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Autor Thema: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman  (Gelesen 18168 mal)

BigBen

  • Gast
Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #15 am: 15. Januar 2007, 16:36:08 »

Kapitel Zehn

Kriemhild wird durch ein lautes Poltern aus Ihren Gedanken gerissen. Auf der Suche nach der Quelle des Krachs sieht sie Earl am Fuß der großen Freitreppe sitzen und sich den Kopf massieren. "Ist Dir etwas geschehen, mein Liebster?" "Nein, nein, ich bin nur an diesem dämlichen Teppich da oben hängengeblieben und dann hier heruntergestürzt. Aber ich glaube, ich habe mir nichts gebrochen." Kriemhild versucht ihm auf die Beine zu helfen. Dabei rutscht sein Hemd ein wenig in die Höhe und sie sieht ein paar Striche auf seinem Rücken. Sie zieht das Hemd ganz nach oben, um zu sehen, was Earl da hat. "Was hast Du da für ein komisches Muster auf dem Rücken?" Oh nein, denkt Earl, sie hat es entdeckt. Was sage ich ihr nur? "Das ist ein Andenken an seine kürzlich stattgefundenen Trauung.", ruft Kaarl grinsend vom oberen Treppenabsatz. "Trauung?" Kriemhild läßt Earl entsetzt los, und er fällt wieder auf seinen Hintern. "TRAUUNG? Du mieser Kerl! Ich warte hier auf Dich. Und Du treibst Dich in der Weltgeschichte rum, erzählst mir, das da wichtige Geschäfte zu erledigen wären, und stattdessen treibst Du's wild und heiratest sogar noch. Ich habe Dir meine besten Jahre geopfert. Du Schuft! Verlasse sofort  mein Schloß!" Schlagend und tretend drängt sie ihn zur Tür. "Aber mein Schatz! Ich liebe doch keine Andere außer Dir. Das war nur ein kleiner Ausrutscher. Sowas läßt sich ganz schnell klären." "Ausrutscher? Und das Du heimlich meine Kleider trägst, wolltest Du mir wohl auch noch irgendwann erklären? Ich glaube Dir kein Wort mehr. Hinfort!" Mit einem letzten Fußtritt befördert Kriemhild Earl die Schloßtreppe hinab. "Und laß Dich nie wieder hier sehen!"
Zu Kaarl gewandt sagt sie:"Und Du solltest auch sehen, das Du hier so schnell wie möglich verschwindest! Und kümmere Dich um Deinen Bruder. Wenn er morgen nicht wieder frei ist, gehe ich zur Gendarmerie"
Seine Antwort ignorierend, ging sie zurück in die Bibliothek. Jetzt war sie genau in der richtigen Stimmung um die per Boten überbrachten Aufsätze zu lesen....
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #16 am: 19. Januar 2007, 10:55:23 »

Kapitel Ölf

Kriemhild hatte nicht wirklich Lust gehabt, sich mit den Aufsätzen zu beschäftigen. Daher hatte sie sich in eine ruhige Ecke verzogen und gelesen. Als sie nun den aktuellen Band des Lischofor weglegte, dachte sie so bei sich:"Das ist gemein. Immer wenn es spannend wird, ist der Band zu Ende. Und entgegen Amazonius' Zubilligung kommen die Bände halt nicht regelmäßig! Wenn man dann nachfragt, kommen solche Ausreden wie 'Schaffenskrise des Autors', 'der Hund des Autors hat das Manuskript gefressen', 'Druckerei abgebrannt', 'Orkan hat die aktuelle Lieferung verweht' etc.pp." In Ermangelung des nächsten Bandes und um sich von diesem unerfreulichen Erlebnis mit Earl abzulenken, beschloß sie, nun doch die Aufsätze zu lesen....
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #17 am: 26. Januar 2007, 12:03:55 »

