Das lang erwartete Kapitel
"He, Du! Du must jetzt gehen. Ich will meinen Laden schließen." Der Wirt rüttelte Earl an der Schulter. Earl sah verschlafen auf. "Hä? Was? Wo bin ich?" Earl fand nur langsam wieder zu sich. "Oh nein. Nicht schon wieder." Flehend sah er den Wirt an. "Bitte lassen sie mich hier schlafen. Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, eine Unterkunft zu finden. Meine Braut hat mich rausgeschmissen. Jetzt suche ich eine neue Bleibe. Die Gendarmen haben mich mal in der einen Nacht im Park aufgelesen. Ok, die Zelle war nicht schlecht. Warm und trocken. Aber in der Nachbarzelle war ein besoffener Kerl, der sang die ganze Nacht. Da kann doch kein Mensch bei schlafen." Der Wirt blieb hart. Er zerrte Earl auf die Beine und murmelte was von nicht sein Problem.
"Ich habe es sogar schon mit einer Annonce probiert. Sie glauben gar nicht, was einem da alles angeboten wird. Ein mit Sperrmüll überfüllter Dachboden, ein abbruchreifes Gartenhaus, ein feuchter Keller. Und heute, das war der traurige Höhepunkt. Ich dachte ja, das ist das Richtige. Eine Generalswitwe bot mir einen ganzen Seitenflügel ihres Schlosses an. Als ich zur Besichtigung kam und kaum die Halle betreten hatte, fiel sie schon über mich her. Erzählte mir was von einsamen Stunden und ihren Sehnsüchten. Ich konnte mich kaum aus ihrer Umarmung befreien. Meinen Mantel habe ich auf der Flucht eingebüßt." Der Wirt stieß Earl kontinuierlich in Richtung Tür. "Keiner hilft mir. Auch ihnen bin ich egal. Die Welt ist so grausam." Langsam wurde der Wirt sauer. "Bürschchen, hör auf zu jammern und laß mich mit deinem Kram in Ruhe." Ein letzter Schubs und hinter Earl knallte die Tür ins Schloß.
"Ah, da sind sie ja." Earl konnte die Person auf der anderen Seite der Straße nicht richtig erkennen. Als er ein paar Schritte auf sie zugegangen war, sagte diese: "Gut, das ich sie endlich finde. Sie haben ihren Mantel bei mir gelassen." Bei dem Wort "Mantel" war Earl schon um die nächste Hausecke...