stimme aus der Menge rief:" Und wer soll die beiden Galgenvögel freien. Ihr etwa?" Kaarl und Earl blickten von ihrem Holzstoß herab auf die beiden gebeugten, faltigen Greisinnen. Eines der Mütterchen murmelte ein zahnloses:"Klar doch, wir!", und warf Earl einen verliebten Blick zu. Kaarl wand sich derweil unter dem verzehrenden Blick der stargetrübten Augen der anderen. "Nun steckt doch endlich den Holzstoß an!" riefen Kaarl und Earl flehend wie aus einem Mund....
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #31 am: 10. April 2007, 15:39:00 »

Kapitel fÜNFUNDZWANZIG

Alles Bitten und Betteln hatte nichts genützt. Earl und Kaarl wurden begleitet vom Grölen der Massen in die Kate der beiden Mütterlein geschoben. Earl fragte sich gerade, ob Nekrophilie gerontologische Grundkenntnisse voraussetzte. Und Kaarl überlegte, wieviel Whisky wohl nötig wäre, um aus Falten eine Pfirsichhaut zu machen.
Ihre Augen gewöhnten sich langsam an das Dämmerlicht in der Kate. Zwei Gestalten schälten sich aus dem Dunkel und kamen langsam auf sie zu. Earl hielt es nicht länger aus und fiel auf die Knie:"Bitte, bitte! Ich bin doch noch sooo jung. Tut mir das nicht an." "Was, Du möchtest wieder auf den Scheiterhaufen?", fragte Kriemhild amüsiert. Für einen kurzen Moment spielte sie mit dem Gedanken und fand ihn gar nicht mal so übel. Aber Geoorge trat zu ihm und zerrte ihn auf die Füße. "Man kann Euch nicht alleine lassen, ohne das Ihr irgendwelchen Blödsinn anstellt. Zum Glück hatten die beiden alten Damen mehr Interesse an ein paar guten Suppenrezepten und weichem Klopapier als an Euch. Also laßt uns hier jetzt schnell verschwinden, bevor der Rest der Leute merkt, was hier vorgeht."...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #32 am: 23. April 2007, 17:13:43 »

Kapitel 26

Zurück auf Schloß Wobblestone fand Kriemhild eine eigenartige Einladung in ihrer Post. Im nahegelegenen Dorf, in der dortigen Dorfschenke wollten sich am nächsten Samstag Enthusiasten der Literatur treffen. Zu flachen, runden, herzhaft belegten Teigscheiben und Wein aus fernen Ländern wolle man sich über Bücher unterhalten. Jeder Abonnent des Lischofor sei dazu eingeladen. Kriemhild überlegte. Sollte sie es wagen, den Abend mit ihr fremden Menschen an einem ihr unbekannten Ort zu verbringen. Was wenn das Essen grauenhaft und der Wein ungenießbar wären? Was wenn sie sich mit den anderen nicht unterhalten könnte und sie sich tödlich langweilen würde? Ach was! Kriemhild hatte keine Lust, das Wochenende im Schloß bei Earl zu verbringen. Sie sand die Anmeldungskarte zurück und wartete auf die Dinge, die da kommen würden...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #33 am: 24. April 2007, 15:38:00 »

Kapitel Sieben-mal-vier-minus-eins

"Der hohe Rat gewährt Euch beiden einen Erlaß aller Eurer Vergehen, wenn Ihr es schafft, wieder nützliche und unbescholtene Mitglieder der Gesellschaft zu werden." Earl und Kaarl sahen Geoorge an, als ob er versucht hätte, ihnen Voltas Froschschenkel-Experiment und Platos Staatslehre gleichzeitig zu erklären. Geoorge spürte die Leere in ihren Blicken. "OK, nochmal gaaaaanz einfach, damit auch Ihr es versteht. Ihr müßt nicht ins Gefängnis..." Ein zufriedenes Grinsen bemächtigte sich sofort Earl und Kaarl. Geoorge konnte sie gerade noch aufhalten, da sie schon fast an der Tür waren:"Halt! Ihr müßt Euch schon alles anhören. Es gibt da eine Bedingung. Ihr müßt nicht ins Gefängnis, wenn Ihr ab jetzt fleißig arbeitet und nicht mehr durch die Gegend zieht." Earl und Kaarl grinsten nicht mehr. "Arbeiten?", kam es wie aus einem Mund. Dann fiel die Tür hinter den beiden ins Schloß. Geoorge hörte ihre Schritte sich sehr schnell entfernen. ...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #34 am: 04. Mai 2007, 16:21:59 »