Kapitel Zwölf

'Schweine sind mir egal. Und die Schule sowieso!' Lisbeths Aufsatz war kurz und knackig. Kriemhild hatte keine Ahnung, was sie mit diesem Mädchen machen sollte. Also legt sie das Blatt - feinstes handgeschöpftes Bütten, nach Rosen duftend - beiseite. Der nächste Aufsatz war von Liliane van Beuchelen, dem ältesten Mädchen der Klasse. 'Die Erfahrung des Herrn Woistar ist synonym für den Zustand der heutigen Gesellschaft zu sehen. Überholte sittliche Prinzipien kollidieren mit modernen Gedanken und Verhaltensweisen. Jede Abweichung vom Mainstream wird gnadenlos verfolgt....' So ging das noch über 42 Seiten weiter. Kriemhild mußte einerseits den Fleiß Lilianes anerkennen, andererseits fragte sie sich, wieviel Liliane wohl geschrieben hätte, wenn sie mehr als die paar Zeilen vorgelesen hätte. Der Aufsatz von Magdalena Hoigref ist zum Glück deutlich kürzer. 'Ich mag Haustiere nicht. Aber Piraten. Mein Lieblingspirat hat immer gut gepflegtes Haar und manikürte Fingernägel. Er ist nett zu allen Frauen und verfolgt das Unrecht auf der Welt.' Pubertierende Kinder! Kriemhild versuchte sich zu erinnern, wie sie in der Pubertät war. Aber sie hatte dann immer nur das Bild des großen, langhaarigen Typen vor sich, der jeden Tag die Schulkutsche überfiel, um den Kindern die Schulbrote zu stehlen. Ach, ihre erste große Liebe! ...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #18 am: 08. Februar 2007, 10:51:39 »

Kapitel DREIZEHN

Kriemhild hatte diese Nacht sehr unruhig geschlafen. Sie träumte von Schulkutschenfahrern in Piratenkostümen, die die Schulkinder an Bäume gebunden, ihnen die Finger- und Zehennägel lackiert und danach mit Schulbroten beworfen hatten. Was für ein Alptraum!
Beim  morgendlichen Tee grübelte sie wieder, wie sie Lisbeth aus der Reserve locken konnte. Es sollte doch möglich sein, das Mädchen für die Schule und das Lernen zu interessieren. Kriemhild glaubte nicht, was Amazonius ihr erzählt hatte. Daß fast nur noch ältere, einsame Damen bei ihm Bücher kauften, und er die Kinderbücher zum Heizen verwenden mußte. Und daß erwachsene Männer seinen Laden scheuten, wie Motten das Licht. Da kam Kriemhild eine Idee, wieso Lisbeth so war wie sie war. -
Nachdem Kriemhild die Aufsätze verteilt und mit den Mädchen darüber diskutiert hatte, zog sie den ersten Band des Lischofor aus der Tasche. "Ihr kommt jetzt bitte alle außer Lisbeth mit Eurem Stuhl zu mir nach vorne und setzt Euch im Kreis um mich." Lisbeth stand empört auf und stemmte die Hände in die Seiten. "Und wieso darf ich nicht mitmachen? Das ist doch ungerecht!" Kriemhild lächelte sie an und sagte: "Du möchtest doch gar nichts lernen. Du wirst einen Herzog heiraten und zufrieden und doof Deine restlichen Tage auf irgendeinem langweiligen Schloß verbringen." Das hatte gesessen! "Ich bin nicht doof!", protestierte Lisbeth. "Aber mein Vater sagt immer, daß Mädchen nicht so klug sind wie Jungen." Kriemhild mußte grinsen: "Und Du machst immer, was Dein Vater sagt?" "Ähm, eigentlich nicht. Aber lernen ist doch so anstrengend. Kann nicht meine Zofe für mich lernen." "Klar, dann hast Du eine kluge Zofe, bist aber selbst noch dumm." "Und was soll ich dagegen tun?" "Du kommst jetzt vor zu uns und liest uns das erste Kapitel vom Lischofor vor."...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #19 am: 17. Februar 2007, 16:08:06 »