Kapitel XXVIII

Kriemhild summte leise vor sich hin und mußte an den Abend mit den Leseratten denken. Es war einfach toll gewesen. Sie hatten sich alle bei Amazonius getroffen und dort die neuesten Werke der Buchdruckerkunst in Augenschein genommen. Danach ging man gemeinsam in die Dorfschenke. Einige hatten ein paar Bücher aus ihrer Privatbibliothek mitgebracht, um diese mit den anderen zu tauschen. Man schwatzte, lachte, trank köstlichen roten Wein aus südlichen Ländern und aß diese komischen runden Teigscheiben. Die Zeit verging wie im Fluge. Zu schnell war der Abschied heran und man mußte 'Adieu!' sagen. Aber man versprach, sich wieder zu treffen.
Das war nun schon ein paar Tage her. Kriemhild saß seit dem frühen morgen in ihrer Kutsche und war in Richtung Süden unterwegs. Eine der Edelfrauen aus dem Frankenreich hatte ihr von fremden Ländern und seltsamen Kulturen vorgeschwärmt. Und da sie, Kriemhild, noch nie aus Schloß Wobblestone herausgekommen war, hatte sie kurzentschlossen gepackt und sich auf den Weg gemacht...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #35 am: 15. Mai 2007, 15:06:08 »

Kapitel XXIX

Es ist ein langer und beschwerlicher Weg mit der Kutsche. Ein sehr, sehr langer Weg. Und äußerst beschwerlich.
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #36 am: 16. Mai 2007, 10:22:27 »

Kapitel XXX

Kriemhild wurde von Tag zu Tag unruhiger. Sie mußte mit jemandem reden und über ihre Erlebnisse berichten. Kutscher und Diener schienen ihr aber ungeeignet als Gesprächspartner. Daher begann sie einen Brief zu schreiben.

Lieber Geoorge!
Ich bin nun schon lange Zeit unterwegs und entferne mich immer mehr von Schloß Wobblestone. Die Landschaft und auch die Leute werden mir immer fremder. Die Straße auf der wir fahren ist schnurgerade. Das Land ist flach bis zum Horizont. Ein trockener Wind treibt Staub vor sich her. Nur selten trifft man Menschen in dieser Gegend. Sie sind kleiner und dunkler als bei uns zu Hause. Ihre Sprache ist sehr lustig. Sie rollen das R und benutzen häufig ein kehliges Ch. Aber sie sind sehr freundlich zu Fremden.
Gestern waren wir in einem kleinen Wirtshaus in der Nähe des einzigen Flusses in dieser Gegend. Wir sind sehr nett begrüßt worden. Das Zimmer war sehr klein und rustikal, aber für eine Nacht war das ausreichend. Die Tochter des Wirtes leistete mir beim Abendmahl Gesellschaft. Das Brot ist viel dunkler als wir es von zu Hause kennen. Sie nennen es Schwarzbrot. Dazu gab es Bohnen und Speck. Bei ein paar Gläsern Wein kam ich mit Magdalena ins Gespräch. Und Du wirst es kaum glauben. Sie war es, die Earl damals im Suff geheiratet hat. Wie klein doch die Welt ist! Wir hatten den ganzen Abend viel zu lachen. Heute morgen hatte ich ein wenig Probleme aufzustehen. Magdalena kann wirklich einen Stiefel vertragen.
Nun ist es nicht mehr allzu weit bis an die Küste des Meeres. Nur noch wenige Tage, dann kann ich endlich im warmen Meer baden gehen. Ich freue mich schon riesig darauf.
Liebe Grüße aus der Fremde sendet Ihnen Ihre Lady Kriemhild
« Letzte Änderung: 16. Mai 2007, 12:10:02 von BigBen »
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #37 am: 19. Mai 2007, 12:58:06 »

Kapitel 31

Kriemhild bedauerte nun fast schon, diese Reise unternommen zu haben. Erst diese nie enden wollende lange Reise in der unbequemen Kutsche. Und dann diese Unterkunft, die sie nehmen mußte, da durch die Ritterreisetage alle Burgen ausgebucht waren. Die Besucher-Burg "An der Blauen Kante" war wirklich eine Zumutung! Ein Kämmerchen kleiner als das ihrer Zofe. Den Toilettenerker mußte sie mit allen anderen Gästen aus ihrem Burgflügel teilen. Auf warmes Wasser mußte man zwei Stunden warten. Und bis es im Zimmer ankam, war es oft schon wieder kalt. Am Ritterbuffet brauchte man wirklich eine Rüstung, um das Hauen und Stechen nach den besten Happen heil zu überstehen. Beste Happen? Hier gab es die Fauna aus den Tümpeln - Schnecken und Frösche. Die müssen doch spinnen! Sowas kann man doch unmöglich essen. Und von wegen Blick auf das Meer. Ha! Erstens hatte das Zimmer nur eine Schießscharte. Und zweitens konnte sie da hindurch nur eine paar olle Ruinen sehen. Wäre im Nachbargelaß nicht dieser große kräftige Ritter mit dem wallenden Haar eingezogen, sie hätte schon längst wieder den Heimweg angetreten...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #38 am: 22. Mai 2007, 13:30:26 »

Kapitel 32

Kriemhild hatte diese Nacht miserabel geschlafen. Irgend ein Idiot hatte vor ihrer Schießscharte fast die ganze Nacht eine Laute gequält und herumgejault. Als sie mit dem Nachttopf warf, blieb dieser in der Schießscharte stecken und nur der Inhalt fand seinen Weg.
Die Kammerzofe erzählte ihr dann am Morgen, das ein Ritter von Bohlen in der Nacht von den Gendarmen vor der Burg festgenommen worden war. Man erzählte sich, daß das nicht das erste Mal passiert ist. Nur diesmal roch er etwas streng und murmelte etwas von einem Hironimus Kadilak. Die Gendarmen haben versucht ihn zu finden, aber niemand in der Burg kennt diesen Ritter Kadilak. Nun suchten sie im ganzen Land nach ihm.
Kriemhild war auf dem Weg zum Frühstück. Sie hatte erfahren, daß der Ritter aus dem Nebengelaß immer um diese Zeit frühstückte. Es sollte doch möglich sein, ihn auf sich aufmerksam zu machen...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #39 am: 31. Mai 2007, 17:09:02 »

Kapitel 33

Frühstück mit einem Ritter? Nie wieder! Kriemhild war stinksauer auf diesen Typen. Aber sie mußte es sich auch selbst zuschreiben. Eine knackige Figur und süße Locken sind halt als Auswahlkriterien nicht sehr zuverlässig. Das hatte sie nun davon. Von oben bis unten vollgeschmiert wartete sie in ihrem Zimmer auf das heiße Wasser für ein Bad. Die Zofe hatte sie beauftragt, alles für die Abreise vorzubereiten. Nur schnell weg hier! Aber wer konnte auch damit rechen, daß der Typ früh um diese Zeit schon betrunken ist. Als er versuchte aufzustehen, um sie zu begrüßen, brachte er seinen Tisch aus dem Gleichgewicht. Sein ganzes opulentes Frühstück fiel ihr im wahrsten Sinne des Wortes in den Schoß. Nie wieder Ritter! ...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #40 am: 08. Juni 2007, 10:46:03 »

Kapitel 34 mit Kriemhilds Duschszene wurde von der Zensurbehörde als jugendgefährdend auf den Index gesetzt.
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #41 am: 20. Juni 2007, 11:16:15 »

Ersatz für Kapitel 34

Betreten schweigend und auf seine Füße schauend stand Kriemhilds Kutscher in der Tür. "Was ist den nun schon wieder?", fuhr Kriemhild ihn an. "Ähm ... ja ... also, ich kann die Kutsche nicht beladen." "Wie bitte? Wieso das denn?" "Naja, Mylady, Sie wissen doch, das durch die Ritterreisetage hier alles überfüllt ist. Dasselbe gilt für die Kutschenabstellplätze. Gestern Abend konnte ich nirgendwo einen Platz für Ihre Kutsche finden. Also habe ich sie vor dem Burgreserveseitentor im Halteverbot abgestellt. Ich dachte, das Tor benutzt sowieso niemand. Leider hat die Gendarmerie die Kutsche abschleppen lassen. Und dabei ist die hintere Achse gebrochen. Der Schmied sagt, er braucht für die Reparatur mindestens noch drei Tage." "Drei Tage! Solange kann ich unmöglich hier bleiben. Ist Er nicht Mitglied bei den 'Güldenen Engeln'? Die haben doch diesen Kutschenersatzrückreiseservice. Besorge Er da eine neue Kutsche. Aber dalli!" Kriemhild wendete sich wieder ihrer Lektüre zu. Ein Roman über die Härten des Lebens auf Reisen...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #42 am: 10. Juli 2007, 15:53:12 »