Das Kapitel, das nach Kapitel DREIZEHN kommt

"Sie denken wohl, sie können sich alles erlauben!" Kriemhild schob ihre Gedanken an Popcorn beiseite und schaute dem vor ihr stehenden Mann offen und ohne Scheu ins Gesicht. Lisbeths Vater war heute kurz nach Ende des Unterrichts zu ihr gekommen und wetterte nun schon seit genau 23 Minuten gegen die Schule im Allgemeinen und Kriemhild im Besonderen. "Meiner Tochter irgendwelche Flöhe ins Ohr setzen. Spaß am Lernen! Spaß beim Bücherlesen! Ha, das glauben sie doch selbst nicht! Das sagen sie doch nur, weil sie es als Lehrerin sagen müssen. Also, was soll das Ganze?" "Wenn sie mich bitte mal zu Wort kommen lassen würden, dann..." "Ich bin auch ohne Lesen, Schreiben, Rechnen und den ganzen Kram zurechtgekommen. Mein Vater und meine Brüder auch." Kriemhild sprang auf. "Jetzt halten sie aber endlich mal die Klappe und lassen mich auch zu Wort kommen!" Baron von Wolkenburg sah sie mit offenen Munde an. "Es ist mir egal, welche intellektuellen Glanzleistungen in ihrer Familie vermieden wurden. Aber mir ist nicht egal, was mit den mir anvertrauten Mädchen geschieht. Ich bin mit für ihre Zukunft verantwortlich. Was die Mädchen in der Schule lernen können, kann ihnen keiner mehr wegnehmen. Ein angeheirateter Herzog kann verarmen. Dann doch lieber mit dem erworbenen Wissen und Können sich sein Brot verdienen, als mit ihm im Hungerturm zu sitzen. Und seien sie mal ganz ehrlich. Wäre es nicht schön, wenn man abends mit seiner Frau am Kamin sitzen und sich richtig mit ihr unterhalten könnte. Sie wissen doch, Schönheit vergeht, aber Dummheit bleibt." Dem Baron klappte der Kiefer herunter. ...
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BigBen

  • Gast
Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #20 am: 18. Februar 2007, 17:24:03 »

Das nächste Kapitel

"Sind sie denn übergeschnappt?" Kriemhild dachte in einem endlosen Alptraum gefangen zu sein. Nachdem der Baron gegangen war, kam sie gerade dazu eine Tasse Tee zu trinken bevor die Frau Baronin bei ihr auftauchte. Und auch die wetterte nun schon geschlagene 42 Minuten. Ihr Mann sei nach Hause gekommen, habe ihrer Tochter einen Stapel Bücher in die Hand gedrückt und verlangt, das sie die so schnell wie möglich lese. Er wolle keine dumme Tochter mehr. Dann sei er zu ihr gekommen und habe verlangt, das sie endlich mal zu einem Bader gehe, der sich auf die Schönheit der Frauen verstehe. Und das sie in ihrer Scheune ein Fitnessstudio einrichten und da trainieren solle. Da sie eh dumm sei, wolle er wenigsten noch einen schönen Anblick genießen. "Wissen sie wie demütigend das ist? Bevor sie angefangen haben, sich einzumischen, war unser Leben ganz normal. Also hören sie auf damit!" Kriemhild grinste. "Ja, normal und stinklangweilig. Ist es wirklich dieses Leben, das sie sich als junges Mädchen erträumt haben?" "Das ist doch vollkommen irrelevant. Ich bin jetzt erwachsen und habe Verpflichtungen. Nicht mehr diese Jungmädchenträume. Ich begleite meinen Mann und repräsentiere ihn, wo es notwendig ist." "Achso, ihren Mann. Und sie, sind sie denn gar niemand mehr?" "Das ist Geschwätz! Eine Frau hat den ihr zugewiesenen Platz einzunehmen und ihrem Mann zu dienen." Kriemhild mußte schallend lachen. "Ihr Mann hat wohl doch Recht. Sie sollten den Bader in Betracht ziehen." Die Baronin schaute sie fragend an. Kriemhild versönlicher: "Sie sind doch noch gar nicht so alt. Schauen sie doch mal bei ihrer Tochter vorbei. Vielleicht finden sie da ein Buch das sie interessiert. Wenn sie wollen, können sie auch ab und zu zu mir zum Reden kommen. Sie müssen doch nicht in dieser Demutshaltung verharren. Überraschen sie den Baron! Zeigen sie ihm, das er nicht nur eine schönes Püppchen geheiratet hat!" Die Baronin ließ sich in den nächsten Sessel fallen. Kriemhild bot ihr eine Tasse Tee an. Sie redeten noch lange bis in die Nach hinein, bevor die Baronin nach Hause fuhr. Kriemhild schien eine neue Freundin gewonnen zu haben....
« Letzte Änderung: 18. Februar 2007, 18:31:58 von BigBen »
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #21 am: 22. Februar 2007, 14:47:50 »