Kapitel 35

Geoorge fühlte eine gewisse Genugtuung. Anfangs war es ihm schwer gefallen, Earl und Kaarl von seiner Idee zu überzeugen. Aber er war schon immer der hartnäckigste in seiner Familie gewesen. Also kam es so, wie es kommen sollte. Earl und Kaarl hatten nun einen festen Wohnsitz. Es waren zwar nur zwei kleine Zimmerchen beim YMCA, der Yorik-Mitwohngenossenschaft für coole Arbeitssklaven, aber Yorik war als Vermieter in Ordnung, und es gab zwei warme Mahlzeiten am Tag. Außerdem hatte er es geschafft, den zweien eine geregelte Arbeit zu vermitteln. Ein alter Freund, Paol MacHicks, hat eine Destille in der Stadt. Earl und Kaarl durften die gebrauchten Fässer putzen. Was Geoorge aber nicht wußte, war das die beiden schon wieder krummen Geschäften nachgingen. Sie sammelten das Spülwasser, dampften es ein und verkauften den Sud als Whiskey an vorbeiziehende Straßenhändler...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #43 am: 30. Juli 2007, 13:15:50 »

Kapitel 36

Earl suchte Kaarl nun schon seit über zwei Stunden. Wenn sie nicht bald zur Arbeit erscheinen würden, gänge der ganze Ärger mit der Polizei von vorn los. Aber Kaarl war nicht nach Hause gekommen und seit gestern Abend in keiner seiner Lieblingskneipen mehr gesehen worden. Einer der Kneiper erzählte Earl, daß gestern ein vornehmer Herr nach Kaarl gefragt hätte. Als Kaarl dann wenig später kam, sind sie beide zusammen weggegangen.
Verdammter Mistkerl! Wo konnte er nur stecken? Setzt einfach so ihrer beider Zukunft aufs Spiel.
Von weitem sah er den Laufburschen aus der Destille kommen. Der hatte ihm jetzt auch noch gefehlt. "Jaja, ich komme ja schon. Kaarl ist nicht hier, und ich kann nicht herausfinden, wo er ist." "Der liegt besoffen im Whiskey-Keller.", antwortete der Bursche, als er heran war. "Waaaas? Spinnt der Kerl den? Das wird uns unseren Job kosten!"
Bevor der Bursche noch ein Wort sagen konnte, war Earl schon in Richtung Destille davongerannt. Im Keller mit den teuersten Whiskey-Sorten lag Kaarl zwischen den Fässern und schnarchte selig. Earl konnte es nicht fassen. Wie konnte er nur soweit gehen? Er schüttelte Kaarl:"Bist Du von allen guten Geistern verlassen? Wie kannst Du Dich nur einfach so hier vollaufen lassen?" "Das...hicks... ge...hicks...gehört jetzt ...hicks... alles mir!" lallte Kaarl. Er wühlte in seinen Taschen und hielt Earl einen zerknautschten Brief unter die Nase. Earl las. Es war ein Testament. Kaarl und Geoorge waren die alleinigen Erben dieser Destille. Vor ein paar Tagen wurde von Paol MacHicks und seiner Familie im Norden eine neue Destille in Betrieb genommen. Dabei kam es zu einer furchtbaren Explosion und die ganze Familie MacHicks mit allen ihren nahen und fernen Verwandten wurde ausgelöscht. Ein Anwalt, der mit der Testamentsvollstreckung betraut war, fand heraus, daß die Mac Geiwers nach dem tragischen Unfall die einzigen noch lebenden, sehr entfernten Verwandten der MacHicks sind. Daher hatte der Anwalt ihn gestern gesucht.
Wenig später klang es zweistimmig aus dem Keller der Destille:"Nie wieder arbeiten! Hicks..."...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #44 am: 07. August 2007, 13:59:03 »

Extraausgabe

Die weltweit für ihre ausgezeichneten Produkte wohlbekannte Destillerie MacHicks brannte letzten Samstag aus bisher noch unbekannten Gründen bis auf die Grundmauern nieder. Einer der neuen Besitzer, Kaarl Mac Geiwer, und ein ihn begleitender Gentleman konnten in letzter Minute aus den Flammen gerettet werden. Mister Mac Geiwer stand offenbar so unter Schock, daß vorerst kein klares Statement über die Zukunft der Belegschaft und der Whiskeyproduktion in unserer schönen Stadt von ihm zu bekommen war.
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