Was guckst Du so? Ich bin nur die Putze und mach hier sauber. Hier muß dringend mal aufgeräumt werden.
« Letzte Änderung: 22. Februar 2007, 14:49:57 von BigBen »
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #22 am: 25. Februar 2007, 11:24:13 »

Extrablatt

Die örtliche Gendarmerie meldet: In der gestrigen Nacht sind ein rothaariger Recke und ein Mann in Frauenkleidern  in das hiesige Gefängnis eingedrungen und haben große Teile des Gefängnistraktes zerstört. Ziel dieses Vandalismus war die Befreiung des für seinen Bruder einsitzenden Geoorge Mac Geiwer. Am Tatort konnten eine Rolle Bindfaden aus Hanf, ein Rasierpinsel aus Wüstenspringmausschwanzspitzenborsten und drei Flaschen eines Haartonikums, deren Etiketten leider zerkratzt waren, sichergestellt werden.
Die Gendarmerie bitte um die Mithilfe der Bevölkerung bei der Ergreifung des flüchtigen Geoorge Mac Geiwer und dessen Komplizen. Sachdienliche Hinweise nimmt jeder Gendarmerieposten mündlich, per Rauchzeichen, per Brieftaube und auch per Postschnecke entgegen. Im Erfolgsfalle winkt als Belohnung ein Ganztagesausflug mit dem Gendarmerieblasorchester "Zur Pfeife" an die schönsten Tatorte in der Umgebung.
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #23 am: 14. März 2007, 14:55:44 »

Kapitel XVII

Obwohl die Informationen der Gendarmerie überall verbreitet wurden und sogar Beamte in jedes Haus gingen und alle Bewohner ansprachen blieb die Suche ohne den erwarteten Erfolg. Es wurden nur zwei besoffene Schotten und ein Transvestit festgenommen, drei seit Jahren verloren geglaubte Katzen und ein Bundstift wiedergefunden, mehrere Friseurgeschäfte von der aufgebrachten Menge verwüstet und ein Gendarm bei seiner Informationsrunde aufgrund der Verwechslung mit einem Hausierer verprügelt. Außerdem kam es zu einem akuten Mangel an Postschnecken. Die als Ersatz aus Frankreich importierten Weinbergschnecken kamen leider nie in den Umlauf, da frankophone Postmitarbeiter sie vorher schon gegrillt hatten. Alles in allem eine Katastrophe!
Kriemhild saß in ihrer Bibliothek und laß die neuesten Nachrichten. Die ganze Angelegenheit brachte sie auf eine Idee. Sie wollte die Geschichte aufschreiben und an Amazonius verkaufen. Sie setzte sich an ihren Schreibsekretär, nahm sich ein Blatt, eine frische Feder und ... starrte das weiße Blatt an....
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #24 am: 14. März 2007, 14:56:26 »

Kapitel XVIII

....
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #25 am: 14. März 2007, 14:57:07 »

Kapitel XIX

... weißes Blatt ...
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #26 am: 14. März 2007, 14:58:39 »

Kapitel XX

Kriemhild entschied sich, erst einmal einen Tee trinken zu gehen, bevor sie mit dieser anstrengende Arbeit weiter machen wollte.
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #27 am: 15. März 2007, 13:58:52 »

Kapitel XXI

Drei Tees, siebenundvierzig zerknüllte Blätter und fünf abgebrochene Federn später entschied sich Kriemhild, daß Schrifstellerhandwerk erst einmal einzustellen. Es war wohl doch nicht so einfach!
Trotzdem fuhr sie zu Amazonius. Aber nicht, um ihm ihr Manuskript zu verkaufen, sondern um sich ein paar neue Bücher zu gönnen. Bei Amazonius stöbern und Bücherkaufen halfen ihr, sich zu entspannen. Danach fühlte sie sich immer richtig gut. Vielleicht klappte es dann mit dem Schriftstellern. Und ihr privater Tischler bekam wieder ein wenig Arbeit. Er durfte neue Bücherregale schreinern. Diesmal gab es sogar einen neuen Band des Lischofor. Endlich! Naja, Band. Es war eher ein Heftchen von sieben Seiten. Aber wenn man so lange auf die Fortsetzung warten mußte, war man sogar mit sowenig zufrieden.
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #28 am: 22. März 2007, 16:49:55 »

Kapitel Zweiundzwanzig

Der Rauch der Explosion hing noch schwer in der Luft. Earl kroch ächzend aus einer Ecke. "Ich habe doch gesagt, nur ganz wenig!", knurrte Kaarl ihn an. Plötzlich fing er laut an zu lachen. Earl starrte ihn irritiert an. "Hab ich einen Pobel an der Backe oder was?", fragte er gereizt. "Nicht ganz. Hier, guck selbst." Kaarl reichte ihm einen Handspiegel. Earl glaubte nicht was er da sah. Bart, Augenbrauen, Wimpern und sein Kopfhaar waren leuchtend rot! "Bleibt das jetzt immer so?", fragte er Kaarl entsetzt. "Klar! Und jetzt weißt Du auch, wie ich zu meinem roten Haar gekommen bin." Earl ließ sich einfach auf den Boden plumpsen. Sein Blick immer noch starr auf sein Spiegelbild gerichtet. "Du sagtest doch aber, es wäre ganz ungefährlich." "Ist es ja auch. Du lebst doch noch. Und außerdem sieh doch mal das Positive. Die Frauen stehen auf rothaarige Hünen." Kaarl unterdrückte ein Kichern. "OK, an dem Hünen mußt Du noch arbeiten. Und da habe ich auch gleich das Richtige für Dich. Du schnappst Dir die Glasballons mit unserer Tinktur und schleppst die raus zum Wagen." "Alleine?" "Na klar! Wer ist denn hier so spack, Du oder ich?" Kaarl setzte sich gemütlich in einen Sessel und griff nach seinem Pfeifchen. Earl murrte und versuchte den ersten der zwanzig 50-Liter-Ballons anzuheben. "Und sei bloß vorsichtig!", sagte Kaarl. "Das Zeug ist pures Gold wert. Mac Geiwers Haartonikum, Mac Geiwers Holzbeize und Mac Geiwers Suppenzusatz sind der Renner auf den Wochenmärkten." "Hä? Wir haben doch aber nur eine Tinktur gemischt." "Genau!" Kaarls Grinsen verschwand in einer dicken Rauchwolke. ...
« Letzte Änderung: 22. März 2007, 17:07:32 von BigBen »
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BigBen

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Re: Der Literaturschock-Fortsetzungsroman
« Antwort #29 am: 04. April 2007, 15:46:45 »

Kapitel 10111

"Mensch, zieh den Kopf ein! Wegen Dir werden sie uns noch erwischen.", fuhr Kaarl Earl an.  "Ich habe nicht behauptet, daß man diesen Dorftrotteln alles andrehen kann.", konterte Earl beleidigt. "Du hast doch den Hals nicht vollbekommen können und immer noch einen draufgesetzt. Bis der Typ auf die Bühne kam und den Beweis von Dir wollte, das es auch so funktioniert, wie Du behauptest." "Na und? Er ist doch weich gefallen. Die alte Vettel hätte ja nicht genau vor der Bühne stehen müssen. Und er wird schon wieder zu sich kommen. So viel hat er ja gar nicht von der Tinktur getrunken." "Psst! Ich glaube da vorne kommen sie." "Irrtum! Sie sind schon da!", knarzte es hinter Earl und Kaarl. Da stand ein baumlanger Kerl mit einer Heugabel und grinste sie böse an. "Meinen Bruder vergiften wollen. Das könnte Euch so passen. He, Leute! Hier sind die Schufte. Holt Stricke und Holz. Diese Teufelsbrut soll in der Hölle schmoren." Earl wurde plötzlich ganz weich in den Knien....
« Letzte Änderung: 04. April 2007, 16:50:25 von BigBen »
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